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💶Wie Kölner Banken verdächtige Überweisungen mit KI stoppen

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30.12.2025 Köln: Baustelle des Neubau LVR gegenüber des Deutzer Bahnhofes. Foto: Martina Goyert

Am Bahnhof Messe/Deutz lässt der Landschaftsverband Rheinland ein neues Hochhaus bauen. 

Weil die Betrugszahlen steigen, setzen Banken und Sparkassen zunehmend auf künstliche Intelligenz – und rufen die Kunden im Zweifel auch persönlich an.

Liebe Leserinnen und Leser,

nach dem wunderschönen Schnee-Wochenende – ich hoffe, Sie haben es genauso genossen wie ich – starten wir nun also gemeinsam in die erste volle Arbeitswoche des Jahres. Als kleines Warm-up-Programm habe ich Ihnen wie gewohnt ein paar Themen und Nachrichten aus der Stadt mit K mitgebracht. Heute Morgen starten wir mit Banken und künstlicher Intelligenz.

Haben Sie das möglicherweise auch schon mal erlebt? Sie wollen gerade eine Überweisung tätigen, vielleicht für den nächsten Urlaub, und plötzlich blockiert die Bank den Vorgang? Bevor Sie jetzt an eine Störung denken: Womöglich war das Absicht. Denn statt Betrügern waren es vielleicht Ihre eigenen Bankmitarbeiter, die Schlimmeres verhindern wollten. Und künstliche Intelligenz hilft ihnen dabei. Die Maschen von Kriminellen werden immer dreister, die Betrugszahlen beim Online-Banking steigen von Jahr zu Jahr. Knapp 3000 solcher Delikte bearbeitete allein die Kölner Polizei voriges Jahr. Deshalb rüsten die Kölner Banken und Sparkassen jetzt auf – mit künstlicher Intelligenz. Die cleveren Systeme überwachen den gesamten Zahlungsverkehr und schlagen bei Auffälligkeiten Alarm.

Das kann eine ungewöhnlich hohe Summe sein, eine Überweisung in ein Land, in das Sie noch nie Geld geschickt haben, oder eine untypische Häufigkeit von Zahlungen. Passt eine Transaktion nicht zum gewohnten Verhalten, wird sie zunächst gestoppt. Dann greifen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter persönlich ein und suchen den Kontakt zu Ihnen.

Der Anruf, der Geld rettet

„In diesen Gesprächen klärt der Mitarbeitende die Hintergründe der Zahlung mit dem Kunden und fragt, ob die Zahlung ausgeführt werden soll oder nicht“, erklärt Bettina Neises, Sprecherin der Sparkasse Köln-Bonn. Dieses Vorgehen ist enorm erfolgreich: Bei der Volksbank Köln Bonn hat das KI-System dieses Jahr bereits geholfen, einen Schaden von mehr als einer Million Euro zu verhindern. Trotz aller Technik bleibt aber die eigene Wachsamkeit entscheidend. Der wichtigste Tipp: Ein echter Bankmitarbeiter wird Sie niemals auffordern, eine PIN oder TAN preiszugeben.

➡️ Woran Sie echte Bankanrufe erkennen und wie die neusten Betrugsmaschen funktionieren, erfahren Sie hier.

Kostenexplosion am Deutzer Bahnhof

Während die Banken also erfolgreich unser Geld schützen, scheint es an anderer Stelle in der Stadt zu versickern. Wer am Bahnhof Messe/Deutz vorbeifährt, sieht die große Baustelle für die neue Zentrale des Landschaftsverbands Rheinland (LVR). Doch das Hochhaus-Projekt steht unter keinem guten Stern: Die Fertigstellung verzögert sich wegen Asbestfunden um drei Jahre bis 2028. Gleichzeitig sind die Kosten explodiert – von geplanten 145 Millionen auf mittlerweile 270 Millionen Euro.

➡️ Die Hintergründe zur Kostensteigerung und Bauverzögerung beim LVR-Hochhaus finden Sie hier.

Ein düsteres Jahr für die Kölner Gastronomie?

Wenn Ihnen bei diesen Summen der Appetit vergangen ist, kann ich Sie nur bedingt aufheitern. Auch die Kölner Gastroszene hatte schon bessere Zeiten, findet unser Kritiker Carsten Henn. „Für die Kölner Gastroszene war 2025 kein gutes Jahr“, lautet sein Fazit. Er beklagt fehlenden Mut zu neuen Ideen und eine Flut an austauschbaren Edelzutaten.Doch es gibt einen Lichtblick: das neue Restaurant „Vunky“ am Eigelstein. Und eine tolle Nachricht für alle Fans des Autors gibt es obendrein: Am 15. Januar 2026 können Sie Carsten Henn bei einer Lesung und einem Talk in unserer Workstage live erleben.

➡️ Das ganze Interview mit Carsten Henn und alle Infos zum Event gibt es hier.

Und damit wünsche ich Ihnen einen guten Start in die neue Woche!

Ihr Timo Schillinger