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Ein Kartenspiel für PaareCanasta sorgt für spaßige Rosenkriege

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Seit 30 Jahren regelmäßig am Kartentisch: Leo, Gerd, Rosi und Begoña Monz.

Köln – Mit verschmitzter Miene schiebt Rosi Monz fünf Joker rüber zu ihrem Mann Gerd, der sie ordentlich auf dem Tisch vor sich auslegt. Als er selber an der Reihe ist, kann er weitere zwei Joker dazulegen, oder Zweier, was auf dasselbe rauskommt. Fertig ist der Joker Canasta, eine aus sieben Jokern bestehende Kartenreihe.

Canasta ist ein Auslegekartenspiel: Ein Canasta sind sieben Karten desselben Werts. Wer die zusammenkriegt, bekommt Punkte, je mehr Canastas, je mehr Punkte. „Der Joker-Canasta bringt 1000 Punkte“ erklärt Leo Monz, Gerds Bruder, der zusammen mit seiner Ehefrau Begoña die familiäre Kartenrunde komplettiert.

Seit 30 Jahren treffen sich die vier Monz in Leverkusen-Schlebusch zum Canasta, alle vier Wochen, mal bei dem einen, mal bei dem anderen Ehepaar. Wer das Canasta-Virus eingeschleppt hat, daran kann sich beim besten Willen keiner der vier erinnern. Begoña, deren spanische Wurzeln den Verdacht aufkommen lassen, war es definitiv nicht. „Canasta ist zwar ein spanisches Wort und bedeutet Korb, aber wir haben zu Hause überhaupt nie Karten gespielt“, erinnert sich die zweifache Mutter.

Stets den Ablagestapel im Visier

„Wir haben halt etwas gesucht, was man als Ehepaar gemeinsam machen kann und sind irgendwie auf Canasta gekommen, “ sagt ihr Mann, Leo Monz. Canasta bietet sich einfach an, weil die Spielpaarungen von vornherein feststehen. Wie beim Bridge spielen die sich gegenüber Sitzenden zusammen.

Doch jetzt muss Leo Monz erst einmal schlucken, um die Vorlage von Bruder und Schwägerin zu verdauen. Joker-Canasta sind selten und gewagt, denn wenn der Partner es nicht schafft, die geforderte Zahl von sieben gleichen Karten zu ergänzen, sind die Joker im Zweifel vergeudet. Doch die heutigen Gastgeber haben einen Lauf. „Ich find’ das jetzt mal gut“, sagt Rosi und kichert als Gerd den Stapel zum wiederholten Mal aufnehmen darf.

Beim Canasta bekommt jeder Spieler 13 Karten. Es gibt einen Kartenstapel und einen Ablagehaufen. Jeder zieht reihum eine Karte, und legt auch eine ab.

Ziel ist es, den Ablagestapel an sich nehmen zu dürfen, um möglichst viele Karten auf der Hand zu haben. So ist die Auswahl größer und damit die Chance, ablegbare Reihen zu bilden. Möglichst viele gleiche Karten sind gut, im Spiel sind auch 14 Joker – 8 Zweier, sogenannte wilde Karten, und sechs Joker – die beliebig zum Ergänzen der siebenteiligen Reihen, den Canastas, benutzt werden können.

Hoher Unterhaltungswert

Beim Auslegen gilt aber, dass mehr reine Karten als Joker für eine Reihe benutzt werden müssen, es sei denn, man wagt sich an den Joker-Canasta, an dem Leo und Begoña noch immer zu knabbern haben. „Wir können jetzt nichts machen“, sagt Leo resigniert, und muss zusehen, wie sein Bruder eine Reihe nach der anderen auf dem Holztisch ausbreitet.

Das Spiel gibt sehr viele Punkte, Rosi und Gerd haben diese Runde fett gewonnen und die Gewinnpunktzahl von 5000 Punkten schon nach dem vierten Spiel erreicht. „Das Schöne am Canasta ist, dass man sich herrlich in die Wolle kriegen kann beim Nachkarten“, sagt Leo. „Wichtig ist eben darauf zu achten, welche Karten man abgibt. Da muss man aufpassen, um den Gegnern möglichst nicht in die Hände zu spielen.“

Dass die vier sich nach 30 Jahren Nachkartens immer noch regelmäßig treffen, scheint ein gutes Zeichen zu sein – für die Ehen und den Unterhaltungswert des Spiels.