Seit dem vergangenen Jahr ist bekannt, dass die Straße Am Höfenweg ein Facelift bekommen wird: Die Mehrfamilienhäuser der Hausnummern 46 bis 76, die die Straße fast ein Jahrhundert lang geprägt haben, genügen modernen Standards in Sachen Barrierefreiheit, Schall- oder Wärmeschutz nicht mehr – sie sollen abgerissen und durch ein zeitgemäßes Wohnquartier ersetzt werden: 108 Wohneinheiten sollen dabei entstehen, gut 60 mehr, als das bestehende Ensemble bietet. Auch der Bau einer in Merkenich dringend benötigten Kindertagesstätte mit fünf Gruppen ist Teil der Planungen. Für gewöhnlich würde es in diesem Stadium des Planungsprozesses noch mehrere Jahre dauern, bis die Baumaschinen überhaupt anrollen würden. Tatsächlich aber könnte das Projekt deutlich schneller in die Umsetzung kommen als gewohnt: Der Vorhabenträger, die Kölner Wohnungsgenossenschaft, hat die Anwendung des sogenannten „Bau-Turbos“ beantragt.
Stadt Köln hat Rahmenbedingungen für Bau-Turbo beschlossen
Erst im vergangenen Frühjahr hatte der Rat der Stadt Köln klare Rahmenbedingungen für die Umsetzung des Bundesgesetzes zur Beschleunigung des Wohnungsbaus geschaffen, durch das etwa die Notwendigkeit eines Bebauungsplanverfahrens entfällt. Um sich für den Bau-Turbo zu qualifizieren, müssen Bauvorhaben etwa mit den städtebaulichen Zielsetzungen der Stadt Köln vereinbar sein, etwa mit den Vorgaben des kooperativen Baulandmodells zum Anteil geförderter Wohnungen.
Nach ersten Vorabstimmungen kommt die Verwaltung zu dem Schluss, dass das Merkenicher Projekt mit diesen städtischen Vorgaben vereinbar ist. Das geht aus einer Vorlage in der jüngsten Sitzung der Bezirksvertretung Chorweiler hervor. Ein Problem sieht sie zwar in der Nähe Merkenichs zu Betrieben der chemischen Industrie, sogenannten „Störfallbetrieben“, die einen angemessenen Sicherheitsabstand zu „schutzwürdigen Nutzungen“ einhalten müssen. Da das Projekt aber innerhalb der bestehenden Gemengelage der Merkenicher Wohnbebauung umgesetzt werden soll, könne der Achtungsabstand eingehalten werden, so die Verwaltung. Auch auf eine Öffentlichkeitsbeteiligung kann nach Einschätzung der Verwaltung verzichtet werden.
Den Chorweiler Bezirksvertretern war die Vorlage hochwillkommen. „Ich bin sehr froh, dass der Bau-Turbo für das Projekt dort beantragt wurde, vor allem wegen der dort geplanten Kita“, sagte etwa Rainer Stuhlweißenburg (CDU). „Wir hoffen sehr, dass es jetzt auch so schnell vorangeht, wie sich Verwaltung und Vorhabenträger das vorstellen.“


