Der NRW-Ministerpräsident unterstrich im Kölner Gürzenich die Aufgabe Deutschlands, jüdisches Leben sicher und sichtbar zu machen.
Christlich-jüdische ZusammenarbeitWüst: „Wir dürfen nicht zulassen, dass Juden sich unsicher fühlen“

08.03.2026, Köln: Ministerpräsident Hendrik Wüst spricht ein Grußwort auf der Eröffnungsfeier der Christlich-Jüdischen Zusammenarbeit 2026. Foto: Uwe Weiser
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Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) hat am Sonntag bei der Eröffnungsfeier der Christlich-Jüdischen Zusammenarbeit die Aufgabe Deutschlands unterstrichen, jüdisches Leben sicher und sichtbar zu machen. „Antisemitismus nimmt seit dem Überfall der Hamas mehr Platz in unserer Gesellschaft ein. Wir dürfen nicht zulassen, dass Juden sich unsicher fühlen“, so Wüst. Er ergänzte: „Deutschland ist ein vielfältiges Land – und das soll so bleiben.“
Auch Oberbürgermeister Torsten Burmester (SPD) sprach ein Grußwort. Er betonte die Bedeutung des christlich-jüdischen Dialogs in Anwesenheit des Kölner Kardinals Rainer Maria Woelki, der Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland, Kirsten Fehrs, und des Vizepräsidenten des Zentralrats der Juden, Abraham Lehrer.
Auszeichnung für Verdienste um Verständigung
Für seine Verdienste um Verständigung im interreligiösen Kontext wurde dem Judaisten Christian Rutishauser die Buber-Rosenzweig-Medaille verliehen. In seiner Laudatio würdigte Christoph Markschies, Theologe und Präsident der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften, den christlich-jüdischen Einsatz des Schweizer Jesuiten.
Rutishauser zeige, wie man durch gute Theologie das Gewaltpotenzial reduziere und wie man entschlossen dem Antisemitismus einen Riegel vorschiebe, sagte Markschies. Er arbeite mit Theologie und Gesprächen Schulter an Schulter gegen Antisemitismus. Damit bezog sich Markschies auf das Jahresthema der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit 2026: „Schulter an Schulter miteinander“.
Frühere Träger der Medaille sind unter anderen die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel, der Schriftsteller Navid Kermani und der Sportverband Makkabi Deutschland. (kna)

