Bäume sind natürliche Klimaanlagen und Hotspots der Artenvielfalt. Sie schützen das Klima und verbessern das Stadtleben.
Mehr als nur SchattenspenderWie Bäume das Stadtklima verbessern und Arten schützen

Stadtbäume helfen, an heißen Tagen für etwas Kühlung zu sorgen. (Symbolbild)
Copyright: Christian Charisius/dpa
Bäume in der Stadt verschönern nicht nur das Bild von Betonlandschaften. Unabhängig vom Standort – ob urban, im Forst oder an einer Landstraße – erbringt jeder Baum eine bedeutende Leistung für den Schutz von Klima und Arten. Anlässlich des „Tages des Baumes“ an diesem Samstag fasst die Deutsche Presse-Agentur (dpa) die wichtigsten Aspekte zusammen. Laut der bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) in Freising gilt: „Wälder speichern langfristig Kohlenstoff in der Biomasse der Bäume, aber auch im Totholz und im Mineralboden“.
Die exakte Menge an gespeichertem Kohlenstoff variiert und wird von zahlreichen Faktoren wie dem Klima, der Baumgröße, der Spezies und dem Standort beeinflusst. Die LWF korrigiert zudem eine verbreitete Annahme: Bäume lagern nicht unmittelbar das Treibhausgas Kohlendioxid (CO2) ein. Vielmehr nutzen sie für die Bildung von Biomasse ausschließlich den Kohlenstoff (C) und geben den Sauerstoff (O2) wieder in die Umgebung ab.
Wälder als Kohlenstoffsenke unter Druck
Das Thünen-Institut, ein Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei, bezeichnet Forste als „weltweit eine wichtige Kohlenstoffsenke“. Allerdings hat ihre Kapazität, Kohlenstoff aus der Luft zu binden und einzulagern, in der Europäischen Union in jüngster Zeit nachgelassen. Dies berichtet das GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung und bezieht sich dabei auf eine Veröffentlichung im Fachmagazin „Nature“.
Berichten zufolge sank die mittlere jährliche Kohlenstoffaufnahme durch Wälder in der EU zwischen 2020 und 2022 um rund 27 Prozent im Vergleich zum Zeitraum 2010 bis 2014. Als Gründe werden genannt: „Ursächlich sind vermehrte Holzernte zur Energiegewinnung und die diversen Folgen des Klimawandels, von Hitze und Dürre bis zu Schädlingsbefall, Stürmen und Waldbränden.“
Kühlung, Schatten und Luftreinigung in der Stadt
Auch in urbanen Gebieten übernehmen Bäume wesentliche Aufgaben, beispielsweise als Schattenspender. Das Blätterdach einer 60-jährigen Platane kann einen Durchmesser von fast 19 Metern erreichen, das einer Kastanie kommt auf 11,2 Meter, wie ein Leitfaden der Technischen Universität München erläutert.

Kastanienbäume haben meist große Kronen, die viel Schatten spenden. (Symbolbild)
Copyright: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/ZB
Forscher führen weitere positive Effekte an: Bäume filtern Schadstoffe aus der Luft und steigern so deren Qualität. Sie reduzieren zudem den Abfluss von Regenwasser bei Starkregen, „indem sie das Regenwasser in ihrer Krone auffangen und die Versickerung des in den Boden infiltrierten Wassers verlangsamen“. Dies senkt die Gefahr von lokalen Überflutungen durch eine überforderte Kanalisation.
Bei sommerlicher Hitze fungieren Bäume als natürliche Klimaanlagen. Ein einzelner, voll entwickelter Laubbaum kann laut LWF an einem warmen Tag zwischen 300 und 500 Liter Wasser verdunsten. Eine Verdunstungsmenge von 400 Litern pro Tag erzeugt eine Kühlleistung von etwa 270 Kilowattstunden (kWh). Die tatsächliche Effektivität dieser Verdunstung ist jedoch stark von den Gegebenheiten am Standort abhängig. Entscheidend ist die Verfügbarkeit von ausreichend Bodenfeuchtigkeit. „Bei Trockenheit schließen Bäume ihre Spaltöffnungen, wodurch die Verdunstung und damit auch die Kühlwirkung deutlich reduziert wird“, erklärt die Landesanstalt.
Ein Refugium für zahlreiche Tierarten
„Heimische Bäume sind echte Hotspots der Artenvielfalt: Sie bieten Nahrung, Schutz und Lebensraum“, erläutert eine Sprecherin des Landesbunds für Vogel- und Naturschutz in Bayern (LBV). „Viele Arten sind auf ganz bestimmte Bäume spezialisiert, etwa Schmetterlinge, deren Raupen nur an einzelnen Baumarten fressen.“ Vielfalt ist hierbei ein Schlüsselfaktor: Gemischte Bestände einheimischer Spezies schaffen wesentlich mehr Habitate und sind widerstandsfähiger als Monokulturen.

Streuobstwiesen bieten vielen Arten eine Heimat. (Symbolbild)
Copyright: Daniel Vogl/dpa
Der LBV unterstreicht insbesondere die Bedeutung von Streuobstwiesen, die zu den artenreichsten Biotopen in Mitteleuropa gehören. „Alte Obstbäume mit Höhlen bieten Brutplätze für Vögel wie den Steinkauz, während Blüten ein wichtiges Nahrungsangebot für Wildbienen und Schmetterlinge sind. Das Zusammenspiel aus Bäumen, Wiesen und extensiver Nutzung schafft zudem Lebensraum für Fledermäuse und zahlreiche Käferarten.“
In den Baumkronen von Stadtbäumen finden Vögel wie Amseln oder Meisen Nistplätze, und die Blüten sowie Blätter dienen als Nahrungsquelle für Insekten. (dpa/bearbeitet durch Gemini 2.5 Pro)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.