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Skate-Anlage und KunstrasenEhrenfelds Sportanlage nahe der Moschee wird aufgehübscht

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Ein Bagger steht neben einer mobilen Skate-Anlage, ein Arbeiter fegt den Boden.

Die vorbereitenden Arbeiten machen Hoffnung: Auf dem Asphaltplatz zwischen Innerer Kanalstraße und Fußballplätzen soll ein Skatepark entstehen.

Spiel und Sport kommen in der Anlage im Schatten der Moschee in Ehrenfeld ziemlich verstaubt rüber. Das soll sich nun ändern, auch dank Geld aus Düsseldorf.

Auf der Asphaltfläche an der Ostseite der Prälat-Ludwig-Wolker-Bezirkssportanlage, nahe der Inneren Kanalstraße, wird fleißig gesammelt und gekehrt. Auch überflüssiges Gestrüpp entfernen die Mitarbeiter der Stadt, denn auf diesem Gelände, das bislang als Streetballplatz genutzt wurde, und wo im Moment ein mobiler Pumptrack steht, soll ein Skatepark entstehen. Er ist Teil einer Generalüberarbeitung der Bezirkssportanlage, die seit über zehn Jahren im Gespräch ist und zeitweise von den Ideen der Bürgerinitiative „Innergrün“ befeuert, jedoch immer wieder verschoben wurde.

600.000 Euro aus dem „Sportmilliarde-Topf“ des Landes Nordrhein-Westfalen fließen nach Ehrenfeld

Nun könnte es ernsthaft losgehen, denn kürzlich kam als mögliche Initialzündung aus Berlin die Nachricht, dass Köln für die Anlage des Skateparks 607.500 Euro aus dem „Sportmilliarde“-Topf erhält. Das ist immerhin knapp die Hälfte der für den Bau des Skateparks veranschlagten 1,35 Millionen Euro. Die Sanierung der gesamten Bezirkssportanlage wird nach einer Kostenschätzung der Verwaltung, die allerdings aus dem Jahre 2020 stammt, mit 2,65 Millionen Euro zu Buche schlagen.

Denn die Anlage soll gründlich umgekrempelt werden. Derzeit verfügt sie über drei große Fußballplätze, zwei Aschenplätze – auch Tennenplätze genannt – und einen Kunstrasenplatz im Süden neben der Moschee. Die Plätze sind teils eingezäunt und werden ausschließlich von den Vereinen DSK, Eintracht und Galanolefkos Köln genutzt. Dies soll sich nun ändern, die Bezirkssportanlage wird, wie seinerzeit von der Initiative Innergrün gefordert, wenigstens zum Teil der nicht in Vereinen organisierten Nachbarschaft zur Verfügung stehen.

Radfahrer und eine Frau mit Hund sind auf einem Ascheweg zwischen Sportplätzen unterwegs.

Auch das Wegenetz der Bezirkssportanlage zwischen Innerer Kanalstraße und Everhardstraße soll erneuert werden.

Das entspräche den Vorstellungen des Stadtplaners Fritz Schumacher und des Gartendirektors Fritz Encke, die das Gelände im Auftrag von Oberbürgermeister Konrad Adenauer in den Jahren 1923/24 angelegt hatten. Demnach sollten hier die Bewohner des Arbeiterveedels nach Feierabend und am Wochenende Gelegenheit zu sportlichen Aktivitäten vorfinden. Über eine Straße wollten Schuhmacher und Encke zudem eine Verbindung zu den Liegewiesen auf der anderen Seite der Inneren Kanalstraße herstellen werden, die Planer sahen die Prälat-Ludwig Wolker-Anlage als Teil des Inneren Grüngürtels.

Blick auf einen Fußball-Ascheplatz, dahinter ist die Moschee zu sehen und das Telekom-Hochhaus im Inneren Grüngürtel.

Auf dem mittleren der drei Fußballplätze stehen die größten Veränderungen an.

Diese Verbindung war durch die vielbefahrene Innere Kanalstraße lange gründlich gestört. Vor wenigen Jahren wurde sie durch einen Fuß- und Radweg mit Ampelanlage über die Kanalstraße aber erneuert, nun sollen auch die Sportmöglichkeiten für die Allgemeinheit bereitgestellt werden. Denn neben dem Bau des Skateparks und der Umwandlung des nördlichen Aschenplatzes in einen Rasenplatz, der aber weiterhin dem Vereinsfußball vorbehalten bleibt, steht die künftige Nutzung des mittleren Fußballplatzes im Zentrum der Umgestaltung. Er soll bald für unterschiedliche Sportarten genutzt werden. „Besonders erfreulich ist, dass die beliebtesten Sportarten in der weiteren Planung berücksichtigt werden konnten“, sagt ein Sprecher der Stadt. Eine Bürgerbeteiligung hatte ergeben, dass Beachvolleyball-, Beachsoccer- und Basketballfelder gewünscht sind. Dazu ein Kunststoffrasen-Kleinspielfeld für die Kicker und weitere, frei nutzbare Flächen mit diversen Sportgeräten à la Bewegungsparcours. Auch adäquate Aufenthaltsbereiche werden geschaffen.

Überarbeitet werden sollen auch der Spielplatz und das Wegenetz der Anlage sowie die Verbindung zum einstigen Siemensgelände im Westen. Das war seit Anfang der 70er Jahre komplett abgeschottet und soll im Zuge der Neubebauung mit Wohnblocks wieder zur Bezirkssportanlage hin geöffnet werden. Auf ein genaues Datum für den Beginn der Arbeiten möchte sich derzeit noch niemand festlegen. Aktuell befinde man sich im Stadium der „Entwurfsplanung“, sagt der Sprecher der Stadt. Dies umfasse eine „detaillierte technische Ausarbeitung des Konzepts sowie die Einbindung aller Fachplanungen“. Auch die Kostenberechnung werde „weiter verfeinert“. Innergrün hatte sich aus Frust schon vor Jahren aufgelöst.