Der Sänger von Welthits wie „Sofia“ und „El Mismo Sol“ kommt am 21. April ins Palladium. Ein Gespräch über spanische Musik, Köln und das Coachsein bei „The Voice Kids“.
Alvaro Soler bald auf Tour„Liebe es, dass die Menschen in Köln so gerne feiern“

Alvaro Soler bei einem Konzert auf dem Roncalliplatz in Köln. (Archivbild)
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Als der Sänger Alvaro Soler im Jahr 2016 mit „Sofia“ einen internationalen Hit landete, deutete sich bereits jene Phase in der Musikindustrie an, die man heute zurecht als „Siegeszug der spanischen Sprache“ in der Popmusik bezeichnen könnte. Davor war es nicht unüblich, dass Musiker – man denke an den kolumbianischen Star Shakira – ihren globalen Durchbruch auf Englisch hatten, bevor sie wieder auf ihre Muttersprache setzten.
Ein Jahrzehnt später und nach vielen hundertmillionenfach gestreamten Liedern wie „El Mismo Sol“, für den Soler sogar mit Jennifer Lopez performte, sagt der 35-Jährige im Gespräch mit dieser Redaktion: „So ein Konzert wie der Superbowl mit Bad Bunny ist eine echte Repräsentation von Kultur und Zusammenhalt. Musik auf Spanisch ist gerade umso wichtiger, bedenkt man die politische Lage in den USA.“
In Barcelona und Tokio mit einer spanischen Mutter und einem deutschen Vater aufgewachsen, bewegt sich Soler wie selbstverständlich in verschiedenen Kulturen. Am Spanischen hält er als Songsprache auch mit seinem neuen Album „El Camino“ weiter fest. Die gleichnamige Tour führt ihn am Dienstag, 21. April, auch nach Köln. Ein Pflichthalt, wie Soler sagt: „Ich finde die Menschen in Köln so cool. Viele Leute aus unserer Band sind aus Köln. Ich liebe einfach, dass man da so gern feiert, unter Menschen ist und das Leben so liebt. Das ist auch unser Motto für die Bühne.“
Alvaro Soler verspricht Überraschung bei kommender Tour
Kaum ist „The Voice Kids“, wo er Coach ist, abgedreht und das Finale am vergangenen Freitag (3. April) ausgestrahlt, geht es bald los mit den Konzerten. „Ich freue mich, all die Menschen zu treffen und mit ihnen gemeinsam diese eine Energie zu schaffen“, so Soler. Mit Live-Band, einer neuen Bühnen-Deko und einem Überraschungselement will er seine Fans begeistern. Er habe sich überlegt, wie er näher an sie herankommt, will die Details aber nicht verraten. „Ich habe das richtig vermisst, in einer Menge zu sein. Nach Covid habe ich noch länger das Gefühl mit mir herumgetragen, dass ich noch Respekt vor Menschenmengen habe, auch wenn ich in ein volles Gebäude gehe. Aber ich hatte wieder Lust, das richtig zu machen. Wir haben was Tolles vor“, sagt Soler.
Er wird hauptsächlich die Lieder seines neuen Albums wie „Apágame“ und „Regalo“ singen, doch die Fans können sich auch auf ältere Hits freuen. Diese wegzulassen, habe er einmal gewagt. „War aber keine gute Idee“, sagt Soler.

Alvaro Soler bei der „Giovanni-Zarrella-Show“ im ZDF im November 2025
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„Ich mache es dann so, dass wir den Song live ein wenig verändern, sodass er sich immer noch frisch anfühlt. Und trotzdem gibt man den Leuten dann das Gefühl, was sie beim Konzert suchen. Es ist ja auch total schön, dass so viele Songs von mir der Soundtrack für viele Momente im Leben der Fans ist“, sagt Soler. „Auf die Mischung kommt es an“, sagt Soler, der 2013 mit seiner damaligen Band Urban Lights das Finale einer spanischen Castingshow erreichte.
Alvaro Soler zog 2015 nach Berlin, nahm mehrere Alben auf
Danach nahm ihn Universal Music als Solomusiker unter Vertrag, 2015 zog er nach Berlin. „Berlin hat mich quasi ausgewählt. Ich schrieb in Barcelona Songs und dann kannte ich zwei deutsche Produzenten, mit denen ich das erste Album und dann auch die weiteren drei gemacht habe.“ Berlin sei eine tolle Musikstadt in Europa, damals noch deutlich billiger und im Vergleich zu London und Paris ohnehin. „Im Sommer ist Berlin eine tolle Stadt, im Winter kann man es kaum aushalten. Als Spanier bin ich die Sonne gewöhnt“, sagt Soler.
Die Sonne hört man auch in seinen Songs: Es sind fröhliche Melodien, rhythmisch und tanzbar. Die Fans schätzen gerade diesen „positiven Vibe“, das liest man immer wieder. „Bei Musik ist mir Groove sehr wichtig. Wenn ich privat Musik höre, Soul oder R’n’B, Stevie Wonder und ähnliches, suche ich auch diesen Groove. Den Rhythmus, der dich mitreißt. Das versuche ich auch mit meinen Songs“, sagt Soler. In den vergangenen Jahren hat sich der 35-Jährige auch zur TV-Persönlichkeit entwickelt: Seit fünf Jahren ist er Coach bei der Castingshow „The Voice Kids“, bei der Kinder und Jugendliche ihr Talent unter Beweis stellen.
Alvaro Soler: „Die Kinder bei The Voice Kids sind so mutig“
Ganz ohne sei es nicht gewesen, sich vor laufenden Kameras als Coach zu etablieren und eine souveräne Konkurrenz-Attitüde zu entwickeln, so Soler: In der Show buhlen die vier Coaches um die jungen Teilnehmer, damit diese jeweils in ihr Team kommen. „Ich habe mich am Anfang schwer getan, weil ich eigentlich eine introvertierte Person bin.“ Doch: „Ich fühle ich mich total wohl“.
Den Kindern zuzuschauen, bereite ihm Freude. Ob er da Parallelen zu sich früher sieht? „Nein, weil die viel mutiger sind als ich. Ich war mit 16 das erste Mal auf der Bühne und das war super schlimm. Diese Kinder sind mit acht schon viel besser als ich mit 16.“ Je jünger sie sind, desto unbefangener, beobachtet Soler. „Das ist für sie wie ein Sommercamp. Der Druck ist noch nicht so groß. Wenn man älter ist, denkt man: Wenn das nicht klappt, höre ich ganz mit der Musik auf. Sie aber gehen danach wieder in die Schule und haben noch viel Zeit.“

