Termin in Lanxess-ArenaWende bei „Arsch huh“-Kundgebung am Jubiläumstag

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2012 fand die Kundgebung auf der Deutzer Werft statt.

Köln – Der 9. November 1992 hat sich tief ins kölsche Gedächtnis eingebrannt. Jener Tag, als 100 000 Teilnehmende auf dem Chlodwigplatz den „Arsch huh“ bekamen. 30 Jahre später kann die Hommage an die legendäre Gründungsveranstaltung nun doch stattfinden, nachdem die Organisatoren zunächst das Aus verkündet hatten.

In der Lanxess-Arena konnte kurzfristig ein freier Termin gefunden werden. Arena-Boss Stefan Löcher hatte sich für die Veranstaltung eingesetzt, die über die Stadtgrenzen hinaus ein Zeichen für ein soziales Miteinander und gegen Ausgrenzung und Fremdenhass setzen soll. Da Chris de Burgh am 9. November in der Deutzer Arena auftritt, soll die Kundgebung einen Tag später, am 10. November, stattfinden.

„Arsch huh“ in der Lanxess-Arena Köln 

Noch am vergangenen Freitag hatte es geheißen, dass die geplante Jubiläumskundgebung nicht stattfinden kann. Als Grund wurde angegeben, dass die AG „Arsch huh“ nicht auf den Plätzen auftreten darf, die sie bei der Kölner Polizei beantragt hatte. Und die von der Behörde vorgeschlagene Deutzer Werft kam für die Organisatoren nicht in Frage. Bei den Gesprächen mit der Polizei gab es dem Vernehmen nach unterschiedliche Einschätzungen hinsichtlich des Besucheraufkommens.

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Gerne wäre die Künstler-Initiative auf den Chlodwigplatz zurückgekehrt. Dort, wo vor 30 Jahren unter anderem Willy Millowitsch, BAP, die Höhner, Bläck Fööss und viele weitere kölsche Künstler nach den fremdenfeindlichen Attacken, unter anderem in Rostock-Lichtenhagen, aufgetreten waren.

Polizei Köln: Chlodwigplatz und Heumarkt nicht geeignet

Während die Anmelder etwa 10 000 Besucherinnen und Besuchern prognostizierten, hielt die Polizei eher 50 000 Menschen für realistisch. Die Sicherheit wäre angesichts des Platzes und der vielen kleineren Straßen im Umkreis nicht gewährleistet gewesen, sagte ein Polizeisprecher.

Als Alternative sei der Heumarkt ins Spiel gekommen. Wie Hermann Rheindorf von der AG „Arsch huh“ berichtet, hätte man hier Synergien nutzen können: Die Willi-Ostermann-Gesellschaft, die dort den Sessionsbeginn am 11. November ausrichtet, hätte ihre Bereitschaft signalisiert, dass auch die AG die dortige Bühne zwei Tage zuvor hätte nutzen können. Aber auch auf den Heumarkt und selbst den Alter Markt als Ausweichfläche passen keine 50 000 Menschen, argumentiert die Polizei.

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Dagegen sei die Deutzer Werft geeignet, heißt es aus dem Präsidium in Kalk. Dort hatte bereits 2012 die Kundgebung zum 20-jährigen Bestehen von „Arsch huh“ stattgefunden. Nach Schätzungen kamen damals rund 80 000 Besucherinnen und Besucher. Doch für dieses Jahr kommt die Freifläche am Deutzer Rheinufer nicht in Betracht, sagen die Sprecher der AG.

„Wir müssten das Gelände nicht nur einzäunen, es müsste auf dieser riesigen Fläche eine entsprechend große Bühne aufgebaut werden“, sagt Hermann Rheindorf. Manfred Post schätzt die Kosten auf mindestens 200 000 Euro. Die Zeiten seien mit 2012 nicht mehr vergleichbar. „Vor dem Hintergrund der gestiegenen Kosten, dem Ukraine-Krieg, der Inflation und so weiter wäre es ein falsches Zeichen, wenn wir hier auf dicke Hose machen würden“, sagt Rheindorf.

AG „Arsch huh“ Köln: Neues Doppel-Album wird präsentiert 

Nun steht den Machern mit der Lanxess-Arena ein erstklassiges Equipment zur Verfügung. Einzelheiten sollen am Freitag bei einer Pressekonferenz bekannt gegeben werden. Zudem soll ein Doppel-Album unter dem Titel  „30 Jahr Arsch huh – wachsam bleiben!“ mit Songs vorgestellt werden, das am 4. November veröffentlicht wird. Mit den Erlösen sollen wie schon in der Vergangenheit soziale Projekte gefördert werden.

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