Neben dem CO2-Fußabdruck gibt es den Handabdruck. Ein Experte erklärt, warum dieser für den Klimaschutz noch wichtiger sein kann.
Klimaschutz mit Hand und FußExperte erklärt den Unterschied von Fuß- und Handabdruck

Schon mal vom CO2-Handabdruck gehört? Er zeigt, welche Auswirkungen individuelle Handlungen auf die Klimabilanz anderer Menschen haben.
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Ob man weniger Kleidung erwirbt, sich vegetarisch ernährt oder im Garten eine Blumenwiese anlegt – die Optionen für einen Beitrag zum Klimaschutz sind vielfältig. Die Effektivität jeder einzelnen Handlung ist jedoch unterschiedlich. Im täglichen Leben ist es eine Herausforderung, die wirkliche Auswirkung von Entscheidungen zu bewerten. Sogenannte CO2-Rechner bieten hier eine Hilfestellung, indem sie die Emissionen von Treibhausgasen durch die persönliche Lebensweise ermitteln und Potenziale zur Einsparung aufzeigen.
Michael Bilharz vom Umweltbundesamt (UBA) erläutert dazu: „Bei Klimaschutzthemen werden einzelne Maßnahmen oft emotional aufgeladen. CO2-Rechner haben da einen zentralen Mehrwert. Sie können quantitativ zeigen, was für den Klimaschutz wichtig ist und was weniger wichtig ist - ohne dabei zu moralisieren“. Abseits des geläufigen CO2-Fußabdrucks existiert zudem der CO2-Handabdruck. Beide Ansätze betrachten das individuelle Engagement für das Klima aus verschiedenen Blickwinkeln.
Der CO2-Fußabdruck: Konzept und Limitierungen
Bilharz definiert den Begriff wie folgt: „Der persönliche CO2-Fußabdruck fasst alle Treibhausgas-Emissionen zusammen, die weltweit durch meinen Konsum verursacht werden“. Das Verfahren verdeutlicht, an welchen Stellen und in welchem Umfang eine Person durch ihr Verhalten CO2-Reduktionen erzielen könnte. Ein entsprechendes Berechnungswerkzeug stellt das Umweltbundesamt auf seiner Internetseite des „UBA“ zur Verfügung.
Allerdings sei eine Differenzierung wesentlich, wie Bilharz betont: „Der persönliche CO2-Fußabdruck ist nicht gleichzusetzen mit einer persönlichen Verantwortungszuschreibung. Denn Verantwortung setzt Wissen und entsprechende Handlungsmöglichkeiten voraus“. Die Höhe der Emissionen wird ebenso von weiteren Beteiligten beeinflusst, beispielsweise von Produzenten oder politischen Entscheidungsträgern.
Zusätzlich stößt die Methode an ihre Grenzen. „Der Fußabdruck unterschätzt etwa das persönliche Wirkpotenzial, wenn ich eine Maßnahme initiiere, die mehrere Menschen betrifft“, sagt Bilharz. Er illustriert dies am Beispiel der Installation eines Sparduschkopfs: Bei einem Haushalt mit vier Personen bleibt die CO2-Einsparung der drei Mitbewohner im individuellen Fußabdruck unberücksichtigt. „Das blendet den größten Teil der Klimawirkung dieser Maßnahme aus“, fügt Bilharz hinzu. Genau hier setzt der CO2-Handabdruck an.
Der CO2-Handabdruck als Ergänzung mit Hebelwirkung
Der CO2-Handabdruck misst, welchen Einfluss das persönliche Verhalten auf die Klimabilanz von Dritten hat. Dies kann beispielsweise dadurch erfolgen, dass man Mitbewohner für Ökostrom gewinnt, im Unternehmen Vorschläge zur Energieeinsparung macht, für Klimaschutzinitiativen spendet oder sich politisch einsetzt.
„Mein Handabdruck entspricht also den CO2-Einsparungen, die ich bei anderen initiiere. Für die Klimawirkung gibt es hier nach oben keine Grenzen“, so Bilharz. In Zusammenarbeit mit anderen Personen können selbst geringfügige Aktionen zu Reduktionen führen, die den eigenen CO2-Fußabdruck um ein Mehrfaches übersteigen. Im Gegensatz dazu sind die Einsparungen beim persönlichen Fußabdruck limitiert, weil nur die aktuell verursachten Emissionen verringert werden können.
Fußabdruck und Handabdruck: Kein Gegensatz
„In der Klimabewegung ist es daher teils Mode zu sagen, der Handabdruck ist wichtiger als der Fußabdruck. Doch ich sehe da keine Konkurrenz, sondern eine Ergänzung“, äußert Bilharz. Er betont, dass beide Ansätze bedeutende Instrumente sind, die in ihrer Kombination das volle individuelle Wirksamkeitspotenzial offenlegen. „Es sind einfach Möglichkeiten auf verschiedenen Ebenen zu agieren“, schließt der Fachmann.
Zusammenfassend lässt sich festhalten: „Meinen Handabdruck kann ich nur vergrößern, wenn ich die Fußabdrücke von anderen Menschen reduziere.“ (dpa/red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.