Das neue Busnetz soll Kosten senken und die Auslastung verbessern. Die geänderten Linien bringen Gewinner und Verlierer mit sich.
ÖPNV-AnpassungBuslinien im Kölner Norden werden umgeleitet, neue Verbindungen entstehen

Die Route der 121 soll vereinfacht werden – die Fahrt zwischen Chorweiler und Merkenich wird dadurch deutlich kürzer werden.
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Seit Jahren setzt sich die Bezirksvertretung (BV) Chorweiler für Verbesserungen im Busnetz des Kölner Nordens ein. Bislang hatten die Bemühungen nicht gefruchtet – nun aber kommen auf Fahrgäste des Kölner Busnetzes tatsächlich deutliche Veränderungen zu: Grund dafür sind die Maßnahmen zur Sicherung der Finanzen des Kölner Stadtwerke-Konzerns. Um Kosten zu senken, soll das Angebot an Buslinien sowohl reduziert, als auch optimiert werden – das klingt zunächst, als sei nichts Gutes zu erwarten, doch für den Kölner Norden ergibt sich ein durchaus ambivalentes Bild.
Als deutlichste Veränderung werden die Expressbus-Linien gestrichen und damit auch die 124, die zurzeit noch das Gewerbegebiet Feldkassel an den Kölner Hauptbahnhof anbindet. Auch die Linie 122 wird es künftig nicht mehr geben – die Haltestellen auf ihrer Route werden künftig auf die Linien 120 und 125 aufgeteilt. Die Route der 120 etwa bleibt zwischen Chorweiler und Worringen sowie Roggendorf/Thenhoven unverändert, anstatt in Richtung Blumenberg zu fahren, fährt sie jedoch künftig über Seeberg bis zur Stadtbahnhaltestelle Wilhelm-Sollmann-Straße.
ÖPNV in Chorweiler: Neue Linien, neue Verbindungen
Die Linie 121 bleibt größtenteils erhalten, spart sich jedoch die Schleife über Feldkasseler Weg und Morsestraße, so dass sich die Fahrtzeit zwischen Merkenich und Chorweiler künftig merklich verkürzen soll. Die 125, die den Kölner Norden über Pesch und Esch an Sinnersdorf anbindet, spart das Gewerbegebiet Pesch künftig aus, um die Route der 122 über den Chorweiler Zubringer nach Chorweiler zu übernehmen. Von dort aus bedient sie das Gewerbegebiet Feldkassel – und könnte perspektivisch in einem nächsten Planungsschritt auch erstmals über die Leverkusener Brücke eine ÖPNV-Verbindung nach Leverkusen herstellen.
Die 145 wird künftig über Lindweiler eine Verbindung zwischen Weiden und Chorweiler schaffen, während die 139, die bislang den Kölner Westen mit dem S-Bahnhof Longerich verbindet, neu konzipiert werden soll: Künftig soll sie ab Longerich die bisherige Route der 125 übernehmen und die Verbindung aus und nach Blumenberg erhalten – und zwar nicht nur wochentags, wie bisher, sondern auch am Wochenende.
Dass der Anschluss Blumenbergs ans KVB-Netz nicht nur bestehen bleibt, sondern auch aufs Wochenende ausgeweitet wird, ist ein großer Erfolg für den Bezirk, so Mattis Dieterich, Mitglied der SPD-Ratsfraktion, denn zwischenzeitlich habe es auch Überlegungen gegeben, diesen ganz zu streichen. Sorgen macht ihm jedoch der geänderte Routenverlauf der 125, denn durch den Wegfall der Direktverbindung zwischen Esch/Pesch und Heimersdorf müssen viele Schüler der Ursula-Kuhr-Hauptschule künftig umsteigen. Dies werde zu deutlich längeren Fahrzeiten führen und stelle gerade für jüngere Schüler eine erhebliche Belastung dar, schreibt die Schule in einem Brief an den Mobilitätsausschuss. Dadurch werde die Schule bei den Anmeldezahlen weiter unter Druck geraten.
