Der Erfinder brachte die motorisierte Welt mit seinem Otto-Motor weit nach vorn. Er gründete den Vorläufer der Deutz AG.
150 aus 150Nicolaus Otto gründete die erste Motorenfabrik der Welt

Nicolaus August Otto. (Archivfoto)
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Zum 150. Geburtstag des Kölner Stadt-Anzeiger stellen wir jeden Tag eine bedeutende Kölner Persönlichkeit vor. Im 71. Teil der Serie geht es um den Erfinder Nicolaus August Otto.
Bedeutung
Mit dem von Nicolaus August Otto erfundenen Viertakt-Prinzip begann die Motorisierung der modernen Welt. Otto stammte aus einer Land- und Gastwirtsfamilie. Nach der Schule absolvierte er eine kaufmännische Lehre. Anschließend war er für Handelsfirmen als Vertreter unterwegs. Seit 1860 experimentierte Otto in Köln mit Motoren, 1861 reichte er sein erstes Patent ein. Seine Versuche brachten ihn an den Rand des Ruins.
Der Zufall führte Otto mit dem Unternehmer und Techniker Eugen Langen zusammen, der Ottos Potenzial erkannte, ihn unterstützte und mit ihm 1864 die erste Motorenfabrik der Welt gründete, die Vorläuferin der heutigen Deutz AG. Otto entwickelte den atmosphärischen Motor des Franzosen Étienne Lenoir weiter. 1866 erhielt er dafür ein Patent, auf der Pariser Weltausstellung 1867 die Goldmedaille. Otto und Langen beschlossen die Serienfertigung des Gasmotors und errichteten dafür 1869 in Deutz eine Fabrik.
Otto entwickelte dort nebenher das Viertakt-Prinzip für den Verbrennungsmotor: Ansaugen, Verdichten, Verbrennen und Ausstoßen. Seit der Patentierung 1876 und der Produktionsaufnahme vermarktete Langen das neue Produkt unter dem Namen „Ottomotor“. Andere machten Otto die Erfindung streitig, was zur Aberkennung der Patente noch zu Lebzeiten führte.
Nicolaus August Otto
Geboren: 10. Juni 1832 in Holzhausen
Gestorben: 26. Januar 1891 in Köln
Wirken in Köln
Otto erwarb 1882 am Heumarkt, Ecke Geyergasse, zwei Häuser, die er abreißen ließ. Der imposante Eckneubau, der nicht der Architektur der Umgebung entsprach, löste in der Stadt Diskussionen aus.
Bemerkenswert
1858 lernte Otto beim Karneval in Köln Anna Gossi, Tochter eines Kettenfabrikanten, kennen. Bis zur Heirat vergingen zehn Jahre, da Otto erst ein geregeltes Einkommen nachweisen musste. Otto war bis zu seinem Lebensende ein Eigenbrötler, der mit dem städtischen Bürgertum nicht vernetzt war.
Spuren in der Stadt
Der Ottoplatz in Deutz ist nach ihm benannt, ebenso Straßen in Ehrenfeld, Lövenich und Porz/Eil sowie ein Berufskolleg in Deutz. Seine Grabstätte befindet sich auf dem Melatenfriedhof. Ottos Nachlass wird im Rheinisch-Westfälischen Wirtschaftsarchiv aufbewahrt. Die Deutz AG verleiht jährlich einen Nicolaus-August-Otto-Award an Visionäre.
Der Autor der 150 Kölner Persönlichkeiten ist Dr. Ulrich S. Soénius. Der Historiker und Direktor der Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln (RWWA) hat als Mitherausgeber des Kölner Personenlexikons (2008) über 630 Biographien für das Standardwerk zur Kölner Geschichte verfasst.
