Umfrage in der RegionGold, Bitcoin, Haus – wie die Rheinländer ihr Geld anlegen

Die große KStA-Verbraucherstudie
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Köln – Die Möglichkeiten in der Corona-Krise Geld auszugeben sind begrenzt. Größere finanzielle Positionen wie etwa Urlaube waren in den vergangenen zwölf Monaten wenn überhaupt nur eingeschränkt möglich. Mode- und Schuhgeschäfte geschlossen, Möbelhäuser und Elektronikhändler ebenfalls – allenfalls eine Vorbestellung im Netz und Abholen sind neben dem reinen Onlinehandel erlaubt.
Hohe Kontostände
Nicht wenige blicken vor diesem Hintergrund derzeit auf erfreuliche Kontostände. Wie bewerten die Menschen in der Region, das Potenzial zu sparen? Können und wollen sie mehr auf die hohe Kante legen als im vergangenen Jahr? Und was ist ihnen dabei wichtig?
Das wollten wir von unseren Lesern wissen im Rahmen der ersten großen Wirtschafts- und Verbraucherstudie „WIR im Rheinland“ des „Kölner Stadt-Anzeiger“ und der „Kölnischen Rundschau“ mit Unterstützung der Sparkasse Köln-Bonn und der Kreissparkasse Köln, an der im Januar knapp 14.000 Menschen aus der Region teilgenommen haben.
Eines der zentralen Ergebnisse: Geldanlage in 2021 ist für eine klare Mehrheit der Befragten möglich. 17 Prozent geben an, dass sie mehr als im vergangenen Jahr zurücklegen wollen. Und insgesamt 40 Prozent gehen davon aus, dass ihr Erspartes den gleichen Umfang hat wie in 2020.
Dabei herrscht ein deutliches Sicherheitsbedürfnis. Für 93 Prozent steht Sicherheit bei der Geldanlage an erster Stelle.
Eine hohe Rendite wünschen sich die Verbraucher (84 Prozent) allerdings auch – obwohl durch das extrem niedrige Zinsniveau nennenswerte Erträge nur bei entsprechend höherem Risiko zu bekommen sind. Wiederum schnell verfügbar muss das Geld für 71 Prozent der Befragten sein. Nachhaltigkeit der Investments und Sozialverträglichkeit sind für 63 Prozent bei der Wahl der Anlageform von Bedeutung. Interessant auch: Nachhaltigkeit und Sozialverträglichkeit haben in Köln und Bonn eine höhere Bedeutung im Vergleich zu Kreisen des Umlandes.
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Die Möglichkeit des Sparens nimmt erwartungsgemäß mit steigendem Haushaltsnetto-einkommen zu. Die Altersgruppe unter 30 Jahre gibt überdurchschnittlich häufig an, mehr Geld als in 2020 anlegen zu können.
Viele Banken und Sparkassen in Köln und der Region nehmen mittlerweile auch von vermögenden Privatkunden Strafzinsen. Eine Umschichtungen von Girokonto oder Sparbuch auf Wertpapiere in diesem Jahr ist für jede fünfte Person „gut vorstellbar“.
Gold nur mäßig attraktiv
Blickt man auf die Attraktivität der Anlagen insgesamt so rangieren Immobilien mit 60 Prozent auf dem ersten Platz. Die Nachfrage ist hier seit Jahren groß, das Angebot entsprechend knapp und hochpreisig.
Auf den nächsten Plätzen folgen Aktien und Fonds beziehungsweise Fondsanteile. Gold, in Krisen immer ein vermeintlich sicherer Hafen, landet nur im Mittelfeld. Bitcoin oder Kryptowährung sind bislang nur für kleine Gruppe attraktiv und liegt damit auf dem letzten Platz - noch hinter der klassischen Lebensversicherung, die aufgrund des Zinsniveaus in den vergangenen Jahren als Anlage deutlich an Attraktivität eingebüßt hat.



