Abo

Schick gegen Undav, es geht um MillionenLeverkusen und Stuttgart kämpfen um die Champions League

4 min
ARCHIV - 02.05.2026, Nordrhein-Westfalen, Leverkusen: Fußball, Männer: Bundesliga, Bayer Leverkusen - RB Leipzig, 32. Spieltag, BayArena. Patrik Schick (Bayer 04 Leverkusen) feiert den Sieg. (Archivbild) (zu dpa: «Undav oder Schick? Wer trifft im Duell der Torjäger?») Foto: Fabian Strauch/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Patrik Schick nach seinem Dreierpack für Bayer Leverkusen gegen Leipzig.

Am Samstag treffen die beiden punktgleichen Rivalen direkt aufeinander. Wer gewinnt, hat die Königsklasse fast sicher. Es geht um sehr viel Geld.

Es geht um nichts weniger als die Vorentscheidung im Kampf um die Champions-League-Plätze. Bayer 04, Stuttgart und Hoffenheim sind punktgleich im Rennen um den vierten Rang, der zur Qualifikation für die Königsklasse reicht. Auch Leipzig ist noch im Rennen, hat aber vier Punkte Vorsprung. Leverkusen hat vom jagenden Trio wiederum das beste Torverhältnis.

Am Samstag kommt es in Schwaben zum direkten Vergleich zwischen dem VfB und der Werkself (15.30 Uhr, Sky und Dazn). Es ist auch ein Duell der beiden besten Torjäger hinter Harry Kane. Bayers Patrik Schick und Stuttgarts Deniz Undav wollen ihre Mannschaften in die Königsklasse schießen. Entschieden wird alles aber – so viel ist jetzt schon klar – erst am letzten Spieltag.

„Wir sind sehr, sehr glücklich mit Patrik“, sagt Leverkusens Trainer Kasper Hjulmand. „Er ist derzeit vielleicht der beste Patrik in dieser Saison. Er ist frisch, er ist scharf - das haben wir gesehen und das ist sehr, sehr gut für uns. Auch Undav ist ein Top-Stürmer. Patrik hat auch als Führungsspieler mehr und mehr Einfluss in der Kabine. Wir sind sehr froh, Schicki hier bei uns in Leverkusen zu haben.“ Schick steht bei 16 Toren in der Bundesliga, Undav hat bisher 18 Mal getroffen. Nur Kane thront über beiden – mit 33 Treffern.

„Leider hatten wir in dieser Saison viele Aufs und Abs“, sagte Schick nach dem überzeugenden 4:1 gegen Leipzig am vergangenen Samstag, zu dem er einen Hattrick beitrug. „Aber jetzt ist wirklich alles möglich. Wenn wir so in Stuttgart und dann gegen Hamburg spielen, bin ich sicher, dass wir es in die Champions League schaffen – aber wir müssen weitermachen.“

Sieben Punkte auf den VfB aufgeholt

Das ist auch Hjulmands Forderung. Leverkusen holte an den vergangenen fünf Spieltagen sieben Punkte auf den VfB auf und ist nun tabellarisch wie psychologisch im Vorteil. „Wir haben eine Super-Woche gehabt, wir hatten sehr viel Vorfreude“, betont der Däne. „Vor drei oder vier Spieltagen hatten wir noch nicht diese Ausgangssituation. Wir haben ganz gut gepunktet und deswegen haben wir nun eine große Möglichkeit.“

In den vergangenen Jahren waren die Duelle beider Mannschaften von Spektakel und Scharmützeln geprägt – auf und neben dem Rasen. Das ist auch die Erwartung für den Samstag in der ausverkauften MHP Arena, in der rund 4000 Leverkusener Anhänger erwartet werden. „Es sind immer gute Spiele zwischen Stuttgart und Leverkusen“, sagt Hjulmand. „Stuttgart spielt mit diesem Eins-gegen-Eins-Pressing und ich glaube, wir haben in dieser Saison sehr viel gelernt – auch vom Hinspiel in der BayArena.“

Im Januar war die Werkself zum Auftakt ins neue Jahr richtig unter die Räder gekommen. Zur Halbzeit stand es bereits 0:4, am Ende 1:4. Mehr Tore kassierte Leverkusen in dieser Saison nur beim 2:7 gegen Paris St. Germain in der Champions League. Hjulmand habe sich diese Partie mehrmals angeschaut, um Lehren zu ziehen für Spiele gegen so pressingstarke Mannschaften. Gegen Leipzig sahen die Erkenntnisse am Samstag hervorragend aus.

Einen Grund dafür sieht Hjulmand im verbesserten Umschaltspiel der vergangenen Wochen. Der über weite Strecken der Spielzeit verletzte Nathan Tella hilft mit seinem Tempo, auch Montrell Culbreath bringt Geschwindigkeit auf der Außenbahn mit. „Wir haben über diese Themen sehr viel gesprochen, die Laufwege und sehr direkt nach der Balleroberung umzuschalten, auch mit Kofane oder Schick im Sturm. Schicki hat es zuletzt sehr gut gemacht“, betont Hjulmand.

Sowohl für Schick – mit Tschechien – als auch für Undav – mit Deutschland – geht es nach der Bundesliga-Saison zur WM in die USA, Mexiko und Kanada. Vorher wollen sie aber klarmachen, dass sie in der kommenden Saison mit ihren Teams in der Champions League spielen. Für die Klubs geht es um viel Geld. Allein das Startgeld ist mit 18,6 Millionen Euro mehr als viermal so hoch wie in der Europa League (4,3 Millionen Euro). Ein Sieg in der Königsklasse ist 2,1 Millionen Euro wert, in der Europa League 450.000 Euro. Bayer 04 erhielt für den Achtelfinaleinzug in dieser Saison elf Millionen Euro. Der VfB erhielt für die gleiche Runde in der Europa League nur 1,75 Millionen Euro.

Hoffenheim tritt am Samstag im Parallelspiel gegen das bereits gerettete Werder Bremen und in der kommenden Woche bei den ebenfalls geretteten Mönchengladbachern an. Während Leverkusen am letzten Spieltag den HSV empfangen wird, reist Stuttgart zu Eintracht Frankfurt. „Es geht nur noch um Siege“, sagt Hjulmand.

Stuttgart: Nübel - Vagnoman, Chabot, Hendriks, Mittelstädt - Chema, Stiller - Leweling, El Khannouss, Führich – Undav; Leverkusen: Flekken - Quansah, Andrich, Tapsoba - Culbreath, García, Palacios, Grimaldo - Maza, Tella – Schick; Schiedsrichter: Schröder (Hannover).