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Köln ist Bienen-HauptstadtWas Sie für Wild- und Honigbienen in NRW tun können

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Bienenschutz in NRW

Auf einer Honigwabe tummeln sich zig Bienen.

Die Hälfte der Bienenarten in NRW ist bedroht. Was Sie mit Pflanzen, Wasser und Nisthilfen für die Tiere tun können.

Honig- und Wildbienen sind für das Ökosystem von entscheidender Bedeutung. Während erstere als Nutztiere vom Menschen gehalten werden, existieren letztere autonom. Bei ihrer Suche nach Nahrung in Form von Pollen und Nektar von diversen Blüten vollziehen sie die Bestäubung und gewährleisten so die pflanzliche Vermehrung. Einschätzungen, was für den Schutz von Wild- und Honigbienen in Nordrhein-Westfalen förderlich ist, geben der Imker Friedel Mirbach, Vorsitzender des Vereins zum Schutz der Wild- und Honigbienen Voreifel, Holger Sticht vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) NRW sowie ein Vertreter der Landwirtschaftskammer.

Registrierte Bienenvölker in den Metropolen von NRW

Für Bienenhaltungen existiert in Deutschland eine Anmeldepflicht. Angaben der Landwirtschaftskammer zufolge ist Köln mit 3.253 Völkern an 516 Standorten die Stadt mit der höchsten Dichte an gemeldeten Bienenvölkern. Auf den nachfolgenden Plätzen rangieren Dortmund, wo 2.923 Völker an 355 Standorten gezählt werden, und Bochum mit 2.431 Völkern an 295 Standorten. Die geringste Zahl weist Bonn mit 1.427 Bienenvölkern und 207 Standorten auf.

Bienenschutz in NRW

Imker Friedel Mirbach aus Bornheim stellt seinen Garten und seine Bienen vor.

Artenvielfalt und Gefährdungsstatus in Nordrhein-Westfalen

Nach Auskunft des Experten Holger Sticht belief sich die Zahl der Bienenarten in NRW ursprünglich auf 360. Allerdings ist die Datengrundlage veraltet. Das letzte offizielle Verzeichnis zur Artenerfassung, die Rote Liste für Bienen in NRW, wurde 2009 publiziert, was eine aktuelle Bewertung der Lage erschwert. Schon zu diesem Zeitpunkt wurde über die Hälfte aller Bienenarten als bedroht oder bereits verschwunden eingestuft.

Konkurrenz um Nahrung zwischen Honig- und Wildbienen

Die Landwirtschaftskammer schreibt: „Honigbienen und ihre Verwandten ergänzen sich, solange genügend Nahrung vorhanden ist“. Eine ähnliche Einschätzung vertritt Sticht. Ein genereller Wettbewerb existiere nicht, sondern entstehe erst bei einem unzureichenden Nahrungsangebot. In solchen Fällen seien insbesondere Wildbienen im Nachteil, weil ihre Nahrungssuche oft auf spezifische Blüten ausgerichtet ist. Der Verlust von Habitaten durch den Einsatz von Giften und die Zerstörung von Landschaften verschärft diese Problematik zusätzlich.

Erfolgreiche Initiativen zur Schaffung von Insektenhabitaten

Laut Sticht gibt es positive Beispiele. Seit einigen Jahren pflegen BUND-Gruppen städtische Gärten mit hoher Biodiversität, was zahlreichen Bienenarten zugutekommt. Er führt unter anderem die Naturoase Soest, den Naturerlebnisgarten Herten und den Naturerlebnisgarten Klettenberg (Köln) an.

Geeignete Pflanzen und Saatgut für den heimischen Garten

Um Bienen im eigenen Garten zu helfen, stellen laut Landwirtschaftskammer Pflanzen wie Lavendel, Thymian, Salbei oder Minze aus dem Supermarkt eine Option dar. Allerdings werden heimische Gewächse von den Insekten bevorzugt. Der BUND-Experte Sticht nennt hierzu Korbblütler, beispielsweise Margeriten oder Löwenzahn.

Von Saatgutmischungen hält Imker Mirbach wenig, da diese seiner Meinung nach für Bienen oft ungeeignet sind. Ein vollständiger Verzicht auf Zierpflanzen sei jedoch nicht nötig. Er merkt an: „Fünf Prozent dürfen auch für das Auge sein“. Für Ratschläge empfiehlt er die Kontaktaufnahme mit lokalen Bio-Stationen. Diese Gemeinschaften stünden als Anlaufstelle für Fragen zur Verfügung.

Nutzen und Bau von Insektenhotels

Sämtliche befragten Fachleute erachten Nisthilfen für Insekten als nützlich. Man könne in einen Holzstamm Löcher bohren, die bis zu acht Zentimeter tief sind und einen Abstand von drei bis zwei Zentimetern aufweisen. Die Landwirtschaftskammer rät: „Wände glätten, Bohrmehl ausklopfen“. Sticht legt zudem nahe, für das Insektenhotel einen vor Witterung und direkter Sonne geschützten Standort zu wählen.

Bienenschutz in NRW

Für Insekten und Wildbienen hat Friedel Mirbach ein großes Insektenhotel.

„Ich nehme Hartholz, damit sich die Bienen nicht verletzen können“, erläutert Mirbach mit Blick auf sein Insektenhotel in Bornheim. Er begründet dies damit, dass Weichhölzer wie Fichte oder Tanne beim Bohren splittern und so die Flügel der Insekten beschädigen könnten. Ergänzend merkt die Landwirtschaftskammer an, dass solche Nisthilfen lediglich von einem geringen Teil der Wildbienenarten angenommen werden.

Die Auswirkungen von Pestiziden und Kunstdünger

Sticht weist darauf hin, dass der Einsatz von Giften die Artenvielfalt der Insekten reduziert. Er rät außerdem dazu, auf die Verwendung von Kunstdünger zu verzichten.

Unterstützung für Bienen während Hitzewellen

Laut Sticht kann man Bienen an besonders warmen Tagen generell mit frischem Wasser unterstützen, auch wenn die Auswirkungen von Hitze je nach Art variieren. Er ergänzt, dass kleine Objekte wie Steine oder Zweige in einer Wasserschale als sichere Landeplätze und somit als gute Trinkhilfen dienen.

Bienenschutz in NRW

Die Bienenwaben sind mit reichlich Honig gefüllt.

Hobby-Imkerei in Nordrhein-Westfalen

Alle Fachleute stimmen überein, dass die Imkerei eine positive Freizeitbeschäftigung ist. Voraussetzung sei jedoch, dass sich Halter intensiv mit den Grundsätzen einer artgerechten und ökologischen Bienenhaltung befassen.

Die Imkerei fördert nach Ansicht von Mirbach zudem ein tieferes Verständnis für natürliche Kreisläufe. Er zitiert die Aussage eines anderen Imkers: „Ich brauche das, um runterzukommen.“

Mirbach rät Anfängern zur Teilnahme an Imker-Kursen, um einen erfolgreichen Einstieg zu gewährleisten. Entsprechende Angebote lassen sich in den Städten von NRW unkompliziert online über Imkerverbände und weitere Anbieter ausfindig machen.

Wichtige Aspekte für angehende Hobby-Imker

Die Bienenhaltung ist zeitintensiv. Die Landwirtschaftskammer betont, dass die Imkerei, wie jede andere Form der Tierhaltung auch, mit erheblichem Aufwand verbunden ist. Sticht schreibt dazu: „Eine gute Ausbildung macht Sinn“. Er fügt hinzu, dass jeder Bienenhalter zusätzlich ein Basiswissen über Wildbienen erwerben und deren Belange berücksichtigen sollte. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.