Die Ehrenfelder Bezirksvertreter wenden sich mit einer Resolution an die Eigentümerin der Filiale, die Deutsche Bank. Sie sehen die Lebensqualität im Veedel in Gefahr.
Appell an PostbankPolitiker wollen Filiale in Köln-Ehrenfeld erhalten

Die Postbank-Filiale Venloer Straße 231b nutzen viele Ehrenfelder auch für Brief- und Paketdienstleistungen.
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Eine funktionierende Grundversorgung mit Bank- und Finanzdienstleistungen ist „ein wichtiger Bestandteil der öffentlichen Daseinsvorsorge und trägt wesentlich zur Lebensqualität bei“: So sehen das Bündnis 90/Die Grünen, SPD, Die Linke, Volt, CDU und FDP in der Ehrenfelder Bezirksvertretung. Deshalb wenden sie sich mit einer gemeinsamen Resolution an die Postbank und ihre Eigentümerin, die Deutsche Bank AG, und appellieren „mit Nachdruck“ an die Verantwortlichen, die beabsichtigte Schließung der Postbank-Filiale Venloer Straße 231b zu überdenken und rückgängig zu machen.
Eine Schließung der Filiale hätte nach Einschätzung der Bezirksvertreter negative Auswirkungen vor allem für ältere Menschen sowie für Bürger, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, aber auch für sozial benachteiligte Gruppen. Viele Kölner seien auf wohnortnahe Bankdienstleistungen wie die persönliche Erledigung von Geldgeschäften, Bargeldabhebungen, Überweisungen oder Beratungen angewiesen, das sei „eine unverzichtbare Voraussetzung für ihre Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.“ Häufig seien sie nicht in der Lage, weite Wege in andere Stadtteile zurückzulegen.
Postbank verkündete Schließung der Filiale am Barthonia-Forum
Vor einigen Wochen hatte die Postbank mitgeteilt, ihre Filiale hinter dem Barthonia-Forum im ersten Quartal 2026 zu schließen. Als Partnerin der Deutschen Post/DHL bietet sie dort derzeit auch noch Post- und Paketdienstleistungen an. Die würden im Falle einer Schließung ebenfalls komplett entfallen, sämtliche dort stationierten Selbstbedienungsgeräte sollen ebenfalls entfernt werden. Die nächstgelegene Filiale mit einer vergleichbaren Angebotspalette, darauf hatte die Postbank hingewiesen, befindet sich in der Breite Straße in den WDR-Arkaden.
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Die Postbank wies auch darauf hin, dass die Deutsche Post rechtzeitig eine neue Partnerfiliale in der Nähe zur Verfügung stellen werde, diese könnte etwa in einem Geschäft an der Venloer Straße eingerichtet werden. Über Aushänge und Handzettel würden die Kunden rechtzeitig informiert. Postbank-Kunden werden, wenn es um eine kostenlose Bargeldversorgung geht, auf Kooperationen der Postbank mit dem Einzelhandel in der Umgebung vertröstet. Dort können sie an den Kassen Geld abheben.
Zuwachs beim Online-Banking rechtfertige Schließung
Oder die Kunden nehmen das neue Regionale Center für die Beratung per Video und Telefon in Anspruch, wo geschulte Berater Postbank-Dienstleistungen von der Geldanlage bis zu Privatkrediten anbieten. Selbstverständlich kann man sich auch ins Online-Banking reinfuchsen, die Zunahme in diesem Bereich, die einen entsprechenden Rückgang bei den „stationären Filialen“ zur Folge hat, führt die Postbank als eigentlichen Grund für die Schließung der Ehrenfelder Filiale an.
Die Ehrenfelder Bezirksvertreter fürchten, dass einige Bevölkerungsgruppen mit diesen alternativen Lösungen überfordert wären. Sie fordern die Postbank auf, „mit der Stadt Köln in den Dialog zu treten, um gemeinsam Lösungen zu entwickeln, die den Bedarf im Stadtbezirk berücksichtigen.“

