Zum Auftakt der zweiwöchigen Veranstaltungsreihe erinnern die Initiatoren an die Relevanz des Pride.
Cologne Pride eröffnet„Deshalb gehen wir heute noch auf die Straße“

Das Straßenfest ist einer der Höhepunkte des Cologne Pride
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„Wenn Menschen gegeneinander ausgespielt werden sollen, wenn Vielfalt als Bedrohung dargestellt wird, müssen wir widersprechen, klar, laut und gemeinsam“, forderte Hugo Winkels, als am Freitag auf dem Elogiusplatz zwischen Augustiner- und Pipinstraße der Cologne Pride eröffnet wurde. Winkels gehört dem Vorstand des Vereins Cologne Pride an, der die gleichnamige zweiwöchige Veranstaltungsreihe ausrichtet, die bis zum 5. Juli dauert. Deren Höhepunkt sind das dreitägige Straßenfest und die Demonstrationsparade zum Christopher Street Day (CSD).
Im Bemühen um die Gleichberechtigung von Schwulen, Lesben und anderen queeren Menschen seien in den vergangenen Jahren in Deutschland wichtige Fortschritte erzielt worden, sagte Winkels. Dafür hätten „Generationen von Aktivisten“ gekämpft. Doch weiterhin würden queere Menschen hierzulande, auch in Köln, Diskriminierung, Hass und Gewalt erleben. Viele Heranwachsende hätten Angst, sich in der Schule zu outen, transgender und non-binäre Menschen – also solche, die sich weder ausschließlich als Mann noch als Frau identifizieren – kämpften täglich um Anerkennung und Respekt. Regenbogenfamilien warteten immer noch auf die vollständige rechtliche Gleichstellung mit herkömmlichen Familien. Das Klima sei sogar wieder rauer geworden. Queerfeindliche Sprache werde lauter, Vorurteile würden bewusst geschürt, und vor allem Transmenschen würden „zum Gegenstand politischer Debatten gemacht, anstatt ihre Rechte und ihre Würde in den Mittelpunkt zu stellen“.
Winkels erinnerte an den Ursprung des CSD: den Aufstand queerer Gäste der Bar „Stonewall Inn“ in der New Yorker Christopher Street, die sich gegen Diskriminierung, Polizeigewalt und gesellschaftliche Ausgrenzung gewehrt hätten. „Genau deshalb gehen wir auch heute noch auf die Straße.“ Winkels erinnerte auch daran, dass in vielen Teilen der Welt queere Menschen unterdrückt, kriminalisiert und verfolgt werden. Viele könnten ihre Identität nur im Verborgenen leben, und täten sie es nicht, bezahlten sie ihren Mut mit der Freiheit oder gar mit ihrem Leben. Ihnen müsse die internationale Solidarität gelten: Den CSD zu feiern bedeute, „auch für diejenigen auf die Straße zu gehen, die es nicht können“.
Cologne Pride: „Zeit der Sichtbarkeit“
Durch das Eröffnungsprogramm führte Erika Laste, nach eigenem Bekunden „Thüringens letztes Funkemariechen“. Das Kernteam der Organisatoren bildete auf der Bühne auch dann den Hintergrund, als Bürgermeisterin Derya Karadag (Bündnis 90/Die Grünen) sprach. Mit dem Cologne Pride, einer „Zeit der Sichtbarkeit, der Solidarität und der Lebensfreude“, zeige Köln als „Hauptstadt der queeren Community“ einmal mehr, wofür es stehe: „Offenheit, Vielfalt und Respekt“. Zum CSD die Regenbogenflagge am Historischen Rathaus zu hissen und dort einen Empfang zu veranstalten, demonstriere, dass die Stadt „fest an der Seite der queeren Community steht“.
Für den Cologne Pride ist der Elogiusplatz wie in den Vorjahren zu einem Strand hergerichtet worden, mit Tonnen von feinem Sand, einem kleinen Pool, Palmen und anderen Pflanzen, Sonnenschirmen, Liegestühlen und einer Bar. Wegen des Unwetters am Freitagabend fand die Show, die auf die Ansprachen folgte, nur in abgespeckter Version statt. Auf die Bühne kamen die Drag Queens Cassy Carrington, Ambre Amour, The Only Naomi und Pem Pengco. Der Cologne Pride umfasst rund 125 Veranstaltungen, vom Stadtrundgang über Infoabende und Lesungen bis zu Partys. Nähere Informationen im Internet.
