Der zweitälteste Sohn des ersten deutschen Bundeskanzlers folgte seinem Vater in die Kölner Politik und prägte die Stadtentwicklung.
150 aus 150Max Adenauer prägte den Wiederaufbau Kölns

Dr. Max Adenauer, ehemaliger Kölner Oberstadtdirektor. (Archivfoto)
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Zum 150. Geburtstag des Kölner Stadt-Anzeiger stellen wir jeden Tag eine bedeutende Kölner Persönlichkeit vor. Im 40. Teil der Serie geht es um den Politiker Max Adenauer.
Bedeutung
Max Adenauer studierte Jura in Freiburg, München und Köln, wo er 1936 promovierte. Anschließend besuchte er für ein Jahr die USA und arbeitete dann bei der Klöckner-Werke AG in Duisburg. Im Zweiten Weltkrieg war er Offizier. 1945 wurde er Prokurist bei Klöckner-Humboldt-Deutz. Der Stadtrat wählte den zweitältesten Sohn des ehemaligen Oberbürgermeisters und späteren Bundeskanzlers Konrad Adenauer 1948 zum Beigeordneten für Wirtschaft und Verkehr sowie 1953 zum Nachfolger seines Onkels Willi Suth zum Oberstadtdirektor.
Als Chef der Verwaltung achtete das CDU-Mitglied streng auf Fakten, nicht auf Parteipolitik. Nachdem die SPD in der Kommunalwahl 1964 die absolute Mehrheit errungen hatte, fürchtete Adenauer eine „Einmauerung“ bei Personalentscheidungen, verzichtete 1965 auf die sichere Wiederwahl und wechselte bis 1979 als Vorstandsmitglied zur Rheinisch-Westfälischen Boden-Credit-Bank AG (Rheinboden). Versuche, ein Landtags- oder Bundestagsmandat zu erlangen, scheiterten.
Max Adenauer
Geboren: 21. September 1910 in Köln
Gestorben: 6. Januar 2004 in Köln
Wirken in Köln
Adenauer prägte entscheidend den Wiederaufbau Kölns zur Wirtschafts- und Kulturmetropole. Er forcierte den Ausbau des Niehler Hafens, sorgte für die Instandsetzung von Straßen, Brücken und öffentlichen Bauten. Er war auch engagierter Förderer des Flughafenausbaus und der Ansiedlung der Deutschen Lufthansa in Köln. Der Wiederaufbau der historischen Altstadt war ihm ebenfalls ein Anliegen. 1954 war er maßgeblich beteiligt am Wechsel der Universität aus städtischer Trägerschaft zum Land NRW. Von 1969 bis 1975 war Adenauer Mitglied des Rats der Stadt Köln.
Bemerkenswert
1944 setzte sich Max Adenauer erfolgreich für die Freilassung seines Vaters aus der Gestapo-Haft ein. Der Vater von vier Töchtern reiste in zahlreiche Länder und war Mitglied in mehreren Vereinen zur internationalen Verständigung. Angetan hatte es ihm die Insel Island. 1980 ernannte ihn die Republik Island zum Honorarkonsul. Als Oberstadtdirektor untersagte er aus Lärmgründen Werbeflugzeuge über der Stadt.
Spuren in der Stadt
Auf der Konsole unterhalb der Figur von Jacques Offenbach am Ratsturm ist Adenauers Konterfei zu sehen. Seine Grabstätte befindet sich auf dem Friedhof Melaten.
Der Autor der 150 Kölner Persönlichkeiten ist Dr. Ulrich S. Soénius. Der Historiker und Direktor der Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln (RWWA) hat als Mitherausgeber des Kölner Personenlexikons (2008) über 630 Biographien für das Standardwerk zur Kölner Geschichte verfasst.
