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Weniger Produktion, mehr ElektromobilitätRenault-Chef trimmt Autokonzern auf Rendite

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Renault-Chef Luca de Meo (M.) präsentiert den Prototyp des R5

Köln – Mehr Klasse, weniger Masse ist eines der zentralen Leitmotive, mit denen der neue Renault-Chef Luca de Meo (53) den angeschlagenen Autokonzern wieder auf Kurs bringen will. Hatte sein Vorgänger Carlos Ghosn vor allem auf Absatzrekorde und steigende Marktanteile gesetzt, soll das Umbauprogramm mit dem Namen „Renaulution“ für mehr Rendite sorgen und die Ertragskraft des Unternehmen deutlich steigern.

Um wieder profitabel zu werden, wird das bereits laufende Sparprogramm verschärft. Es läuft nun bis 2025 und hat einen Umfang von drei Milliarden Euro. Bisher war von zwei Milliarden Euro Einsparungen bis 2022 die Rede gewesen, darunter ein Abbau von 15.000 Arbeitsplätzen und eine Restrukturierung der Werke. Weitere Stellenstreichungen soll es aber nicht geben. „Wir sind hier auch, um die Beschäftigung zu sichern“, sagte de Meo bei der Vorstellung seiner Pläne. Auch die Produktion soll deutlich gesenkt werden. Bis 2025 sollen die Kapazitäten auf rund 3,1 Millionen Fahrzeuge verringert werden, ein Minus von rund 23 Prozent.

21 Prozent weniger Umsatz durch Corona

Renault ist wie die gesamte Branche stark von der Corona-Pandemie betroffen. Der Konzernabsatz sank im Gesamtjahr 2020 um gut 21 Prozent auf knapp drei Millionen Fahrzeuge. Im ersten Halbjahr 2020 verbuchte der Hersteller auch wegen tiefroter Zahlen beim japanischen Partner Nissan einen Rekordverlust von rund 7,3 Milliarden Euro. In Existenznot musste das Unternehmen um Hilfe beim französischen Staat bitten, der mit 15 Prozent an Renault beteiligt ist. Im Gegenzug verlangt Frankreich mehr Engagement für den Umweltschutz und die E-Mobilität.

Letztere soll deutlich ausgebaut werden. Mit dem Zoe haben die Franzosen bereits eines der meistverkauften Elektroautos in Europa. Nun sollen zehn neue E-Modelle die Position weiter stärken. Dazu soll auch ein Kultmodell aus den 70er Jahren wiederbelebt werden. Der Kleinwagen R5 soll bis 2025 als reines E-Modell auf den Markt kommen. Auf dem Gebiet der Retro-Autos verfügt de Meo bereits über Expertise. Als damaliger Fiat-Manager war er maßgeblich an der Einführung des Retro-Modells Fiat 500 beteiligt gewesen.

Grundlegender Wandel angestrebt

Zudem solle sich der Konzern grundlegend wandeln. „Wir werden uns von einem Autokonzern, der mit Technologie arbeitet, zu einem Technologiekonzern entwickeln, der mit Autos arbeitet und bis 2030 mindestens 20 Prozent seines Umsatzes mit Dienstleistungen, Daten und Energiehandel erzielen wird“, kündigte de Meo an.

Dazu gehört in einem ersten Schritt auch, dass Renault künftig auch einen neuen Sharing-Dienst namens „Mobilize“ ins Leben ruft, über den Renault vier verschiedene Fahrzeuge anbieten will.

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Die von Vorgänger Ghosn geschmiedete französisch-japanische Allianz mit Nissan und Mitsubishi stellt der neue Chef nicht in Frage. Renault ist mit 43,4 Prozent an Nissan beteiligt. Analysten rechnen damit, dass Renault auch weiterhin Probleme mit Nissan haben wird. Alleine seien die Franzosen aber nicht mehr überlebensfähig.