Der Werksklub startet am Sonntag gegen RB Leipzig in die neue Bundesliga-Saison. Die Leverkusener Ziele sind klar.
FrauenfußballBayer 04 Leverkusen will die internationalen Plätze angreifen

Bringt internationale Erfahrung nach Leverkusen: Carolin Simon (rechts)
Copyright: IMAGO/HMB-Media
Nach der langen Vorbereitung wird es ernst für die Leverkusener Fußballerinnen. Bayer 04 startet am Sonntag (16 Uhr) im beschaulichen Trainingszentrum Cottaweg beim Tabellenzehnten der Vorsaison RB Leipzig in die neue Bundesliga-Saison. Der Werksklub hat für 2026/26 ein klares Ziel: Angriff auf die Spitzenplätze, die eine erstmalige Teilnahme am internationalen Wettbewerb bedeuten würden.
Mit Carolin Simon hat Leverkusen seit kurzem eine Spielerin in den eigenen Reihen, die weiß, wie sich Spiele auf europäischer Bühne anfühlen. Sieben Jahre lang trug die 22-malige Nationalspielerin das Trikot des FC Bayern. Mit den Münchenerinnen war sie Dauergast in der Champions League. Zuvor hatte Simon bei Olympique Lyon, dem SC Freiburg und ein erstes Mal in Leverkusen gespielt. Nun ist die 33-jährige Außenverteidigerin zurück im Rheinland. Zunächst gelte es, auf die eigene Leistung zu schauen. „Wenn es uns gelingt, unsere Qualität dauerhaft auf den Platz zu bringen, dann bin ich mir sicher, dass wir eine gute Saison spielen und auch die großen Mannschaften zumindest ärgern können. Wir wollen am Saisonende einen Tabellenplatz erreichen, der die Qualifikation für einen internationalen Wettbewerb bedeutet. Dafür werden wir alles geben“, sagte Simon, die erklärte, ihre große Erfahrung weitergeben zu wollen.
Nach Leipzig wartet Wolfsburg
Die Macher des Spielplans haben für Simon und ihre Teamkolleginnen ein anspruchsvolles Auftaktprogramm ersonnen. Leipzig gilt als schlagbar, aber ambitioniert, zum Heimauftakt kommt Vizemeister Wolfsburg, der wie der FC Bayern – Gegner am vierten Spieltag – bislang als übermächtig galt. Und zwischendurch geht die Fahrt nach Hoffenheim und damit zu einem direkten Rivalen im Kampf um die Plätze im oberen Mittelfeld. Simon sagt, sie möge es, sofort voll gefordert zu werden. So kann man die Aufgabe angehen. Und diese Einstellung wird Bayer-Trainer Roberto Pätzold goutieren.
Zumal es auch guten Grund für Optimismus gibt. Da wären etwa die erfolgreichen Matches in der Vorbereitung. Zuletzt gewann seine Elf erst gegen den belgischen Erstligisten Genk (1:0), um dann gegen den niederländischen Klub Feyenoord Rotterdam und beim belgischen Erstligisten Standard Lüttich jeweils ein 7:0 einzufahren.
Standardsituationen als Leverkusener Stärke
„Wir haben das sehr reif und professionell heruntergespielt, sind unserem Stil treu geblieben und haben auch in ruppigen Situationen die Nerven bewahrt“, lobte Pätzold sein Team nach der Generalprobe in Lüttich, bei der Bayer 04 insbesondere bei Standardsituationen nicht zu stoppen war. Pätzold bekannte, ein Luxusproblem zu haben. „Alle haben Vollgas gegeben, niemand hat zurückgesteckt. Dadurch werden wir es im Trainerteam schon sehr schwer haben, die 20 Spielerinnen für den Kader auszuwählen und daraus eine erste Elf zu bilden“, so der 47-Jährige, der mit Bayer 04 in eine zweite Saison geht. Doch, „genau da wollen wir hin, sodass wir die Qualität auch während des Spiels mit potenziellen Wechseln in der entscheidenden Phase hochhalten können. Wir haben jetzt die Qual der Wahl. Wenn wir den aktuellen Lauf mit in die Saison nehmen, werden wir sehr viel Spaß an diesem Team haben.“
