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FrauenfußballDem VfL Kommern fehlen fünf Tore zum Aufstieg

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Eine Fußballerin tröstet eine Mitspielerin, die sich das Trikot vors Gesicht gezogen hat.

Tränen nach dem Spiel: Laurie Simon tröstet Annalena Miehseler (l.).

Der Siegtreffer des SC Selfkant fällt in der Nachspielzeit. Wißkirchen rettet sich mit einem Last-Minute-Sieg aus eigener Kraft. 

Frauen Bezirksliga 3: SC Selfkant – VfL Kommern 2:1 (0:1). 93 Minuten lang sah es danach aus, dass die Fußballerinnen des VfL Kommern in die Landesliga aufsteigen werden. Der Tabellenführer hatte mehr als eine Hand am Punktgewinn, der zur Meisterschaft gelangt hätte.

Dann schickte sich die bei Nele Schommer bis dato abgemeldete Toptorjägerin des Gastgebers, Tamara Kistermann, an, einen Ball auf der rechten Bahn zu erlaufen, zu kontrollieren und in die Mitte zu flanken. Dort stand die völlig allein gelassene Kim Dahlmanns, die das Spiel mit einem Schuss unter die Latte entschied und Selfkant quasi in letzter Sekunde doch noch den Aufstieg schenkte.

Ein letztes Aufbäumen der Gäste in den letzten zwei Minuten brachte nichts mehr ein. Das Ende ist bitter wie tragisch. 1:2 verloren, trotz großem Kampf und viel Leidenschaft. „Härter geht es nicht“, sagte Trainer Sascha Wagner, der nach dem Spiel seine Mädels aufrichten musste.

Eine Busladung Fans unterstützte den VfL Kommern in Selfkant

Dabei hatte die Partie vor rund 150 Zuschauern, unter denen auch eine Busladung VfL-Anhänger für Unterstützung sorgte, total nach dem Geschmack der Gäste begonnen. Stephanie Möseler störte einen Klärungsversuch der Gastgeberinnen und hatte dann freie Bahn zum Tor. Möseler blieb eiskalt und setzte den Ball zum 1:0 flach in die Maschen (4.).

Stephanie Möseler beim Torschuss, die beiden Verteidigerinnen von Seltkant schauen nur zu.

Die 1:0 Führung erzielte Stephanie Möseler (M.).

Selfkant hatte zwar mehr Spielanteile, war aber keinesfalls dominant, was auch an der gut gestaffelten Hintermannschaft der Gäste lag. „Das gesamte Spiel über hatte der Gegner kaum Torchancen, umso bitterer ist es, hier 1:2 zu verlieren“, so Wagners Kurzanalyse. Gerade einmal drei Bälle gingen vor der Pause auf das Tor von Mona Hinz. „Ich fand uns in den Umschaltmomenten besser“, sagte Wagner, dessen Team gleich zwei Aktionen hatte, in denen der Ball aufs leere Tor zurollte, aber im hohen Gras stecken blieb. „Auf Kunstrasen wären die drin gewesen“, meinte Kommerns Trainer.

Ich habe den Mädels gesagt, dass sich hier keiner für Tränen schämen muss.

Nach der Pause sahen die Zuschauer ein anderes Selfkant, und der frühe Ausgleich durch Laura Dillmann (48.) bestätigte dies sofort. Die Spielerin traf aus gut 20 Metern per Aufsetzer ins lange Eck. Doch danach kam nicht mehr viel vom Favoriten – bis zum 2:1. „Ich habe den Mädels gesagt, dass sich hier keiner für Tränen schämen muss, weil wir hier eine sehr gute Leistung gezeigt haben“, sagte Wagner.

Bei Punktgleichheit ist Selfkant gerade einmal um vier Tore besser als Kommern. „Ja und dann reden wir doch wieder über die drei gegen uns abgesagten Spiele, in denen wir keine Chance hatten, Tore zu schießen“, so Wagner, der auch mit 50:50-Situationen des Schiedsrichters, der aus dem Nachbarort von Selfkant kommt, haderte.


Füssenich-Geich erreicht das Saisonziel haarscharf

Landesliga 2: Fortuna Köln II TB-SV Füssenich-Geich 7:0 (5:0). Dass mit Fortuna Köln am finalen Spieltag die nach Einschätzung von TB-SV-Trainer Moritz Barber „spielstärkste Mannschaft der Liga“ wartete, war Trainer und Mannschaft bewusst: „Uns ging es in den letzten Spielen nur noch darum, die Saison vernünftig zu Ende zu bringen“, fasste Barber die letzten Wochen zusammen, in der das bestimmende Thema die angespannte Personalsituation war.

Obwohl gegen Fortuna der Kader 14 Akteurinnen umfasste – so viele Spielerinnen hatte die Mannschaft seit Wochen nicht mehr aufbieten können –, hieß die vom Trainerteam gegen den Tabellendritten ausgegebene Devise: „Einfach rausgehen und Spaß haben, egal wie es läuft.“ Zuschauer und Trainerstab sahen ein „ruhiges Spiel mit vielen gegnerischen Treffern und fairen Zweikämpfen“, in dem es laut Barber letztlich nur darum ging, die 90 Minuten zu überstehen und die Saison abzuhaken. Trotz zuletzt sechs Liga-Niederlagen in Folge schließt Füssenich die Saison mit 23 Punkten auf dem achten Platz ab und erreicht damit haarscharf das vom ehemaligen Sportlichen Leiter Axel Sendscheid zu Beginn der Saison ausgegebene Ziel, „einen Platz zwischen fünf und acht“ belegen zu wollen.

Zülpichs Saskia Reder erzielt den Treffer des Tages

TuS Zülpich – Blau Weiß Köln 1:0 (0:0). Mit einem knappen Heimsieg hat der TuS Zülpich eine starke Aufstiegssaison erfolgreich beendet. Gegen den Tabellensiebten Blau‑Weiß Köln entwickelte sich eine ausgeglichene Partie, in der Saskia Reder mit dem Treffer des Tages (47.) für die Entscheidung sorgte. „Am Ende haben wir uns den Sieg durch die besseren Möglichkeiten verdient“, bilanzierte Trainer Christof Hilgers und ergänzte: „Es waren sehr emotionale Momente, weil einige Spielerinnen ihr letztes Spiel im aktiven Fußball bestritten.“

Mit 41 Punkten (13 Siege, 2 Unentschieden, 7 Niederlagen) schließt der Aufsteiger die Saison auf dem fünften Tabellenplatz ab und erreicht damit das von Hilgers formulierte Saisonziel.

Doch noch ist die Saison nicht beendet, denn bereits am kommenden Sonntag steht mit dem Kreispokal‑Finale gegen den VfL Kommern ein letzter Höhepunkt an (14.30 Uhr, Rasenplatz Kommern). „Jetzt heißt es, nochmal Gas geben und eine erfolgreiche Aufstiegssaison krönen“, blickt der Zülpich-Coach voraus.

Wißkirchen war zwischenzeitlich abgestiegen

Bezirksliga Staffel 2: TuS Königsdorf SC Wißkirchen 1:2 (1:0). „Drei Punkte zur rechten Zeit – Wißkirchen rettet sich in letzter Sekunde“ könnte die Überschrift des Abstiegskrimis in Königsdorf lauten: Nach sieben sieglosen Spielen setzte sich der SC Wißkirchen in der Nachspielzeit beim direkten Konkurrenten durch und machte damit den Ligaverbleib perfekt.

Wie von SCW-Trainer Horst Bartz erwartet, entwickelte sich von Beginn an eine auf beiden Seiten von Angst und Nervosität geprägte Partie. Klare Torchancen blieben Mangelware und folgerichtig resultierte die 1:0-Führung für Königsdorf aus einer Einzelaktion. Zusätzlich verschärft wurde die Situation für die Gäste durch die 1:0-Pausenführung von Mitabstiegskandidat Brauweiler gegen Glessen: Wißkirchen rutschte zwischenzeitlich auf einen Abstiegsplatz.

Ich wollte nicht abhängig vom Ergebnis des anderen Spiels sein.
Horst Bartz

Doch Bartz warf alles nach vorne: Offensiv ausgerichtet kamen seine Spielerinnen aus der Kabine, ohne zunächst zwingender zu werden. Der Ausgleich fiel schließlich durch Nele Nissen, die einen Abpraller nach einem Freistoß direkt verwertete (61.). Da zu diesem Zeitpunkt im Parallelspiel ebenfalls der Ausgleich gefallen war, wären sowohl Wißkirchen als auch Königsdorf gerettet gewesen.

„Ich wollte nicht abhängig vom Ergebnis des anderen Spiels sein“, erklärte Bartz und stellte sein Team in der Schlussphase noch einmal mutiger auf. Mit Erfolg: In der Nachspielzeit landete ein abgefälschter Distanzschuss im Königsdorfer Tor. Nach dem umgekehrten Spielverlauf in der Vorwoche gegen Spoho Köln, als Wißkirchen in der Nachspielzeit eine bittere Niederlage hatte hinnehmen müssen, zog der SCW dieses Mal die Partie auf seine Seite und durfte über drei späte Punkte jubeln.

Dass der Klassenerhalt letztlich gelang, ist vor dem Hintergrund einer personell schwierigen Saison keine Selbstverständlichkeit. Immer wieder musste die Mannschaft Rückschläge verkraften: Mit Luna Bongard, Merle Ahrens, Eileen Dünker und Caroline Himberg fielen gleich mehrere Spielerinnen über Monate hinweg aus. „Die Saison war kräftezehrend, oft haben uns die Alternativen gefehlt“, bilanzierte Bartz. Dennoch habe sich sein Team taktisch weiterentwickelt und stellt die fünftbeste Defensive der Liga, hob der scheidende SCW-Coach hervor.

Kommern II und Mutscheid gewinnen zum Saisonabschluss

Kreisliga A Rhein-Erft/Euskirchen: FC Berrenrath VfL Kommern II 0:8 (0:4). Torschützinnen: Zoe Wilden (4., 32.), Lara Schmitz (7., 55., 59., 77.), Katy Wilden (38.), Johanna Merks (82.).

SV Mutscheid – VfL Erp 7:2 (6:0). Torschützinnen: Leah Burggraf (4., 13., 90. + 2), Stefanie Drießen (15., 37.), Jennifer Schneider (25.), Sandra Siebert (41.).