Ein monatelang vermisster indigener Schädel ist an der Uni Köln gefunden worden. Die Kriminalpolizei bittet um Hinweise.
In Decathlon-TüteGestohlener Schädel an der Universität Köln wieder aufgetaucht

Zeremonie an der Medizinischen Fakultät der Uni Köln: Zwei Schädel wurden an Vertreter der indigenen Community Australiens zurückgegeben – ein dritter fehlte jedoch.
Copyright: Jana Bauch / Universität zu Köln
Der im vergangenen Jahr aus einem Lagerraum der Universität zu Köln gestohlene indigene Schädel ist wieder aufgetaucht. Das berichtet die Polizei. Demnach fand eine Mitarbeiterin den Schädel am Montagmorgen in einer Tüte des Sportgeschäfts Decathlon, die im Flur des Untergeschosses in der Nähe des ursprünglichen Diebstahlortes abgestellt war.
Bei dem Schädel handelt es sich um einen Überrest indigener Australier. Er sollte im Dezember an staatliche Repräsentanten Australiens sowie an Nachfahren einer indigenen Community übergeben werden. Kurz zuvor jedoch kam es zu dem Diebstahl. Drei verpackte Schädel, bereit zur Rückführung, waren im sogenannten Präparatorenlabor des Anatomie-Instituts an der Joseph-Stelzmann-Straße gelagert. Ein Schädel wurde aus dem Institut entwendet und durch einen Gips-Schädel ersetzt. Die angereisten Nachfahren konnten daher nur zwei der drei zugesagten Schädel in ihre Heimat mitnehmen.
Gestohlener Schädel an der Uni Köln: Täter weiterhin unbekannt
Eine Videoüberwachung gab es laut einer Sprecherin der Uni Köln nicht. „Wir können nur sagen, dass der Raum verschlossen ist. Wie wir ihn künftig besser sichern können, werden wir mit der Polizei beraten“, sagte sie nach dem Diebstahl.
Die drei Schädel hatte die Uni Köln 1955 von einem Händler erworben, um die im Zweiten Weltkrieg zerstörte anatomische Sammlung wieder aufzubauen. Insgesamt befanden sich im Dezember noch 18 Präparate im Besitz des Anatomie-Instituts. Sie stammen aus unterschiedlichen Kontinenten. Unter welchen Umständen sie in den Besitz der Händler gelangten und nach Europa kamen, lasse sich nach Angaben der Universität heute nicht mehr nachvollziehen.
Wer den Schädel gestohlen und nun wieder zurückgebracht hat, ist weiterhin unklar. Das Kriminalkommissariat 71 bittet unter der Telefonnummer 0221 229-0 oder unter der E-Mail poststelle.koeln@polizei.nrw.de um Hinweise. (fho)

