Frühe HilfenKostenlose Angebote stärken Eltern und schützen Kinder

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Eine Frau mit hellblau lackierten Fingernägeln hält die kleinen Füße eines Babys in ihren Händen.

„Frühe Hilfen“ sind ein Instrument des Kinderschutzes, sie unterstützen überforderte Eltern.

„Frühe Hilfen “ sind ein Instrument des Kinderschutzes. Doch die Angebote für überforderte Eltern sind zu wenig bekannt. Hier gibt es Hilfe in Köln und der Region.   

Wenn Sorgen die Freude auf das Baby überschatten, wenn Eltern unsicher im Umgang mit ihrem Kleinkind und in der Erziehung sind, wenn Vater oder Mutter nicht genügend Ressourcen haben, für ihr Kind ausreichend sorgen zu können, stehen hierzulande „Frühe Hilfen“ – ein Instrument des Kinderschutzes – unterstützend zur Seite.

Diese kostenlosen, freiwilligen und einfach zugänglichen Angebote für Eltern und junge Familien – von der Schwangerschaft bis zum dritten Lebensjahr des Kindes – sollen Jungen und Mädchen von Anfang an gute Lebens- und Entwicklungsbedingungen ermöglichen. Es geht dabei um Schwangerschafts- und Familienberatung, Frühförderung, Eltern-Kind-Gruppen, Elternkurse, Familienpatenschaften, oder Hilfe bei der Erziehung – Angebote also, die Eltern erhalten, ohne einen Antrag stellen zu müssen, und die den Start ins Familienleben erleichtern, Familien in schwierigen Lebenssituationen entlasten – und damit auch Kinder stärken und schützen sollen.

Kinder vor Vernachlässigung und Misshandlung schützen

Schon 2007 hatte das „Bundesfamilienministerium“ das „Nationale Zentrum Frühe Hilfen“ gegründet. Durch eine verbesserte Zusammenarbeit von Kinder-, Jugendhilfe und Gesundheitssystem sollen Kinder aus belasteten Familien vor Vernachlässigung und Misshandlung geschützt werden.

Mit Inkrafttreten des Bundeskinderschutzgesetzes am 1. Januar 2012, das die Zusammenarbeit der „Frühen Hilfen“ in lokalen Netzwerken als verbindliche kommunale Aufgabe festlegt, nahm die „Bundesinitiative Frühe Hilfen“ ihre Arbeit auf. Bis Ende 2017 förderte sie vor allem den Aus- und Aufbau der Netzwerke und den Einsatz von Familienhebammen. Seit 2018 gibt es die „Bundesstiftung Frühe Hilfen“. Sie setzt die Arbeit der Initiative fort und fördert die Netzwerke.

Frühe Hilfen und Familienhebammen sind zu wenig bekannt

Die freiwilligen Angebote der „Frühen Hilfen“ gibt es inzwischen zwar in fast allen Kommunen, doch viele von ihnen sind Eltern noch zu wenig bekannt. So zeigt eine Studie des „Nationalen Zentrums Frühe Hilfen“ (NZFH), dass 58 Prozent der befragten Eltern nicht das Angebot der aufsuchenden Unterstützung durch eine Familienhebamme kennen und 79 Prozent nicht über das Angebot von ehrenamtlichen Besuchen informiert waren.

In Köln bietet das „Netzwerk Frühe Hilfen“ seit 2014 so genannte Kinderwillkommensbesuche an (KiWi). Auch in der Region sind Baby- und Familienlotsen oder Familienhebammen im Einsatz.

Bei diesen – auch von „wir helfen“ geförderten – Hausbesuchen informieren ehrenamtliche Mitarbeitende verschiedener sozialer Einrichtungen die Familien über Hilfsangebote und stellen gegebenenfalls Kontakte zu den entsprechenden Einrichtungen her. Damit Familien die „Frühen Hilfen“ besser kennenlernen und einen einfacheren Zugang erhalten, informiert das NZFH auf seiner Website und auf seinem Instagram-Account jetzt ausführlich darüber und zeigt auf, wo Eltern diese kostenlosen Angebote in ihrer Nähe finden. 


Frühe Hilfen in Köln und der Region

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