Heiraten an einem einprägsamen Datum ist sehr beliebt. Auch in Köln gaben sich am Samstag etliche Paare das Ja-Wort.
Andrang zum Ja-WortHochzeits-Boom in Köln am Schnapszahl-Tag 6.6.26

Auch der Kölner Cekir (28) und seine Frau Begün (23) aus München nutzten das besondere Hochzeitsdatum am 6.6.2026.
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Diesen Tag werden Denise und Kai, Sandra und Paul sowie Begün und Cekir niemals vergessen. Sie waren nur drei von etlichen Paaren, die am Samstag im Kölner Rathaus geheiratet haben.
Gewählt hatten sie den Tag nicht zufällig. Denn der 6.6.2026 bot eine willkommene Schnapszahl für das Ja-Wort. Wer an einem einprägsamen Datum heiraten will, kann dies im Juni auch noch am 26.6.2026 tun.
Viele Standesämter verzeichnen einen regelrechten Run auf die Termine, einige verkürzen die Hochzeits-Slots, damit alle Interessenten auch zu ihrem Recht kommen. In Köln blieb der Trauungs-Wirbel im Rahmen.
Stadt Köln: Hochzeits-Termin am 26.6.2026 noch beliebter
Am Samstag verbuchte die Stadt 25 „normale“ Trauungen im Historischen Rathaus sowie im Spanischen Bau. Hinzu kamen zwölf sogenannte Ambiente-Trauungen, die im besonderen Rahmen in speziellen Locations der Stadt möglich sind. Diese Zahlen seien für einen Samstag im üblichen Bereich, teilte ein Stadt-Sprecher mit.
Am 26. Juni sei der Andrang schon etwas größer. An jenem Freitag sind 48 Trauungen sowie vier Ambiente-Trauungen geplant. „Normal sind an einem Freitag rund 30 Eheschließungen. Da mussten zusätzliche Slots geschaffen werden“, heißt es von der Stadt.

Zahlreiche Brautpaare heirateten am Samstag (6. Juni 2026) im Kölner Rathaus. Paul (29) und Sandra (29) wählten den Termin ebenfalls wegen des Datums.
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Warum sind solche Daten so beliebt, wenn es ums Heiraten geht? „Viele Paare verbinden mit der Schnapszahl den Wunsch, dass das markante Datum ihnen Glück bringt“, sagt Beate Tripp vom Bundesverband der Deutschen Standesbeamtinnen und Standesbeamten.
Man könne sich zudem den Termin leicht merken. Da sei die Gefahr geringer, den Hochzeitstag zu vergessen. Außerdem mache sich eine Schnapszahl gut auf der Einladung.

Auch für Kai (36) und seine Braut Denise (35) ist der 6.6.2026 ab sofort ein ganz besonderes Datum.
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Schon am 26.2.2026 habe es viel Nachfrage gegeben, obwohl der Februar kein klassischer Heiratsmonat ist – viel beliebter sind Mai bis September. „Im Dezember gibt es dann noch einmal ein Nachfragehoch, wenn Paare aus steuerlichen Gründen noch im alten Jahr heiraten“, sagt Tripp.
Trotz hoher Nachfrage im Juni sinkt langfristig die Zahl der Menschen, die heiraten. 2024 wurden in Deutschland 349.200 Ehen geschlossen. Das war der niedrigste Stand seit Beginn der Statistik im Jahr 1950. Gut 97 Prozent der Ehen schlossen Paare unterschiedlichen und knapp drei Prozent Paare gleichen Geschlechts. 79 Prozent der Eheschließenden heirateten zum ersten Mal.
Nur noch jeder Zweite ist verheiratet – mehr „geprüfte Beziehungen“
Ende 2024 war knapp jede zweite erwachsene Person in Deutschland verheiratet, 30 Jahre zuvor waren es noch rund 60 Prozent der Erwachsenen. Das Durchschnittsalter bis zum ersten Ja-Wort stieg innerhalb von 30 Jahren um rund sechs Jahre. 2024 waren Frauen bei ihrer ersten Heirat im Schnitt 32,9 Jahre alt, Männer 35,3 Jahre.
Aber auch bis zur Scheidung dauert es inzwischen länger: Die Durchschnittsdauer einer Ehe bis zur Scheidung betrug 2024 14,7 Jahre und 1994 12,0 Jahre. „Man ist erwachsen, hat bereits Berufserfahrungen gemacht, man kennt sich eine Weile, man lebt zusammen. Das heißt, wir haben sogenannte geprüfte Beziehungen“, sagt der Berliner Psychotherapeut und Buchautor Wolfgang Krüger.
Diese unterschieden sich erheblich von den Ehen, die früher geschlossen wurden. Denn heute falle die Entscheidung zur Ehe aus freien Stücken. „Man kann sagen, heute heiratet man aus Liebe“, sagt Krüger. (mit dpa)
