Der gut 14 Jahre alte Kunstrasenplatz des FC Pesch ist der älteste im Kölner Norden und inzwischen recht mitgenommen – nun wird er erneuert.
258.000 Euro teure ErneuerungKunstrasenplatz des FC Pesch soll saniert werden

Der Kunstrasenplatz des FC Pesch hat sich nach 14 Jahren deutlich abgenutzt. (Archivbild)
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Im Frühjahr des vergangenen Jahres hatte sich Pascal Ervens, erster Vorsitzender des FC Pesch, erstmals an die Öffentlichkeit gewandt: Der 2012 gebaute Kunstrasenplatz auf der Helmut-Kusserow-Sportanlage, der primären Trainings- und Spielstätte des Vereins, sei inzwischen so weit abgenutzt, dass die Verletzungsgefahr wachse, da die Nähte der einzelnen Kunstrasenbahnen sich zu lösen begannen und Spieler aufgrund der überstehenden Kanten stürzen könnten.
Eigentlich hatte der beschlossene Doppelhaushalt für 2025 und 2026 keine Investition in Sportanlagen vorgesehen, doch kurz vor Jahresende erreichte den Verein eine gute Nachricht: In ihrer letzten Sitzung des Jahres beschloss die Bezirksvertretung (BV) Chorweiler eine Vorlage der Verwaltung, nach der der Kunstrasenbelag nun ausgetauscht werden soll – die Kosten werden auf 258 000 Euro geschätzt.
Sanierung dringend – künftig mit Kork statt Kunststoff
Im vergangenen November hatten Mitarbeiter der Stadt das Areal in Augenschein genommen und die offenen Nähte dokumentiert, die entstehen, weil sich der Klebstoff des Nahtbandes löst. Die Dringlichkeit der Sanierung ergibt sich auch daraus, dass bei einer Weiternutzung zusätzlich die elastifizierende Grundschicht unter dem Kunstrasenbelag geschädigt würde, was die Kosten für eine Sanierung deutlich in die Höhe treiben würde. Anders als beim Bau des Kunstrasens soll nicht Kunststoffgranulat, sondern Kork als Füllmaterial verwendet werden – das soll den Eintrag von Mikroplastik in die Umgebung reduzieren, für den Kunstrasenplätze eine bedeutende Quelle sind. Seit 2023 sind Kunststoff-Füllstoffe ohnehin auf EU-Ebene verboten.
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Noch kurz vor der Sitzung der BV schien der Beschluss auf wackligen Füßen zu stehen, denn dieser war einige Tage zuvor noch zurückgezogen worden – laut Mattis Dieterich und Ayfer Sevim, neugewählten Mitgliedern der SPD-Ratsfraktion, weil die Stadtkämmerei Veto eingelegt hatte. „Wegen der Haushaltssperre durften nur Investitionen getätigt werden, die rechtlich unabweisbar sind“, erklärt Dieterich. Er und Sevim hatten sich hinter den Kulissen für die Sanierung eingesetzt und dargelegt, dass sich die Unabweisbarkeit aus der Verletzungsgefahr und der Bedeutung des Platzes für Gesundheit und Freizeitgestaltung ergab.
„Wenn man so etwas wie einen Kunstrasenplatz baut, müssen auch die Folgekosten einkalkuliert werden, die irgendwann zwangsläufig entstehen“, sagt Dieterich. Ervens dankte den SPD-Vertretern für ihren Einsatz, aber ausdrücklich auch Daniel Kastenholz aus der CDU-Fraktion, inzwischen Bezirksbürgermeister, der sich ebenfalls für den Verein stark gemacht hatte.
Einen konkreten Zeitplan für die Sanierung, die etwa drei Wochen in Anspruch nehmen soll, gibt es noch nicht. „Im Gespräch hieß es einmal, dass es ab April möglich sei“, so Ervens, „aber da sind wir noch mitten im Spielbetrieb. Wir würden es daher gerne auf Anfang Juni legen, an den Beginn der Sommerpause“.

