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Viktoria Köln empfängt CottbusPele Wollitz ist in Hochform

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Claus-Dieter „Pele“ Wollitz, Trainer von Energie Cottbus

Der Trainer des FC Energie hat sich in den letzten Wochen und Monaten immer wieder in Rage geredet. Nun kehrt er nach Höhenberg zurück.

Das Aufstiegsrennen der Dritten Liga ist spannend wie lange nicht mehr. Allenfalls die Meisterschaft scheint bereits entschieden. Bei noch vier zu absolvierenden Spielen dürfte der Sechs-Punkte-Vorsprung des souveränen Spitzenreiters VfL Osnabrück nicht mehr aufzuholen sein. Dahinter geht es allerdings eng zu. Rot-Weiss Essen auf Platz zwei und den SC Verl auf Rang sechs trennen nur sechs Punkte. Neben den beiden Klubs dürfen sich Energie Cottbus, der MSV Duisburg und Hansa Rostock Hoffnungen auf die 2. Bundesliga machen. In diesem Kampf könnte der FC Viktoria Köln noch eine wichtige Rolle einnehmen.

Viktoria Köln mit Schlüsselrolle im Aufstiegsrennen?

Anfang April war den Höhenbergern ein 3:2 in Rostock gelungen, zuletzt gab es ein 0:2 in Verl. Am Sonntag (13.30 Uhr) ist Cottbus zu Gast im Sportpark. Und am abschließenden Spieltag (16. Mai) geht es nach Duisburg. Es gehe nicht primär darum, irgendein Team zu ärgern, betonte Trainer Marian Wilhelm. „Wir möchten jedes Spiel so angehen, dass wir es gewinnen und die drei Punkte holen.“ Was wiederrum die ambitionierten Gegner ärgern würde.

Duelle mit Cottbus sind aufgrund der Viktoria-Vergangenheit von Trainer Claus-Dieter „Pele“ Wollitz nach wie vor brisant. Zumal sich der streitbare Energie-Coach zuletzt in Hochform präsentierte. Der 60-Jährige kritisierte in den vergangenen Wochen und Monaten Politik, Schiedsrichter, Gegner und Medien. Die Brandenburger Landesregierung bekam aufgrund von zugesagten aber noch nicht ausgezahlten Fördergeldern für die Vereins-Infrastruktur ihr Fett weg. „Das ist einfach nur zum Fremdschämen. Das ist peinlich, das ist abartig, das ist bodenlos“, polterte Wollitz Ende Februar.

Nach der 0:1-Niederlage im Spitzenspiel in Osnabrück Mitte April gerieten der VfL und der Unparteiische ins Visier des Trainers. „Wie Energie Cottbus dort behandelt wurde, ist unglaublich. Respektloser kann man einem Klub gegenüber seine Abneigung nicht zeigen“, kritisierte Wollitz, „keine Ordner beim Ankommen, keine Ordner nach dem Spiel. Und dann werden Spieler auch noch beleidigt – das geht so nicht.“ Nachdem Schiedsrichter Patrick Ittrich dem FC Energie einen Elfmeter verweigert hatte, wurde Wollitz polemisch: „Warum sollte Energie Cottbus einen Elfmeter bekommen? Warum soll dieser Verein am Ende der Welt an der Polen-Grenze aufsteigen?“ Weil sich der frühere FC-Profi im Anschluss an das Spiel vom Streamingdienst MagentaSport „lächerlich gemacht gefühlt“ hatte, verweigerte Wollitz beim folgenden Spiel gegen Rot-Weiss Essen Interviews. Immerhin ging es mit der Cottbuser Laune dank des 5:3-Spektals gegen RWE und Trainer Uwe Koschinat wieder bergauf.

Marian Wilhelm schätzt Pele Wollitz

„Pele ist ein einzigartiger Trainer mit einer unvergleichlichen Art. Das macht ihn aus“, sagte Viktoria-Coach Wilhelm, der einst als Viktoria-Jugendcoach mit Wollitz zusammenarbeitete. Er wolle durch seinen Auftritt auch den Druck von der Mannschaft nehmen. „Gegen Essen hat man gesehen, dass es funktioniert. Das Team steht fest hinter ihm.“ Cottbus hatte einen 1:3-Rückstand in einen 5:3-Sieg gedreht.

Für die Viktoria geht es nach dem Knacken der anvisierten 45-Punkte-Marke vor allem darum, Rhythmus, Fitness und Form bis zum Mittelrheinpokalfinale am 23. Mai gegen Fortuna Köln zu konservieren. Realistisch ist zudem ein einstelliger Tabellenplatz – Wehen Wiesbaden auf Rang neun ist nur zwei Zähler entfernt. Coach Wilhelm hofft nach großen Personalsorgen in den letzten Wochen auf die Rückkehr einiger Leistungsträger. Lars Dietz, Lucas Wolf, Leonhard Münst, Florian Engelhardt und Yannick Tonye hatten zu Wochenbeginn allesamt im Training gefehlt. „Bei Leo und Engel bin ich zuversichtlich, bei den anderen habe ich zumindest Hoffnung“, sagte Wilhelm.

Auch Wollitz hat mit vielen Ausfällen zu kämpfen – aus seiner Sicht vor allem aufgrund der schlechten Trainingsbedingungen. Der Platz habe „den Geist aufgegeben“, Wollitz könne „nicht seriös sagen“, wer am Samstag im Bus in Richtung Köln sitzen werde.