Bundesbank-Chef Nagel bremst die Erwartungen an eine baldige Entspannung bei Ölpreisen und der Teuerungsrate.
Nagel warnt vor EuphorieBundesbank-Chef dämpft Hoffnung auf schnelle Entspannung

Bundesbank-Chef Nagel warnt vor verfrühter Hoffnung nach dem Iran-Rahmenabkommen. (Archivbild)
Copyright: Kay Nietfeld/dpa
Joachim Nagel, der Präsident der Bundesbank, bremste die Erwartungen an eine baldige Lockerung an den Ölmärkten und bei der Teuerungsrate. Anlass ist die grundsätzliche Übereinkunft zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran. Nagel äußerte sich dazu auf dem in Frankfurt stattfindenden „Euro Finance Summit“ und merkte an, dass sich eine Waffenruhe sowie eine Freigabe der Straße von Hormus andeute.
„Dennoch: Selbst wenn die Meerenge von Hormus demnächst wieder befahrbar sein sollte, wird es Monate dauern, bis sich das Ölangebot wieder normalisiert“, führte Nagel aus. Zur Begründung verwies er darauf, dass Förderanlagen in dem Gebiet teils in Mitleidenschaft gezogen oder stillgelegt wurden und die vorhandenen Bestände schrumpften.
Preisdruck könnte weiter steigen
Der Inflationsdruck in der Volkswirtschaft könne sich laut Nagel überdies weiter erhöhen, sobald staatliche Subventionen zur Reduzierung der Energiekosten enden. Der Konflikt mit dem Iran, der Ende Februar seinen Anfang nahm, hatte zu einem Anstieg der Ölpreise geführt. Dies wiederum befeuerte die Teuerung in Deutschland sowie der Eurozone und verlangsamte das Wirtschaftswachstum.
Ihre Voraussage für die deutsche Konjunktur hatte die Bundesbank erst am Freitag nach unten angepasst. Im laufenden Jahr wird lediglich mit einem minimalen Zuwachs von kalenderbereinigt 0,5 Prozent gerechnet. Eine deutlichere Steigerung um 1,4 Prozent wird erst wieder für das Jahr 2028 erwartet.
EZB hält sich weitere Zinsschritte offen
Weitere Anhebungen der Leitzinsen durch die Europäische Zentralbank (EZB) wurden von Nagel zugleich nicht ausgeschlossen. Die Notenbank hatte unlängst als Reaktion auf die erhöhte Teuerung zum ersten Mal seit beinahe drei Jahren die Zinsen im Euroraum erhöht. „Die Geldpolitik hat es nicht mit einem kurzfristigen Angebotsschock zu tun, durch den wir tatenlos hindurchschauen können“, äußerte Nagel. Die fortwährend hohen Energieaufwendungen werden sich voraussichtlich in den nächsten Monaten stärker in den Konsumentenpreisen niederschlagen.
Im Hinblick auf die kommende Zinsentscheidung der EZB im Juli hob Nagel hervor: „Wir sind entschlossen, die Geldpolitik so auszurichten, dass sich die Inflation mittelfristig beim Zielwert von 2 Prozent stabilisiert.“ Er fügte an: „Dabei halten wir uns alle Optionen offen.“ (dpa/red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.