Der Kölner Tanzbrunnen verkündet eine wichtige Änderung – und verspricht dadurch schnellere Abläufe bei Konzerten.
Kölner KonzertstätteTanzbrunnen stellt Zahlsystem um – das sind die Folgen für Besucher

Der Tanzbrunnen zieht jährlich mehrere hunderttausend Menschen an – wie hier bei der Weiberfastnacht 2025. (Archivbild)
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Der Tanzbrunnen schafft das Bargeld ab. „Liebe Tanzbrunnen-Gäste, ab sofort können Getränke und Speisen bei unseren Open-Air-Konzerten ausschließlich mit Karte bezahlt werden“, heißt es in einer Mitteilung in dem sozialen Netzwerk Facebook. Die Begründung: schnellere Abläufe, mehr Komfort und „ein kleiner Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit“.
Doch die Reaktionen zeigen: Die Entscheidung trifft nicht nur auf Zustimmung. Einige Kommentierende zweifeln am Nachhaltigkeitsargument. Der Verweis auf digitale Zahlungsströme wirke „weit hergeholt“, da auch Server und Terminals Energie verbrauchten. Dahinter vermuten einige eher eine Optimierung interner Prozesse als echte ökologische Motive.
Kartenzahlung im Tanzbrunnen löst Debatte um Bargeld aus
Andere kritisieren den Wegfall von Bargeld grundsätzlicher. Es gehe um finanzielle Selbstbestimmung und Datenschutz. Wieder andere fühlen sich schlicht ausgeschlossen: Menschen ohne Karte, ältere Besucher oder Personen mit Behinderung sehen sich benachteiligt. Auch praktische Gründe werden genannt – etwa die Sorge, Karten bei Großveranstaltungen zu verlieren oder keinen Überblick über Ausgaben zu behalten.
Gleichzeitig gibt es auch Zustimmung. Einige Menschen verweisen darauf, dass Kartenzahlung in der Lanxess-Arena, im Stadion oder im Ausland längst Standard sei. Sie loben schnellere Abläufe, weniger Wartezeiten und mehr Effizienz für Personal und Gäste. Für sie ist die Umstellung ein überfälliger Schritt – und die Aufregung ein „typisch deutsches Problem“.
Was sich sonst noch ändert im Tanzbrunnen
Zwischen diesen Polen tauchen auch Kompromissvorschläge auf: etwa Prepaid-Karten zum Erwerb im Tanzbrunnen, mit denen vor Ort bezahlt werden kann, oder einzelne Barkassen. Solange das nicht der Fall sei, kündigen einige Menschen an, der Veranstaltungsstätte fernzubleiben.
Die Entscheidung gegen Bargeld fällt in eine Phase umfassender Veränderungen am Tanzbrunnen. Seit dem Ende der Open-Air-Saison 2025 wird das Gelände grundlegend saniert. Bühne, Technik, Platzflächen und Schirme werden erneuert. Die Stadt Köln als Eigentümerin reagiert damit auf den nicht mehr zeitgemäßen Zustand des denkmalgeschützten Areals. Rund 13,6 Millionen Euro sind für die Modernisierung eingeplant.
