Abo

Noch drei Monate bis zur AbstimmungWüst will Bürger mit Radio- und TV-Spots von Olympia überzeugen

2 min
Hendrik Wüst (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, spricht beim Start der Kampagne für die Bewerbung der Region Köln-Rhein-Ruhr in der Lanxess-Arena.

Hendrik Wüst (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, spricht beim Start der Kampagne für die Bewerbung der Region Köln-Rhein-Ruhr in der Lanxess-Arena. 

Wie will NRW die Menschen von der Olympia-Idee überzeugen? Hübsche Lichtinstallationen in Köln, Düsseldorf, Essen und Dortmund dürften dabei nicht ausreichen.

Siebzehn Feuerfontänen sprühten in die Luft, als NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) am Montag in Köln die Kampagne für die Olympia-Bewerbung von NRW gestartet hat. Mit dem Druck auf den Buzzer wurden Lichtinstallationen am Römisch-Germanischen Museum in Köln, am Dortmunder „U“, an der Zeche Zollverein in Essen und am Düsseldorfer Schauspielhaus eingeschaltet. Die Inszenierung fand bundesweit Beachtung. Wie geht es jetzt weiter?

NRW führt am 19. April 2026 in allen 17 am Konzept beteiligten Kommunen Ratsbürgerentscheide durch. Rund vier Millionen Menschen können dann über die Bewerbung für Olympische und Paralympische Spiele abstimmen. Auch Berlin, Hamburg und München wollen die Spiele ausrichten. In München hatten sich bei einer Bürgerbefragung mehr als 60 Prozent der Menschen für Olympia ausgesprochen.

Ein Sprecher der Staatskanzlei sagte dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ auf Anfrage, das Land habe eine „breit angelegte“ Kampagne gestartet. „In den kommenden drei Monaten erfolgt eine Information der Menschen über Köln-Rhein-Ruhr über verschiedene Kommunikationskanäle, darunter Online-Medien, Plakatwerbung sowie Radio und Fernsehen“, sagte der Sprecher. Geplant seien zudem Social-Media-Kommunikation und Bürgerdialoge.

Isabell Werth ist auf dem Pferd Viva Gold zu sehen und winkt ins Publikum.

Isabell Werth, hier beim Louisdor-Preis Finale 2025 in Frankfurt, bei dem sie den ersten Platz belegte, unterstützt die NRW-Bewerbung für Olympia.

Gleichzeitig setzt NRW auf persönliche Überzeugungsarbeit. „In den kommenden Monaten wird ein prominent besetztes Team die Bewerbung Köln-Rhein-Ruhr um die Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 in erster Reihe unterstützen“, hieß es aus der Staatskanzlei. Dazu gehören etwa der deutsche Para-Athlet Markus Rehm, die Dressurreiterin Isabell Werth, der Vorstandsvorsitzende der Deutz AG und Ruder-Weltmeister Sebastian Schulte sowie der ehemalige NRW-Ministerpräsident Peer Steinbrück (SPD). „Sie alle werden sich aktiv in die Bewerbung Nordrhein-Westfalens einbringen und mit ihrer jeweiligen Erfahrung und Expertise wichtige Impulse geben“, sagte der Sprecher.

Auch Ministerpräsident Wüst werde die Bewerbung Köln-Rhein-Ruhr in den kommenden drei Monaten „selbstverständlich“ weiterhin bei entsprechenden Anlässen unterstützen. Moderne, nachhaltige Spiele könne es nur mit und nicht gegen den Willen der Menschen im Land geben.

„Die Sportstätten im Land werden kontinuierlich instandgehalten“

Der Deutsche Olympischen Sportbund (DOSB) will am 26. September 2026 bei einer Mitgliederversammlung darüber entscheiden, welche Region in Deutschland den Zuschlag erhält. Die endgültige Entscheidung über den Austragungsort der Olympischen Sommerspiele 2036 durch das Internationale Olympische Komitee wird frühestens ein Jahr später erwartet. Würde die Zeit ausreichen, um sich auf die Ausrichtung der Spiele in Deutschland vorzubereiten?

Davon ist die Düsseldorfer Staatskanzlei überzeugt. „Die Sportstätten im Land werden kontinuierlich instandgehalten und regelmäßig, oft wöchentlich, genutzt“, sagte der Sprecher. Geplante Neubauten würden sich lediglich auf das Olympische und Paralympische Dorf sowie das Leichtathletikstadion beschränken: „Das Konzept Köln-Rhein-Ruhr ist bereit, sodass nach einer finalen Entscheidung umgehend mit der Umsetzung begonnen werden kann.“