Sieben Angeklagte stehen seit Montag vor dem Kölner Landgericht. Sie sollen an dem Raub von 350 Kilogramm Marihuana beteiligt gewesen sein.
Video als wichtiges Beweisstück„Kölner Drogenkrieg“ – Angeklagte schweigen zum Prozessauftakt

Köln: Ein Angeklagter steht am Montag (5. Oktober) neben den Verteidigern im Gerichtssaal. Der Raubüberfall in einer Hürther Lagerhalle gilt als Auslöser einer massiven Gewaltspirale, die als „Kölner Drogenkrieg“ bekannt wurde.
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Lösten diese Männer den „Kölner Drogenkrieg“ aus? Seit Montag müssen sich sieben Angeklagte vor dem Kölner Landgericht verantworten. In unterschiedlicher Tatbeteiligung sollen sie an dem Raub von 350 Kilogramm Marihuana aus einer Lagerhalle in Hürth beteiligt gewesen sein. Der mutmaßliche Drogenboss Sermet A. soll danach versucht haben, die Drogen wiederzuerlangen. Es folgte eine beispiellose Gewaltserie mit Geiselnahmen, Folterungen und Explosionen in der Stadt.
Sieben Angeklagte schweigen zum Prozessauftakt
Alle Beschuldigten schwiegen zum Prozessauftakt in Saal 210 des Kölner Justizgebäudes. Mehrere Angeklagte sitzen bereits seit Dezember vergangenen Jahres in U-Haft. Sie sollen im Juni 2024 von einer Lieferung von 700 Kilogramm Marihuana Wind bekommen und beschlossen haben, sich die Drogen anzueignen. Laut Anklage sollen sie den Lagerort – eine Halle in Hürth – ausgekundschaftet haben. Drei Angeklagte hätten diese dann mit einer Maschinenpistole bewaffnet gestürmt.

In dieser Lagerhalle in Hürth wurden die Männer gefesselt und misshandelt
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Der Bewacher der Drogen sei getreten und gefesselt worden, dann sollen die Täter ihm den Lauf der Maschinenpistole in den Mund gesteckt haben. Etwa die Hälfte des in der Halle gelagerten Marihuana sollen die Angeklagten dann in einen weißen Transporter verfrachtet und zunächst zu einer Werkstatt in Godorf gebracht haben. Der Plan der mutmaßlichen Bande sei es gewesen, die erlangten Drogen gewinnbringen weiterzuverkaufen, erklärte Staatsanwältin Stefanie Steeger.
Brisantes Video gilt als wichtiges Beweisstück
Die Hintergründe des Drogenraubs waren viele Monate unklar, auch über den Verbleib des Marihuanas ist nichts bekannt. Die Angeklagten gerieten offenbar durch ein brisantes Video in den Fokus. Einer der Beschuldigten soll hier Ross und Reiter benannt haben. Diese Aussagen habe sein Mandant unter Zwang getätigt, erklärte am Rande des Prozesses aber Verteidiger Thomas Koll. Er kündigte in der Hauptverhandlung an, der Verwertung der Aufnahmen zu widersprechen.
Ohne das Video sei die Beweislage ziemlich dünn, ließ der Anwalt verlauten. Es dürfte also auf einen langwierigen Indizienprozess hinauslaufen. Die 8. Große Strafkammer unter Vorsitz von Stephan Aderhold hat bereits 17 Prozesstage bis in den Januar angesetzt. Parallel läuft im Landgericht das Mammut-Verfahren gegen den mutmaßlichen Drogenboss Sermet A. weiter. A. muss sich seit Dezember vor Gericht verantworten. Ein Urteil könnte noch in diesem Jahr fallen.
