Warum die Kölner trotz vieler Pannen am Ende doch immer als Letzte lachen.
Satirischer WochenrückblickMein liebes Köln – jetzt lachen alle über Dich


Die Hohenzollernbrücke strahlt in den olympischen Farben.
Copyright: Thomas Banneyer
Mein liebes Köln, das war eine Woche, in der Du mal wieder unter Beweis gestellt hast, dass Perfektionismus nicht unbedingt zu Deinen Kernkompetenzen zählt. Jetzt lachen alle über Dich. Wie immer! Nicht mal eine Kirmes am Deutzer Rheinufer kriegst Du hin, geschweige denn die schnelle Auszählung der Stimmen für ein Sportereignis, das über „Entenangeln“ oder „Hau den Lukas“ hinausgeht.
Beides ist nach handfesten Auseinandersetzungen unter den beiden Rummel-Konkurrenten – in dem Gewerbe ist man nun mal nicht aus Zuckerwatte – jetzt schon dreimal ausgefallen. Obwohl Du Dich mächtig angestrengt hast, um nach einer gerechten Lösung zu suchen. Die Idee war genial und weltweit einzigartig. Die Kirmes in Köln wird in der Losbude vergeben. In zwei verschlossenen Umschlägen, in denen ein Ja und ein Nein enthalten sind.
Wenn das nach einer ausführlichen Kontrolle durch die städtische Findungskommission geklappt hat, darf der Sieger auf einen Buzzer drücken und die Hohenzollernbrücke zum Leuchten bringen. Oder habe ich da jetzt etwas verwechselt?
Egal. Worauf ich eigentlich hinaus will, mein liebes Köln. Mach Dir keinen Kopf. Warum kommen Menschen aus aller Welt zu Besuch und schwärmen noch lange von Dir, wenn sie längst wieder fort sind? Weil sie Deine Unbeschwertheit und die Leichtigkeit des Seins zu schätzen wissen. Als ob es bei der Entscheidung über die Olympiabewerbung im Herbst noch eine Rolle spielen könnte, dass Köln die Brückenlichter schon erstrahlen ließ, obwohl das Endergebnis noch gar nicht vorlag. Was macht das schon? Was zählt, sind die Kölner Lichter.
Eine Runde Entenangeln für die Wahlhelfer
Zumal die Wahlhelfer sich über einen Erfrischungsgeld-Aufschlag von 25 Euro freuen dürfen. Das reicht locker für eine wilde Fahrt mit der wilden Maus, knutschen in der Geisterbahn und eine Runde Entenangeln.
Im Herbst wird auch kein Mensch mehr über die anderthalb Milliarden Euro sprechen, wenn die Bühnen am Offenbachplatz nach 14 Jahren wieder eröffnen. Im Gegenteil. Wir lassen uns mit unseren Popos in die renovierten Stuhlreihen fallen und lachen über den coolen Spruch, für den Deine Verwaltung eigens eine Agentur beauftragt hat, weil ihr selbst zum Thema Oper nichts mehr eingefallen ist: Manche Ausgaben waren wirklich für den Arsch.
Mein liebes Köln! Dieser Satz wird noch lange nachhallen, wenn im Olympiastadion von Kreuzfeld im Sommer 2040 das Feuer entzündet wird, während die Mia-san-mia-Münchner in einem halbfertigen Tunnel immer noch an ihrer neuen S-Bahn rumbasteln, mit deren Bau sie im Jahr 2017 begonnen haben und die einfach nicht fertig werden will. Knapp elf Milliarden werden kurz vor 2040 in dem Loch versunken sein. Stand heute.
Manche Ausgaben sind eben wirklich für den Arsch.


