Kommentar zum KarnevalKöln hat sich nicht blamiert, sondern schnell reagiert

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Weiberfastnacht in Köln

Karnevalisten feiern an Weiberfastnacht auf dem Alter Markt.

Köln – Das Dilemma war fast unauflöslich: Den gesamten Straßenkarneval – auf den sich diese Stadt nach zwei Jahren Pandemie so unendlich gefreut hatte – absagen, noch bevor er begonnen hatte? Nicht möglich, hieß es am Morgen des Weiberfastnachtstages beim Festkomitee wie bei der Stadt. Doch schon am Vormittag zeigte sich, dass die Position „Wir ziehen das durch“ nicht zu halten war.

Oberbürgermeisterin Henriette Reker verzichtete zunächst nur auf die geliebte Funken-Uniform und auf den Auftritt auf dem Alter Markt. Die gewonnene Zeit nutzte sie allerdings, um mit dem organisierten Karneval zu verhandeln.

Karnevalsgesellschaften sind auf der Suche nach Gründen

Das Ergebnis kam am frühen Nachmittag: Kein Rosenmontagsfest im Stadion – die Entscheidung ist richtig und sie hätte nicht anders ausfallen dürfen. Fröhliches Treiben in Müngersdorf, während im Osten Europas Krieg herrscht? Undenkbar. Dass manche Gesellschaft dennoch von den geplanten Formaten nicht lassen will, ist mit Blick auf das karnevalistische Elend der letzten zwei Jahre zwar hochgradig nachvollziehbar.

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Und doch wird es auch für die KGs angesichts der aktuellen Entwicklungen zunehmend schwieriger, nachvollziehbare Begründungen für gemeinsames Feiern zu finden. Und selbst der geplante Demo-Zug am Montag muss aufpassen, dass er am Ende nicht doch wie ein verkappter Rosenmontagszug daherkommt.

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Insgesamt aber haben die Verantwortlichen in all ihrer Not richtig reagiert. Anders als noch am 11.11. rückt der Restkarneval auf der Zülpicher Straße – gestern der einzige Ort in Köln, an dem es wirklich voll wurde – auch von außen gesehen in den Hintergrund angesichts der Ereignisse in der Ukraine. Köln hat sich am Donnerstag nicht blamiert, sondern schnell reagiert.

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