Schon Mitte Juni wird die B265 zwischen Gemünd und Wolfgarten gesperrt, weil eine Stützwand neu gebaut und ein Hang gesichert werden muss.
Zweieinhalb Monate gesperrtAbgängiger Hang an der B265 bei Gemünd muss gesichert werden

Halbseitig ist die Bundesstraße 265 schon seit dem vergangenen Jahr gesperrt.
Copyright: Wolfgang Kirfel
Weil eine Böschung abzurutschen droht, ist die Bundesstraße 265 im Dürener Berg zwischen Gemünd und Wolfgarten schon seit April vergangenen Jahres halbseitig gesperrt. Eine Ampelanlage regelt seitdem den Verkehr. In rund drei Wochen wird die Straße für zweieinhalb Monate – vom 15. Juni bis zum 31. August – komplett gesperrt. Das bestätigte Torsten Gaber vom Landesbetrieb Straßen NRW, Regionalniederlassung Ville-Eifel in Euskirchen, auf Anfrage.

Die Stützwand unterhalb der Straße ist durch Wurzeln der Bäume geschädigt und wird erneuert.
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In der Straße hatten sich im vergangenen Jahr tiefe Löcher zwischen dem Belag und der Böschung aufgetan, weil ein Teil des Hangs im Seitenbereich der Straße abgesackt war. Die Schäden waren im Rahmen der regelmäßigen Kontrollen aufgefallen. Ein Riss im Straßenrand war danach weiter aufgegangen. Deshalb war die B265 auf einem rund 200 Meter langen Streckenabschnitt halbseitig gesperrt worden.
Die Stützwand unterhalb der Straße ist von Wurzeln der Bäume geschädigt und ebenfalls abgängig. Der gesamte Bereich war nach Angaben von Bauleiter Andreas Thelen im Vorfeld vermessen worden. Das Absacken des Hangs sei ein Stück weit auch der früheren Bauweise geschuldet. Der Fels sei seinerzeit für den Bau der Straße aus dem Hang rausgebrochen und an der Talseite wieder eingebaut worden. Vor allem steile Böschungen könnten bei der Bauweise bei Starkregen ins Rutschen geraten. Zudem seien Lastwagen schwerer und die Belastungen damit größer geworden.
Acht Bohrkerne von der Straße und dem Untergrund genommen
Mit einer speziellen Maschine waren acht Bohrkerne von der Straße und dem Untergrund genommen worden. Mit ihrer Hilfe wurde festgestellt, in welcher Tiefe man auf festen Fels stößt. Der Fels soll für eine Rückverankerung genutzt werden. „Die Stützwand wird neu gebaut und der Hang gesichert“, erklärte Gaber. Details zu der Maßnahme würden in einer Pressemitteilung in der kommenden Woche veröffentlicht. Der Verkehr solle weiträumig umgeleitet werden.

Zwischen der abgängigen Böschung und der Straße sind an mehreren Stellen Löcher zu sehen.
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Die Stadt Schleiden ist von der Vollsperrung der Bundesstraße gleich in mehrfacher Hinsicht betroffen. „Der Schulbusverkehr für Wolfgarten muss über Düttling, Bleibuir und Voißel umgeleitet werden“, erklärte Bürgermeister Ingo Pfennings auf Nachfrage.
Auch der touristische Verkehr ist betroffen. „Da befinden wir uns noch in Gesprächen mit dem Kreis“, so der Bürgermeister. Klar ist, dass das Kloster Mariawald und die Rurtalsperre in Schwammenauel in der Zeit nur noch über Düttling und Schmidt erreichbar sind. Die Mariawalder Straße zwischen Heimbach und Abtei ist ja schon seit dem vergangenen Jahr gesperrt.
Veränderungen beim Rurtalbus und der MiKE-Linie 895
Wie Kreissprecher Sven Gnädig mitteilt, wird die Linie 814 (Kermeter-Shuttle) von Gemünd bis zur Urfttalsperre in diesem Jahr nicht mehr betrieben. Das habe aber nichts mit der Sperrung zu tun. Von der Sperrung seien die ÖPNV-Linien 231 (Rurtalbus von Froitzheim über Heimbach, Gemünd nach Schleiden) und 895 (MiKE-Linie der RVK von Wolfgarten nach Gemünd) betroffen. MiKE ist ein Taxibusangebot und steht für „Mobil im Kreis Euskirchen“.
Der Rurtalbus werde aufgrund der weiten Umleitungsstrecke über Bleibuir und die Wallenthalerhöhe den Verkehr zwischen Wolfgarten, Gemünd und Schleiden unter der Woche einstellen. Die Verkehre enden und starten dann laut Gnädig in Wolfgarten. Der Schülerverkehr werde weiter durchgeführt.
An Samstagen und Sonntagen werden beim Rurtalbus jeweils drei Fahrten in beide Richtungen angeboten. „Das Fahrtenangebot wird somit zwar reduziert, aber ein touristisches Angebot am Wochenende wird weiterhin aufrechterhalten“, teilt Gnädig mit.
Vereinbarung mit der Feuerwehr der Stadt Heimbach geschlossen
Als Ersatz der wegfallenden Fahrten der Linie 231 werden auf dem Abschnitt Wolfgarten – Gemünd über die MiKE-Linie 895 die Taktlücken durch eine Erweiterung des MiKE-Fahrtenangebots aufgefüllt. Da auch die MiKE-Fahrzeuge von der Umleitung betroffen sind, verlängern sich die Fahrzeiten. Ein ÖPNV-Angebot zwischen Wolfgarten und Gemünd sei aber somit gegeben.
Auch Feuerwehr und Rettungsdienst sind betroffen. „Für die Feuerwehr ist das ein Riesenproblem. Deren Fahrzeuge müssen auch den Umweg über Bleibuir und Düttling nehmen, wenn sie einen Einsatz in Wolfgarten haben“, berichtete der Bürgermeister. Deshalb könnten die vorgeschriebenen Einsatzzeiten nicht mehr eingehalten werden. „Aus dem Grund haben wir mit der Stadt Heimbach eine Vereinbarung getroffen. Die Feuerwehr Heimbach rückt in der Zeit auch zuerst aus, wenn in Wolfgarten etwas passiert“, so Pfennings. Wegen der Sperrung der Mariawalder Straße müssen die Heimbacher aber auch den Umweg über Hergarten und Düttling nehmen.
Für den Rettungsdienst wird es nach Angaben von Gnädig auch eine Lösung geben. Für die Versorgung von Wolfgarten sei eine Kooperation mit dem Kreis Düren möglich.
