Abo

UmfrageEltern sprechen mit Mädchen weniger über Finanzen als mit Jungen

2 min

Ein Mädchen vor ihrem Sparschwein

Köln – Eltern sprechen mit ihren Söhnen häufiger über Finanzen als mit ihren Töchtern. Wie eine repräsentative Umfrage der Deka Bank ergeben hat, thematisiert insgesamt rund ein Viertel von ihnen Sparformen wie das Sparbuch im Gespräch mit Jungen. Bei Mädchen ist es dagegen nur ein Fünftel. Darüber hinaus wird Söhnen (37 Prozent) häufiger als Töchtern (31 Prozent) empfohlen, Geldanlagen mit starker Rendite zu wählen. „Die Daten könnten ein Hinweis darauf sein, dass der Gendergap beim Thema Finanzen bereits im Elternhaus beginnt, indem Jungen in der Gelderziehung anders behandelt werden als Mädchen“, sagt Holger Bahr, Leiter Volkswirtschaft bei der Deka.

In den vergangenen Jahren haben Studien immer wieder gezeigt, wie sehr der Umgang mit Finanzthemen sich im Erwachsenenalter je nach Geschlecht unterscheidet. Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband fand 2018 heraus, dass nur 12 Prozent aller Frauen Aktien besitzen – im Vergleich zu 24 Prozent bei den Männern. Bei einer Studie der Großbank UBS gaben 81 Prozent der Frauen an, dass ihr Partner sich besser mit Finanzen auskenne als sie.

Tipps von den Eltern

Die Deka, das Wertpapierhaus der Sparkassen, hat sich in ihrer Umfrage vor allem mit dem Einfluss des elterlichen Sparverhaltens auf die Kinder befasst. Auch im Erwachsenenalter holen die sich demnach noch Tipps bei ihren Eltern ab: Insgesamt hätten 41 Prozent aller Sparer in NRW in Finanzfragen bereits elterliche Hilfe angenommen. Wenn bereits die Eltern Wertpapierbesitzer sind, setzen auch die Kinder häufiger auf diese Anlageklasse: Bei ihnen liegt der Anteil der Wertpapierbesitzer mit 65 Prozent fast doppelt so hoch wie bei Kindern, deren Eltern keine halten (33 Prozent).

Auffällig ist, dass die Eltern bei Tipps an die eigenen Kinder meist auf Sicherheit setzen: 68 der Befragten gaben an, von ihnen gelernt zu haben, bei Geldanlagen keine Risiken einzugehen.

Das könnte Sie auch interessieren:

Holger Bahr warnt nun aber davor, beim Sparen genauso vorzugehen wie die Eltern. Die seien mit Zinsen und dem klassischen Sparbuch aufgewachsen. „Die Zinsen sind jedoch seit annähernd zehn Jahren faktisch abgeschafft und Corona wird die Niedrigzinsphase wohl bis Ende des Jahrzehnts verlängern.“ Er empfiehlt, stärker auf den Ertrag zu achten, um Ersparnisse zu vermehren. Nur 33 Prozent der Eltern nähmen dieses Thema in den Blick.