Holweide – Mehr als 2 000 Radfahrer sind 2018 auf den Straßen Kölns verunglückt – 282 davon schwer, acht tödlich. Das belegt die Statistik zur „Verkehrsunfallentwicklung 2018 Stadtgebiet Köln“ der Polizei Köln. In allen Kategorien zeigte sich ein Anstieg der Zahlen im Vergleich zum Vorjahr.
Um dieser Tendenz entgegenzuwirken und die Sicherheit von Radfahrern in Holweide und im Bezirk Mülheim zu verbessern, informierte das Team des Fahrradbeauftragten der Stadt Köln um Dagobert Kühns die Passanten auf dem Wochenmarkt in Holweide über die richtige Verhaltensweise im Straßenverkehr. Zusammen mit der Polizei wurde über die Vielzahl von Gefahren aufgeklärt, die Radfahrer im Großstadtverkehr begegnen.
Im Fokus stand dabei die Aktion „Sicher mit Abstand!“. Seit Ende 2017 führt die Stadt sie im Kölner Stadtgebiet durch. Sie soll Autofahrer dafür sensibilisieren, beim Überholmanöver den vorgeschriebenen Abstand von 1,50 Meter zum Radfahrer einzuhalten.

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„In Köln müssen Radfahrer besonders häufig auf der Fahrbahn fahren“, erklärt Sascha Krings vom Verkehrsdienst der Polizei Köln. Der Mindestabstand sei daher enorm wichtig für die Sicherheit der Radfahrer. „Wenn ein PKW an einem Radfahrer mit nur 50 Zentimetern Abstand vorbeizieht, dann fühlen sich viele von ihnen bedrängt“, so Krings, der auf Streife mit seinem Mountainbike pro Tag selbst bis zu 40 Kilometer über die Straßen Kölns fährt. „Viele werden dadurch in ihrer Fahrweise stark verunsichert. Wenn der Radfahrer dann das Gleichgewicht verliert oder ein parkendes Fahrzeug berührt, dann kommt es schnell zu Unfällen – mit möglicherweise tödlichem Ausgang.“ Wer den Hinweis der Polizei ernst nimmt, trage zudem nicht nur zur Sicherheit der Radfahrer bei, sondern schone auch seinen Geldbeutel: „Denn wenn wir jemand dabei beobachten, wie er einen Radfahrer mit zu wenig Abstand überholt, der muss dafür ein Bußgeld von zur Zeit 30 Euro zahlen.“
Auch Dagobert Kühns vom Amt für Straßen und Verkehrsentwicklung appelliert zu mehr Vorsicht und Verantwortungsbewusstsein gegenüber den Zweiradfahrern. Dazu bot er an seinem mobilen Infostand neben Informationsmaterialien zu Sicherheitsthemen und Radrouten in den rechtsrheinischen Bezirken auch Sicherheitswesten und kleine Stofftiere mit Reflektoren für die Kleinsten an.
„Die können sich Kinder an den Sattel oder an die Kleidung binden, um für Autofahrer besser sichtbar zu sein“, erklärt Kühns. „Gerade die kleinen Radfahrer werden gerne übersehen – besonders, wenn die Tage wieder kürzer werden und es früher dunkel ist. Dagegen helfen die Reflektoren effektiv.“
Informationen zum Thema Prävention gegen Fahrraddiebstahl bot zudem Frank Winkens von der Abteilung Kriminalprävention und Opferschutz der Kriminalpolizei. Denn auch der Diebstahl von Zweirädern bleibt im Kölner Raum ein Dauerproblem. So wurden im vergangenen Jahr in Köln und Leverkusen mehr als 9 000 Räder entwendet. Doch es gibt Maßnahmen, um sich zu schützen, wie Winkens weiß: „Eine Codierung für knapp 20 Euro, die am Fahrradrahmen angebracht wird, ist der einfachste Schritt“, so der erfahrene Kriminalpolizist. „Damit vergeht den Dieben schnell das Lachen“, so Winkens. „Denn durch die Gravur wird der Verkauf der Räder für die Diebe erschwert – das ist die beste Verteidigung.“ Weitere Informationen zu den Themen Sicherheit und Routen für Fahrradfahrer bietet die Stadt Köln im Internet.
www.stadt-koeln.de/leben-in-koeln/verkehr/radfahren/index.html
HÄRTERE STRAFEN
Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) plant härtere Strafen für Verkehrssünder. Wer unerlaubt in zweiter Reihe parkt oder auf Geh- und Radwegen, soll statt 15 Euro künftig bis zu 100 Euro zahlen. Für das Überholen von Radfahrern durch Autofahrer soll es künftig einen Mindestabstand von 1,5 Metern innerorts geben. Der „grüne Pfeil“ beim Rechtsabbiegen soll künftig auch für Radfahrer gelten. Analog zu Tempo-30-Zonen für Autos sollen in Zukunft auch Fahrradzonen angeordnet werden können. Anfang Juli hatte Scheuer bereits angekündigt, die Bußgelder für Parken auf Radwegen oder in zweiter Reihe deutlich erhöhen zu wollen. Die Anhebung soll noch in diesem Jahr in den Bußgeldkatalog aufgenommen werden. (dpa)
Sascha Krings vom Verkehrsdienst der Polizei Köln
Dagobert Kühns, Amt für Straßen und Verkehrsentwicklung
