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150 aus 150Wolf Vostell war Mitbegründer der Künstlergruppe Fluxus

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Archivbild vom 24. September 1992 zeigt den Aktionskünstler Wolf Vostell.

Der Maler und Grafiker Wolf Vostell im September 1992.

In Köln schuf der Künstler 1969 die Aktionsplastik „Ruhender Verkehr“ auf dem Hohenzollernring, die aus einem vollständig einbetonierten Pkw besteht.

Zum 150. Geburtstag des Kölner Stadt-Anzeiger stellen wir jeden Tag eine bedeutende Kölner Persönlichkeit vor. Im 112. Teil der Serie geht es um den Künstler Wolf Vostell.

Bedeutung

Wolf Vostell war weltweit bekannt für seine Happening-Kunst. 1950 begann er in Köln eine dreijährige Ausbildung als Fotolithograf und studierte anschließend bis 1957 in Wuppertal, Paris und Düsseldorf. 1958 gestaltete er das erste Happening in Europa und nahm als Erster Fernsehapparate in Kunstwerke auf. Er entwickelte die Kunstform der „dé-coll/age“. Dabei veränderte er alltägliche Konsumgegenstände. Was mit Plakatabrissen begann, setzte sich in Performances fort, vielfach in öffentlichen Räumen.


Wolf Vostell

Geboren: 14. Oktober 1932 in Leverkusen

Gestorben: 3. April 1998 in Berlin


1962 gründete er die Künstlergruppe Fluxus mit, die die Grenzen der klassischen Kunstgattungen überwinden wollte. Vostell nutzte Videomaterial und kombinierte Verwischung, Siebdruck und Sprühdosenfarbe auf Leinwandfotos. Er erklärte „das Leben zur Kunst“ und setzte sich mit dem Holocaust sowie politischen Themen auseinander, so 1967 mit dem Krieg in Vietnam. 1981 fuhr der von ihm organisierte Fluxus-Zug als „mobiles Museum“ durch Deutschland. NRW widmete ihm 1992 eine auf fünf Städte verteilte Gesamtwerkschau.

Wirken in Köln

1961 deklarierte Vostell im Happening „Cityrama“ Kölner Straßen und Bauwerke zu Zufallskunstwerken. In diesem Jahr fand auch seine erste deutsche Einzelausstellung in der Galerie Lauhus statt. Mit dem Komponisten Mauricio Kagel gründete er 1968 das „Labor zur Erforschung akustischer und visueller Ereignisse“. 1971 zog er nach Berlin.

Vorher hatte er die Idee eines Museums entlang der Hohenzollernbrücke in Form einer Luftröhre veröffentlicht. Für Hansgünther Heymes Inszenierung des „Hamlet“ entwarf er 1979 das Bühnenbild, in dem Schauspieler mit TV-Geräten und Kameras agierten. 1992 gestaltete er unter dem Titel „Rheingold“ eine Seite für den „Express“. Dabei veränderte er beim Druckprozess die Seite mit Zusatzfarben, sodass tausendfache Unikate entstanden.

Bemerkenswert

Durch seine Frau Mercedes kam Vostell nach Spanien, wo heute ein eigenes Museum in Malpartida de Cáceres seine Werke zeigt.

Ruhender Verkehr ist eine Aktionsplastik auf dem Kölner Hohenzollernring, die im Jahre 1969 von Wolf Vostell geschaffen wurde. Sie besteht aus einem vollständig einbetonierten Pkw, dessen Konturen grob vereinfacht erhalten blieben

„Ruhender Verkehr“ ist eine Aktionsplastik auf dem Kölner Hohenzollernring, die im Jahre 1969 von Wolf Vostell geschaffen wurde. Sie besteht aus einem vollständig einbetonierten Pkw, dessen Konturen grob vereinfacht erhalten blieben. (Archivbild)

Spuren in der Stadt

Viel diskutiert und inzwischen zu einem Wahrzeichen geworden ist Vostells 1969 von ihm vor laufender Kamera in Beton gegossener Opel Kapitän, der als „Ruhender Verkehr“ auf dem Hohenzollernring steht.


Der Autor der 150 Kölner Persönlichkeiten ist Dr. Ulrich S. Soénius. Der Historiker und Direktor der Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln (RWWA) hat als Mitherausgeber des Kölner Personenlexikons (2008) über 630 Biographien für das Standardwerk zur Kölner Geschichte verfasst.