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150 aus 150Friedrich Carl von Oppenheim setzte sich für die europäische Bewegung ein

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Archivbild von Bankier Friedrich Carl von Oppenheim

Von 1949 bis 1977 hatte der „kölsche Europäer“ den Vorsitz des Kreisverbandes der Europa-Union inne.

Der Bankier war von 1958 bis 1973 Präsident der Deutschen Sektion der Europa-Union.

Zum 150. Geburtstag des Kölner Stadt-Anzeiger stellen wir jeden Tag eine bedeutende Kölner Persönlichkeit vor. Im 110. Teil der Serie geht es um den Bankier Friedrich Carl von Oppenheim.

Bedeutung

Der Bankier Friedrich Carl Freiherr von Oppenheim war einer der herausragenden Vertreter der europäischen Bewegung. Im Ersten Weltkrieg meldete er sich als 16-Jähriger freiwillig zum Militärdienst. Nach dem Krieg holte er sein Abitur nach und erlernte in New York und São Paulo das Bankfach. 1929 trat er als Teilhaber in das familiengeführte Bankhaus ein. Nach der Machtübertragung an die Nationalsozialisten 1933 erlitten Bank und Teilhaber aufgrund der jüdischen Herkunft der Gründergenerationen Repressalien und Ausgrenzung.


Friedrich Carl von Oppenheim

Geboren: 5. Oktober 1900 in Köln

Gestorben: 22. November 1978 in Köln


Oppenheim machte kein Hehl aus seiner Ablehnung des Nationalsozialismus. Seit 1938 überwachte ihn die Gestapo, er konnte aber für Geschäfte ins Ausland reisen. Dies nutzte er, um 1940 elf Personen der befreundeten jüdischen Familien Griessmann und Lissauer die Flucht von Amsterdam nach Spanien zu ermöglichen. Er unternahm auch mehrfach Versuche, Juden vor der Deportation zu retten. Wenige Wochen nach dem Attentat vom 20. Juli 1944 verhaftete ihn die Gestapo.

In Landshut inhaftiert, wurde er am 1. Mai 1945 von den US-Truppen befreit. Nach dem frühen Tod seines älteren Bruders Waldemar 1952 leitete Oppnheim die Bank als Seniorchef. In der Spitze war er Mitglied in 35 Aufsichtsräten. Die Erfahrungen aus der Diktatur veranlassten ihn, sich vehement für die europäische Einigung einzusetzen. Von 1958 bis 1973 war er Präsident der Deutschen Sektion der Europa-Union.

Wirken in Köln

Oppenheim besuchte das Gymnasium Kreuzgasse. Von 1949 bis 1977 hatte der „kölsche Europäer“ den Vorsitz des Kreisverbandes der Europa-Union inne. Er war von 1961 bis 1977 Präsident des Kölner Renn-Vereins und begründete den „Preis von Europa“, den höchstdotierten Rennpreis Deutschlands im Pferdesport. Den Kölner Tennis- und Hockey-Club Stadion Rot-Weiß leitete er von 1946 bis 1971.

Bemerkenswert

Die Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem ehrte Friedrich Carl von Oppenheim 1996 als „Gerechten unter den Völkern“. Der passionierte Skatspieler wurde 1952 zum Honorarkonsul von Brasilien ernannt. Sein Spitzname lautete „Sunny“.

Spuren in der Stadt

Seine Grabstätte befindet sich auf dem Friedhof Melaten.


Der Autor der 150 Kölner Persönlichkeiten ist Dr. Ulrich S. Soénius. Der Historiker und Direktor der Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln (RWWA) hat als Mitherausgeber des Kölner Personenlexikons (2008) über 630 Biographien für das Standardwerk zur Kölner Geschichte verfasst.