Köln – Wer derzeit den Kauf einer neuen Waschmaschine oder eines Geschirrspülers plant, der braucht Geduld. Denn aufgrund der hohen Nachfrage haben sich die Lieferzeiten für zahlreiche Hausgeräte deutlich verlängert. „Insbesondere bei Geschirrspülern übersteigt der Bedarf aktuell die industriellen Kapazitäten“, sagt Eva Bauerschmidt, Sprecherin von Bosch Siemens Hausgeräte (BSH).
In Folge des Lockdowns im vergangenen Frühjahr und der Schließung der Produktionsstandorte hätten sich die Lieferungen von Hausgeräten verzögert. Derzeit arbeiteten alle BSH-Werke europaweit mit maximaler Kapazität. Am deutschen Produktionsstandort für Geschirrspüler sei auch zwischen Weihnachten und Neujahr gearbeitet worden, sagt Bauerschmidt. Nach Erhebungen von BSH spülten in Deutschland bislang noch rund 30 Prozent der Haushalte von Hand. Im Rest Europas liege die Zahl zum Teil noch höher.
Auch Staubsauger und Dunstabzugshauben betroffen
Auch bei Miele gibt es Lieferengpässe. „Im Moment kommt es vor allem bei Waschmaschinen, Trocknern sowie Geschirrspülern zu Wartezeiten von etwa sechs Wochen, je nach Modell auch deutlich länger“, sagte Miele-Sprecher Carsten Prudent. Engpässe gebe es auch bei Staubsaugern und Dunstabzugshauben. Kochgeräte wie Backöfen, Kochfelder und Dampfgarer seien dagegen derzeit planmäßig lieferbar. Miele bitte die Kunden um Geduld und Verständnis, sagt Prudent.
Um die Verzögerung in Grenzen zu halten und schnellstmöglich wieder abzubauen, produzieren auch die Miele-Werke mit voller Auslastung. Außerdem werden mittlerweile Sonderschichten gefahren. Bei Geschirrspülern will das Traditionsunternehmen aus Gütersloh zudem demnächst zusätzliche Kapazitäten aufbauen.

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„Dass die Menschen coronabedingt mehr Zeit zu Hause verbringen und nun auch öfter kochen, treibt die Nachfrage “, sagte Thorsten Meier, Sprecher des Zentralverbands Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI). Darüber hinaus seien private Ausgaben umgeschichtet worden. Da etwa Reisen oder Restaurantbesuche zeitweise nicht möglich waren, hätten die Verbraucher zuhause in bessere technischen Ausstattung investiert. Ein zusätzlicher Kaufanreiz sei zudem die befristete Senkung der Mehrwertsteuer gewesen. Auch der Arbeitsmarkt hielt sich stabiler als zunächst befürchtet. Hinzu komme die starke Baukonjunktur.
Elf Prozent Plus im Vergleich zum Vorjahr
Nach vorläufigen ZVEI-Berechnungen kletterte der inländische Gesamtumsatz mit Haushalt-Groß- und -Kleingeräten im vergangenen Jahr auf knapp zehn Milliarden Euro – ein Plus von etwa elf Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Haushalts-Großgeräte kamen hier auf einen Anteil von rund 6,3 Milliarden Euro und einem Plus von neun Prozent, wobei alle Produktgruppen Zuwächse verzeichnen konnten. Besonders stark nachgefragt waren Gefriergeräte (Plus 40 Prozent), große Kühl-/Gefrierkombinationen, Einbaubacköfen, Induktionskochfelder und Waschtrockner. Insgesamt wurden 2020 in Deutschland etwa 18,2 Millionen Haushalt-Großgeräte verkauft.
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Deutlich stärker noch wuchs der Inlandsmarkt für Kleingeräte. Mit einem Umsatz von 3,6 Milliarden Euro verzeichnet die Branche hier ein Plus von etwa 15 Prozent. Luftreiniger, akkubetriebene Staubsauger, Kaffeevollautomaten, Küchenmaschinen und Geräte aus dem Segment Wellness und Beauty verkauften sich dabei überdurchschnittlich gut.



