Nach Düsseldorf, München, Frankfurt und Berlin expandiert Seitz nun nach Hamburg. Angefangen hat alles mit einem Zweimann-Büro am Stadtwaldgürtel.
Kanzlei SeitzDieser Kölner Anwalt berät Ford und Florian Wirtz

Stefan Seitz, Mitgründer der Rechtsanwaltskanzlei Seitz Rechtsanwälte.
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Stefan Seitz half Bayer dabei, die Kunststofftochter Covestro auszugliedern, beriet Kaufhof und Karstadt, berät heute den gemeinsamen Galeria-Konzern und war Rechtsanwalt von Opel, als der Autobauer vom heutigen Stellantis-Konzern übernommen wurde. Und die Erfolgsgeschichte wird aktuell weitergeschrieben: Kaum eine Anwaltssozietät aus Köln und der Region wächst so rasant wie die Kanzlei Seitz. Doch wer ist Stefan Seitz?
Der gebürtige Karlsruher kam zum Studium nach Köln. Sportlich war er als Bundesligaspieler im Hockey bei Rot-Weiss Köln aktiv. Mit 27 Jahren schloss Seitz sein Jurastudium an der Universität Köln ab. Seine Promotion erfolgte am Lehrstuhl von Professor Peter Hanau an der Universität zu Köln. „Von dem Lehrstuhl erfolgte vor allem in den ersten zehn Jahren der Kanzleientwicklung große Unterstützung, vor allem als Mentor für den Aufbau der Reputation sowie dem Transfer von hochqualifiziertem juristischen Nachwuchs zur Kanzlei“, erinnert sich Seitz heute.
Erstes Einzelbüro am Stadtwaldgürtel
Seinen beruflichen Start nach dem Studium hatte Stefan Seitz bei der Düsseldorfer Großkanzlei Heuking. Doch der junge Anwalt strebte nach mehr Selbstständigkeit. Mit seinem erfahrenen, damals 65 Jahre alten Anwaltskollegen Egon Schlüter startete Seitz 1997 ins erste Einzelbüro, mit Lage am Stadtwaldgürtel. Der Kontakt kam durch den damaligen Rot-Weiss-Präsidenten Otto Wolff von Amerongen zustande.
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Nach der Jahrtausendwende konnte die Kanzlei in relativ hoher Geschwindigkeit organisch wachsen. Schnell wurde die Zahl der Anwälte des einstigen Einzelbüros deutlich zweistellig. Vor allem Großmandate machten die Kölner Kanzlei deutschlandweit bekannt. Nicht alle sind heute öffentlich, aber zu den bekannten Mandanten zählten Beiersdorf beim Verkauf der Bode Chemie an die Paul Hartmann AG sowie erste Großrestrukturierungen bei den Praktiker-Baumärkten, dem Modekonzern Esprit, der Parfümeriekette Douglas oder der damaligen Gothaer-Versicherung.

Galeria Karstadt Kaufhof gehört bis heute zu den Seitz-Mandanten.
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Im Jahr 2015 wurde Seitz erstmals mit dem Arbeitsrechtsteam von der renommierten Fachzeitschrift Juve zur Kanzlei des Jahres gekürt, 2020 und 2024 gelang dies erneut. Ab 2015 war die Partnerschaft bei aufsehenerregenden Konzernumbauten involviert, unter anderem eben bei Galeria Karstadt Kaufhof, dem Leuchtmittelhersteller Osram und bei der Ausgliederung von Covestro aus dem Bayer-Konzern in eine eigenständige Gesellschaft.
Lufthansa und Thyssen als Mandanten
In den frühen 2020er Jahren gehörten schließlich Lufthansa und Stellantis zu den Mandanten, beim Verkauf der Aufzugssparte von Thyssenkrupp für 17 Milliarden Euro an Advent war die Kanzlei Seitz ebenfalls involviert. Ab 2023 expandierten die Kölner kräftig – mit Standorteröffnungen in München, Frankfurt und Düsseldorf und der Übernahme namhafter Arbeits- und Wirtschaftsrechtsteams aus Wirtschaftskanzleien. Später folgte der Standort Berlin.
Einen Namen in einem ganz anderen Segment machte sich Seitz bei der Beratung von prominenten Persönlichkeiten, vor allem aus dem Profisport. Stefan Seitz und seine Kollegen waren rechtliche Berater von Ex-Leverkusen-Manager Rainer Calmund, dem inzwischen verstorbenen Trainer des 1. FC Köln Christoph Daum, Rennfahrer Nick Heidfeld, den Fußballweltmeistern Toni Kroos und Mario Götze – oder Florian Wirtz, der für 150 Millionen Euro im vergangenen Sommer von Bayer 04 Leverkusen zum FC Liverpool wechselte.

Florian Wirtz wurde beim Wechsel zum FC Liverpool von der Kanzlei Seitz beraten.
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Dass trotz allem Wachstum der Standort Köln noch immer der Heimatmarkt ist, zeigt der Blick auf die aktuell bekannten Mandanten: Ford, Barmenia-Gothaer, Uniklinik Köln, Bayer, Stadtwerke, Messe Köln oder das Kölner Bau-Unternehmen Bauwens.
Neuer Standort in Hamburg
Die Kölner Kanzlei expandiert 2026 weiter innerhalb Deutschlands. Seit diesem Monat ist Seitz auch in Hamburg mit einem Büro vertreten. „Damit können Unternehmen in Hamburg und Umgebung künftig auch vor Ort auf eine integrierte Beratung an der Schnittstelle von Arbeits- und Wirtschaftsrecht zugreifen – insbesondere bei Restrukturierungen, Unternehmenskäufen oder Fragen der Corporate Governance“, sagt Seitz im Gespräch mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“.
Im Zuge der Expansion über die vergangenen Jahre hinweg ist die Kanzlei personell stark gewachsen. Inzwischen beraten mehr als 150 Anwältinnen und Anwälte für Seitz. Insgesamt sind bei der Kanzlei mehr als 300 Menschen beschäftigt. „Was kann schöner sein, als mit einem so tollen Team aus Köln heraus weiter zu wachsen“, sagt der 59-Jährige.
Kanzleigründer Seitz ist Köln seit dem Studium treu geblieben, er lebt in Köln und ist Fan des FC. Der Vater dreier Kinder ist seit 2012 selbst Präsident des Hockeyclubs Rot-Weiss Köln.


