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Bildungscampus HöhenbergSchulneubauten sollen veraltete Gebäude ersetzen

3 min
Ein Schulgebäude mit der großen Aufschrift Grundschule Burgstraße.

Neben Klassenräumen für eine zweizügige Grundschule entstehen an der Burgstraße auch eine Mensa und eine Zweifach-Turnhalle.

Der Bildungscampus in Höhenberg wird bis 2028 modernisiert. Geplant sind Neubauten für Grund- und Gesamtschule sowie erweiterte Sportanlagen.

Wer derzeit durch Höhenberg schlendert, kommt an Baustellenabsperrungen kaum vorbei. An gleich drei Stellen rund um die Burgstraße wird gehämmert, gebohrt und betoniert. Der Grund: Auf zwei Schulgrundstücken links und rechts der Straße entsteht ein komplett neu zugeschnittener Bildungscampus. Montessori-Grundschule und Katharina-Henoth-Gesamtschule teilen sich hier bislang veraltete Gebäude. Das soll sich grundlegend ändern. Die Zahlen klingen nach Mammutprojekt, und das ist es auch: Bis zum Schuljahr 2028/29 sollen moderne Neubauten für beide Schulen stehen, großzügige Grünflächen angelegt und insgesamt drei Turnhallen zur Verfügung stehen. Eine besondere Herausforderung dabei: Der Unterricht läuft weiter, während rundherum gebaut wird.

Wirtschaftsdezernent Andree Haack, Zimmermann Max Berheide, Oberbürgermeisterin Henriette Reker, Schulleiter Martin Süsterhenn und Tim Schneider von der Baufirma (v.l.) bei der Grundsteinlegung der Aula.

Wirtschaftsdezernent Andree Haack, Zimmermann Max Berheide, Oberbürgermeisterin Henriette Reker, Schulleiter Martin Süsterhenn und Tim Schneider von der Baufirma (v.l.) bei der Grundsteinlegung der Aula.

Am weitesten fortgeschritten ist der Neubau an der Adalbertstraße, direkt an der Lustheider Straße. Dort entsteht für den Hauptstandort der Katharina-Henoth-Gesamtschule ein neues Aula-Gebäude. Der Rohbau steht längst, aktuell sind Maler, Fliesenleger sowie die Gewerke für Lüftung, Sanitär und Elektro im Innenausbau am Start. Im Sommer 2026 soll das Gebäude fertig sein. Dann finden bis zu 600 Personen darin Platz. Und nicht nur die 1300 Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule dürfen sich freuen: Auch Vereine aus dem Veedel werden die Aula künftig nutzen können.

Ein Schulgebäude mit einer roten Klinkerfassade.

So wird das Grundschulgebäude dereinst aussehen.

An der Nürnberger Straße sieht es noch nach klassischer Abbruch-Baustelle aus. Dort steht der rot geklinkerte Haupttrakt der Gesamtschul-Nebenstelle, der dringend einen Erweiterungsbau benötigt. Der soll zwischen dem Bestandsgebäude und der Augsburger Straße entstehen, genau dort, wo sich derzeit eine in die Jahre gekommene Toilettenanlage und eine verwilderte Grünfläche befinden. Die Abbrucharbeiten laufen bereits. Optisch wird sich der Neubau nahtlos einfügen: Auch er bekommt eine rote Klinkerfassade.

Schadstoffsanierung bald abgeschlossen

Ganz anders das neue Grundschulgebäude, das an der Ecke Schulstraße/Burgstraße gebaut wird. Hier muss zunächst ein Altbau weichen – gerade läuft noch die vorgeschriebene Schadstoffsanierung. Die Achtklässler, die früher in dem Gebäude untergebracht waren, sitzen seit Anfang des Jahres in einem Interimsbau auf dem Schulhof und warten auf den Erweiterungsbau. Voraussichtlich im zweiten Quartal 2026 soll dann der Rohbau für das neue, L-förmige Grundschulgebäude starten. Hier wird bewusst auf Kontrast gesetzt: Eine weiß-beige Fassade hebt das Gebäude optisch von der roten Gesamtschule nebenan ab. Neben Klassenräumen für eine zweizügige Grundschule entstehen auch eine Mensa und eine Zweifach-Turnhalle. Vor dem Haupteingang an der Ecke Burgstraße/Schulstraße ist ein kleiner öffentlicher Platz geplant.

Die neue Struktur sieht auch eine klarere Verkehrstrennung vor. Die Gesamtschüler bekommen einen eigenen Zugang an der Burgstraße, über den auch die Feuerwehr anfahren und man die neue Turnhalle betreten kann. Für die Sportvereine im Veedel ist das eine gute Nachricht: Statt bisher zwei stehen künftig drei Hallen zur Verfügung. Sobald der Neubau steht, kann auch das bisherige Grundschulgebäude abgerissen werden. Die Montessori-Nebenstelle, die dort noch bis 2028 beheimatet ist, wird dann verselbständigt, auf Zweizügigkeit erweitert und ins neue Grundschulgebäude einziehen. Die Gebäude, die jetzt weichen müssen, entsprechen längst nicht mehr den heutigen Standards – weder räumlich noch energetisch. An der Gesamtschule liegen die Toiletten nur außerhalb der Gebäude, in der Grundschule gibt es pro Etage gerade mal zwei Einzelkabinen. Außerdem müssen sich beide Schulen derzeit noch einen Schulhof teilen, was nicht als ideal empfunden wird.

Neubauten gehen 2028 in Betrieb

Die neuen Entwürfe vom Büro „abj Architekt:innen GmbH“ setzen auf großzügige Freiflächen, auf weitläufige Schulhöfe mit vielen Grünflächen, Pflanzinseln mit Sitzmöglichkeiten, ein grünes Klassenzimmer, begrünten Einfriedungen und Blumenwiesen. Sogar ein angrenzender öffentlicher Spielplatz an der Augsburger Straße wird zeitgleich saniert, damit ein weiterer attraktiver Bewegungsraum für Kinder entsteht. Gebaut wird das Ganze von einem Generalunternehmer bei laufendem Schulbetrieb. Das macht den Bau zur Herausforderung. Mit dem Abschluss der Arbeiten am Bildungscampus in Höhenberg wird 2028 gerechnet.