Köln – Auch am Freitag hat der Streik des privaten Sicherheitspersonals den Betrieb am Flughafen Köln/Bonn massiv gestört. Die Airlines mussten bis zum Abend 24 Abflüge und 18 Landungen streichen.
Bis 11.30 Uhr waren 39 Starts geplant, tatsächlich konnten nur 19 Flugzeuge abheben. Insgesamt standen am Freitag 97 Starts und 98 Ankünfte auf dem Flugplan.
Da in jedem der beiden Terminals nur eine Kontrollspur geöffnet werden konnte, bildeten sich dort lange Schlangen. Die Fluggäste mussten teilweise mehrere Stunden auf ihre Flüge warten. Service-Mitarbeiter des Flughafens versorgten die Wartenden mit Snacks und Getränken. Mehrere tausend Passagiere waren betroffen. „Die Verspätung ist derzeit eher der Normalfall“, sagte Flughafen-Sprecher Walter Römer am Nachmittag. Die Auswirkungen des Streiks seien allerdings nicht ganz so dramatisch gewesen wie am Donnerstag.
Bereits am Tag zuvor hatte der Warnstreik, zu dem die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi aufgerufen hatte, den Flugverkehr teilweise lahmgelegt. 26 Starts und 22 Landungen mussten gestrichen werden.
In dem Tarifstreit geht es nicht nur um das Personal an den Flughafen-Kontrollstellen, sondern um die gesamte Sicherheitsbranche. „Wir wollen die Branche aus dem Niedriglohnsektor herausholen“, so die Linie der Gewerkschaft. Sie will für die Sicherheitsmitarbeiter am Flughafen einen einheitlichen Bruttostundenlohn von 16 Euro durchsetzen. Der Streik in Köln/Bonn sollte am Freitagabend um 24 Uhr beendet sein.
Der Flughafenverband ADV kritisierte Dauer und Umfang der Arbeitsniederlegungen als „unverhältnismäßig“, sie sprengten die Dimensionen eines Warnstreiks. Kölns Flughafen-Chef Michael Garvens hatte gefordert, dass die Bundespolizei im Falle eines Streiks die Aufrechterhaltung des Flugbetriebs sicherstellen müsse.
