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Jüdisches Museum in KölnInnenausbau im Miqua soll bald beginnen – neue Verzögerungen drohen

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Die Arbeiten an der Natursteinfassade sollen bald abgeschlossen sein.

Die Arbeiten an der Natursteinfassade sollen bald abgeschlossen sein.

Einige Gewerke für den Bau müssen neu ausgeschrieben werden.

Es geht voran im Miqua – dem Jüdischen Museum im Archäologischen Quartier Köln. Im kommenden Monat soll das Generalunternehmen mit dem Innenausbau beginnen, das teilt die Stadt Köln mit. Dem soll sich der museale Ausbau anschließen, allerdings wird dafür noch ein Generalunternehmen (GU) gesucht. Parallel wird laut Stadt in mehreren Bereichen der archäologischen Zone weitergearbeitet. Sobald das Schwerlastgerüst unterhalb des Stahlbaus komplett demontiert ist, starte in diesem Bereich die Arbeiten der Freilegung der geschützten Archäologie.

Bezug nicht vor Ende 2028

Wie berichtet ist es zu Verzögerungen beim Bau des Jüdischen Museums gekommen. Der aktuelle Sachstandsbericht weist ein Ende der Arbeiten für  Mitte 2028 aus. Mit dem Bezug des Museums ist nicht vor Ende 2028 zu rechnen. Die Arbeiten werden dann nach Aussage der Stadt 14 Jahre gedauert haben.

Die ausstehenden Arbeiten am Dach sowie die Restleistungen an der Natursteinfassade werden voraussichtlich bis zum Herbst dieses Jahres abgeschlossen sein. An anderer Stelle gibt es Verzögerungen: Für die Metall-Glas-Fassade müssen aufgrund der Insolvenz der beauftragten Firma offene Restleistungen neu ausgeschrieben werden. Dazu zählen die Innenfassaden Mikwe und Synagoge, die Eingangsschleuse sowie Außentüren.

Für den Bereich des Haupteingangs (zum Spanischen Bau des Rathauses hin gelegen) wird derzeit geprüft, ob eine Gesamtausschreibung für Treppensanierung und Platzflächen möglich ist, um Synergieeffekte nutzen zu können. Grund dafür ist die Kündigung des Auftragnehmers für die Außenanlagen. Die Sanierung der Treppenanlage vor dem Spanischen Bau soll zum Ende des dritten Quartals fertiggestellt sein. Dazu wurde bereits ein neues Planungsbüro beauftragt. Nach Ablauf der Planung, Ausschreibung und Vergabe der Bauleistungen, kann mit der Treppensanierung begonnen werden.

Kosten haben sich immer weiter erhöht

Im Praetorium wird noch bis zum Oktober 2026 gearbeitet, danach können auch dort die baulichen Abnahmen beginnen. Die Kosten für das  „LVR – Jüdisches Museum im Archäologischen Quartier Köln“ (so der offizielle Titel) haben sich immer wieder erhöht. 2011 waren die geplanten Baukosten mit lediglich 51,8 Millionen Euro veranschlagt worden. Die Stadt teilt nun mit: „Weil die verfügten Mittel für das Gesamtprojekt in Höhe von knapp 190 Millionen Euro brutto ausgeschöpft sind, werden weiter Einsparpotenziale geprüft.“

Im Miqua werden mit dem römischen Praetorium, dem mittelalterlichen jüdischen Viertel und dem Goldschmiedeviertel in einem gemeinsamen Rundgang einige der bedeutendsten archäologischen Architekturfunde zur Geschichte der Stadt Köln und des Rheinlandes zu erleben sein. Das Museum wird sich aus der unterirdischen archäologischen Fundebene und dem oberirdischen Neubau zusammensetzen.

In der etwa 6000 Quadratmeter großen Ebene unter dem Niveau des Platzes wird ein archäologischer Rundgang als Dauerausstellung eingerichtet. Diese wird im ersten Obergeschoss mit der Ausstellung zur Jüdischen Geschichte und Kultur Kölns von 1424, dem Jahr der Vertreibung der Juden aus Köln, bis in die Moderne fortgeführt. Mit der Übergabe übernimmt der LVR die Trägerschaft. Die Stadt Köln unterhält das Gebäude und das Bodendenkmal sowie die zugehörigen Fundobjekte.