Eigentlich dürfen russische Flugzeuge nicht in EU-Staaten fliegen. Es gibt aber Ausnahmen.
Trotz EU-VerbotsRussische Regierungsmaschine am Flughafen Köln/Bonn gelandet

Ein Flugzeug auf einer Landebahn am Flughafen Köln/Bonn. (Archivfoto)
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Eine Iljuschin Il-96-300 ist am Mittwochmorgen (16. September) auf dem Flughafen Köln/Bonn gelandet. Dabei handelt es sich um eine russische Regierungsmaschine. Der Grund war zunächst unklar. Eigentlich dürfen russisch registrierte Flugzeuge wegen der geltenden Sanktionen nicht mehr in EU‑Staaten fliegen. Es muss also eine Ausnahme oder Genehmigung vorgelegen haben.
Russische Regierungsmaschine Iljuschin Il-96-300 am Flughafen Köln/Bonn
Eine Pressesprecherin des Flughafens Köln/Bonn erklärte auf Nachfrage des „Kölner Stadt-Anzeiger“, sie könne keine Angaben zu dem Vorgang machen, da es sich um einen militärischen Flug handele. Die Flugroute sei zwar bekannt und auch öffentlich einsehbar, ob die Maschine aber in Köln/Bonn gelandet sei, wollte man nicht kommentieren. Auch Auskünfte über den Grund des Stopps in Köln/Bonn konnte die Presseabteilung nicht erteilen.
Die Bundespolizei wollte den Halt der russischen Maschine am Flughafen Köln/Bonn ebenfalls „weder bestätigen, noch dementieren“, erklärte ein Pressesprecher auf Nachfrage. Weitere Angaben wurden nicht gemacht.
Russischer Regierungsflieger mit langem Umweg von Moskau nach Köln
Die Iljuschin Il-96-300 trägt das Kennzeichen RA-96018 und hatte den Airport Moskau-Wnukowo am Mittwochmorgen gegen 7 Uhr verlassen, wie auf Flightradar nachzuverfolgen ist. Der direkte Weg über Polen blieb dem Flieger der Moskauer Regierung verwehrt, weshalb zunächst Sankt Petersburg angesteuert wurde.

Der russische Regierungsflieger Iljuschin Il-96-300 musste aufgrund des EU-Verbots einen weiten Umweg nach Köln fliegen.
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Anschließend flog die Regierungsmaschine am Finnischen Meerbusen entlang, bis sie sich schließlich auf Höhe der Rügener Halbinsel Wittow erstmals über deutschem Staatsgebiet befand. Laut Website flightradar24.com erreichte sie dann um 9.43 Uhr das Ziel am Flughafen Köln/Bonn. Auf Fotos von ANC-News ist die Landung der Maschine am Köln-Bonner Airport Köln/Bonn zu sehen.
Wahrscheinlicher Grund für russischen Regierungsflieger in Köln/Bonn
Während ein offizieller Grund für den Stopp der Iljuschin Il-96 in Köln/Bonn zunächst nicht bekannt war, liegt die Vermutung nahe, dass der Flieger die Mitarbeitenden des russischen Konsulats in Bonn abholen soll. Die Bundesregierung hatte die Schließung des Generalkonsulats für den 18. September angekündigt, als Gegenmaßnahme für den versuchten Drohnenanschlag am Flughafen Leipzig/Halle.
Russische Flugzeuge dürfen EU-Staaten seit Beginn des Ukraine-Kriegs nicht mehr anfliegen. Es gibt jedoch Ausnahmen, etwa für humanitäre Missionen, spezielle Termine auf Regierungsebene oder andere dringend notwendige Flüge.
