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Mordfall bei „Aktenzeichen XY“Neue Hinweise zu Kölner „Cold Case“ – Kommissar äußert Verdacht

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Der Kölner Kommissar Markus Weber im Gespräch mit ZDF-Moderator Rudi Cerne bei „Aktenzeichen XY ... ungelöst“.

Der Kölner Kommissar Markus Weber im Gespräch mit ZDF-Moderator Rudi Cerne bei „Aktenzeichen XY ... ungelöst“.

Die Auszubildende wurde vor fast 35 Jahren in Köln getötet – der Täter ist jedoch bis heute unbekannt.

In einem 35 Jahre zurückliegenden Mordfall an einer Jugendlichen in Köln hat die Polizei nach der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“ einige Hinweise erhalten. Es habe sich bisher etwa eine Handvoll Anrufer gemeldet, sagte ein Polizeisprecher. Die Hinweise würden nun ausgewertet.

Der Fall war am Mittwochabend in der TV-Sendung vorgestellt worden. Die Polizei hofft auf neue Zeugen oder mögliche Mitwisser.

16-Jährige Seckin Caglar in Köln-Poll auf dem Heimweg getötet

Die 16-jährige Seckin Caglar war am 16. Oktober 1991 auf dem Heimweg von ihrer Ausbildungsstelle aus der Straßenbahn gestiegen und verschwunden. Am nächsten Tag wurde ihre Leiche hinter einem Gebüsch nahe der Haltestelle im rechtsrheinischen Köln-Poll gefunden. Das Mädchen war sexuell missbraucht und erwürgt worden.

Die „Cold Case“-Ermittlungsgruppe der Kölner Polizei hatte den ungelösten Mord bereits 2023 wieder aufgerollt. Bei einem DNA-Reihentest gaben mehrere hundert Männer eine Speichelprobe ab – jedoch ohne Erfolg.

Polizei sucht bei „Aktenzeichen XY“ weitere Zeugen in Kölner „Cold Case“

Markus Weber, erster Kriminalhauptkommissar bei der Kripo Köln, erläuterte die Probleme im Zusammenhang mit DNA-Reihentests, wenn der Fall so lange zurückliegt: „Viele Leute sind mittlerweile schon verzogen. Das heißt, wir müssen aktuelle Aufenthaltsorte ermitteln. Andere sind verstorben.“

„Wir hoffen auf Zeugen, denen damals irgendetwas aufgefallen ist“, so Weber im Gespräch mit Rudi Cerne am Dienstagabend (25. Februar) in der ZDF-Sendung. Der Fundort der Leiche in Köln-Poll nahe der Autobahn 4 war den Ermittlungen der Polizei zufolge vermutlich auch der Tatort.

Mordfall Seckin Caglar: Kölner Kommissar äußert konkreten Verdacht

Weber äußerte bei „Aktenzeichen XY ... ungelöst“ eine ganz konkrete Vermutung, derzufolge der Täter in seinem persönlichen Umfeld an dem Tatabend aufgefallen sein könnte. Demnach könnte der Täter nicht zu einer Verabredung erschienen oder zu spät nach Hause gekommen sein.

„Er könnte Verletzungen gehabt haben, die aufgefallen sind“, so der Kölner Kriminalhauptkommissar weiter. Bei den Verletzungen könnte es sich um Kratzer an Armen, Beinen oder auch im Gesicht gehandelt haben. Womöglich sei er daraufhin auch einige Tage nicht auf der Arbeit erschienen. (jv/dpa)