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Bombenfunde in KölnWie oft mussten Sie schon evakuiert werden?

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11.05.2026, Nordrhein-Westfalen, Köln: Angestellte des Ordnungsamts machen einen Klingelrundgang bei den Anwohnern im Umkreis der gefundenen Weltkriegsbombe. Rund 4.100 Personen werden von Evakuierungen betroffen sein. Foto: Thomas Banneyer/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Angestellte des Ordnungsamts machen einen Klingelrundgang bei Anwohnern im Umkreis einer gefundenen Weltkriegsbombe. 

Allein 2025 mussten in Köln fast 70.000 Menschen wegen Bombenentschärfungen evakuiert werden. Gehören Sie dazu? Erzählen Sie uns ihre Geschichte.

Wenn in Köln eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden wird, ist das selten nur ein kurzer Einsatz. Rund um den Fundort wird ein Evakuierungsradius festgelegt, Menschen müssen oft stundenlang ihr Zuhause, ihre Arbeitsplätze oder andere Orte verlassen.

Zwischen 1940 und 1945 gab es laut Stadt 262 Bombenangriffe auf Köln. Insgesamt sollen dabei rund 1,5 Millionen Bomben niedergegangen sein. Bei einer angenommenen Blindgängerquote von 20 Prozent rechnet die Stadt mit rund 300.000 Bomben, die nach Kriegsende im Boden geblieben sein könnten. Auf Anfrage des „Kölner Stadt-Anzeiger“ sagte eine Sprecherin: „Die Stadt Köln schätzt, dass es noch weitere 80 Jahre dauern könnte, bis der Großteil der Blindgänger gefunden ist.“

Im vergangenen Jahr mussten wegen Bombenentschärfungen insgesamt 69.562 Menschen evakuiert werden. 2024 waren es rund 36.000 – also nur etwa halb so viele.

Anfang Juni 2025 wurden in der Deutzer Werft gleich drei Blindgänger entschärft – der Einsatz ging bundesweit durch die Medien, weil die Kölner Altstadt zeitweise menschenleer war. Rund 20.000 Menschen mussten ihre Wohnungen verlassen, die Evakuierung dauerte zehn Stunden – auch, weil sich eine Person weigerte, die Altstadt zu verlassen.

Bombenfund in Köln: 16 Stunden nicht nach Hause dürfen

Noch länger zog sich ein anderer Einsatz: Im Mai 2025 mussten Anwohnerinnen und Anwohner in der Neustadt-Süd im Bereich Hardefuststraße/Sachsenring ganze 16 Stunden warten, bis die Entschärfung abgeschlossen war, auch über Nacht.

Bombenfunde in Köln werden die Stadt noch jahrelang begleiten

Erst vergangenen Freitag wurde bei Bauarbeiten im Bereich „Am Möchshof“ in Köln-Lindenthal ein Bombenblindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt. Für die Entschärfung am Montag muss ein Bereich im Umkreis von 500 Metern abgesperrt und evakuiert werden. Auch das Krankenhaus Hohenlind gehört dazu.

Bombenentschärfung in Köln: Wie oft mussten Sie bereits evakuiert werden?

Wir haben uns gefragt: Gibt es Kölnerinnen oder Kölner, die bereits mehrfach von Bombenfunden betroffen waren? Erzählen Sie uns Ihre Geschichten – wir freuen uns, wenn Sie sich bei uns in der Redaktion melden! Am besten per Mail an ksta-community@kstamedien.de