Der Stadtrat hat einen wichtigen Beschluss für den Bundesligisten gefasst. Jetzt bleibt die Frage, ob sich der Plan auch tatsächlich umsetzen lässt, sagt unser Autor.
Trainingsplätze für den FCEs wäre fatal, wenn sich die Gleueler Wiese wiederholt


Der 1. FC Köln ist nicht länger auf die Gleueler Wiese angewiesen.
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Der gestrige Tag könnte in der jahrelangen Debatte um den Bau neuer Trainingsplätze für den 1. FC Köln zum historischen Moment werden. Endlich liegt eine Lösung auf dem Tisch, für die sich im Stadtrat eine Mehrheit gefunden hat. Damit war zwischenzeitlich nicht mehr zu rechnen, so verfahren war die Situation, so emotional die Diskussion.
Wechselnde Mehrheiten als Vorteil
Dass es am Ende der überwiegende Teil der Linke-Fraktion war, der das möglich gemacht hat, sorgt für Aufsehen und ist seinerseits historisch. Die Konstellation aus CDU, SPD, FDP/KSG und Linke kommt nicht nur in der Kölner Kommunalpolitik selten zustande, zu groß sind in der Regel die Gegensätze. Doch jetzt kommt Oberbürgermeister Torsten Burmester (SPD) zugute, dass er sich für das Modell wechselnder Mehrheiten entschieden hat und nicht für ein festes Ratsbündnis.
Denn genau daran hakte es bis zur Kommunalwahl im Herbst 2025: Grüne und CDU befanden sich zehn Jahre lang in einem gemeinsamen Bündnis, waren aber beim Thema Bebauung der Gleueler Wiese entgegengesetzter Ansicht. Das führte am Ende zu jahrelangem Stillstand. Diesen konnten Burmester und SPD-Sportpolitiker Oliver Seeck jetzt aufbrechen, weil es keinen festen Partner gibt, den man hätte verärgern können.
Stattdessen gibt es einen politisch ausgehandelten Kompromiss, ein Musterbeispiel für gelungene Demokratie – auch wenn es bis kurz vor der Ratssitzung Verhandlungen gab. Das Ringen um einen gemeinsamen Beschluss war von Erfolg gekrönt.
Ob das jetzt allerdings auch bedeutet, dass der 1. FC Köln die drei Plätze tatsächlich professionell umbauen darf, bleibt vorerst offen. Burmester betonte noch während der Ratssitzung, dass die Verwaltung zuvor noch eine umfangreiche Prüfung vornehmen muss. Denn dieses Mal soll der Ratsbeschluss juristisch auf möglichst festen Füßen stehen, damit sich die Geschichte der Gleueler Wiese nicht wiederholt. Das wäre fatal – ein Restrisiko bleibt.
Sollten am Ende alle Bedenken ausgeräumt sein, könnte ein unrühmliches Kölner Kapitel endlich geschlossen werden – und zwar unabhängig davon, wie das Oberverwaltungsgericht zum Bebauungsplan für die Gleueler Wiese entscheidet.
