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„Hat mich überwältigt“Kölner Dreigestirn besucht Palliativpatienten

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Das Bild zeigt das Kölner Dreigestirn beim Besuch der Patientin Barbara Ellerbrok.

Patientin Barbara Ellerbrok hat für das Dreigestirn ein Lied vorbereitet.

Der Empfang durch das Kölner Dreigestirn sorgte bei Patienten und Angehörigen für emotionale Momente. Darum gehe es im Karneval, so Prinz Niklas I.

Palliativpatientin Barbara Ellerbrok hat sich in karnevalesker Tracht gekleidet. Mit Mütze und Schärpe ihres Frauenchors „Die Brausen“ wartet sie im Bett ihres Patientenzimmers auf den Besuch des Kölner Dreigestirns. Ihre Stimme ist geschwächt, darum kann sie nicht singen, aber auf einem Tablett hat sie dennoch ein Lied für Prinz Niklas I., Bauer Clemens und Jungfrau Aenne vorbereitet. Das Tablett zeigt die Aufnahme eines zurückliegenden Auftritts der „Brausen“. Darauf tanzt und singt Barbara Ellerbrok voller Elan das Lied vom Südstadtmädchen. „Die Tradition, der Karneval, muss weitergegeben werden“, sagt sie und ergänzt sichtlich gerührt in Richtung des Dreigestirns: „Es ist mir eine große Ehre, euch heute kennenzulernen.“

Prinzenspange für „Brausen“-Anstecker

Zu einem solchen Besuch im Palliativzentrum der Uniklinik Köln, wie an diesem Freitagmittag, kam das Kölner Dreigestirn bereits im Jahr 2020 zum ersten Mal. Nach Ausfällen in den Coronajahren 2021 und 2022 findet der Besuch seit 2023 jährlich statt. Organisiert wird der karnevaleske Empfang durch das Zentrum für Palliativmedizin und den „Endlich-Palliativverein“. „Es geht uns darum, den Patienten die Tradition direkt in ihre Zimmer zu bringen“, erklärt Juliane Schwibbert aus dem Vorstand des Vereins. Ina Veith, ebenfalls vom Vereinsvorstand, sagt dazu: „Der Empfang ist nicht nur für die Patienten, sondern auch für ihre Angehörigen immer wieder ein ganz besonderer Moment.“

Das Bild zeigt Patient Emil Schützenecker.

Patient Emil Schützenecker müsse den Besuch erst einmal verarbeiten, so sagt er.

So nimmt auch Barbara Ellerbrok den Besuch wahr. „Der Karneval hat in meinem Leben einen sehr hohen Stellenwert“, sagt sie nach dem Empfang. In der Hand hält sie dabei die Prinzenspange des Dreigestirns. Prinz Niklas I. hatte ihr diese und eine Autogrammkarte persönlich übergeben und von ihr dafür einen Anstecker der „Brausen“ erhalten. „Da hatte ich einen echten Kloß im Hals. Im Karneval geht es genau um solche emotionalen Momente. Wir wollen allen Kölnern, nicht nur denjenigen in den Festsälen, eine schöne Zeit bescheren. Ich hoffe, das ist uns gelungen, und dass das Positive vom heutigen Tag noch etwas nachhallt“, sagt er.

„Können einiges von den Patienten lernen“

Einen solchen emotionalen Moment durfte auch Patient Emil Schützenecker erleben. In seinem Zimmer empfing er das Dreigestirn mit Freude und leicht überrumpelt: „Ich hätte nie gedacht, dass sich um mein Bett noch einmal diese Prominenz versammelt.“ Er lacht und betont seine Dankbarkeit, den Besuch bei vollem Verstand erleben zu dürfen. „Das hat mich überwältigt, ich muss das erst einmal verarbeiten“, sagt Emil Schützenecker. Auch er erhält, wie die anderen besuchten Patienten, Autogrammkarte, Prinzenspange und ein persönliches Gespräch mit warmen Worten. Die Patienten können von ihrer Situation erzählen, wie sie sich fühlen, wofür sie dankbar sind.

Bevor es für das Dreigestirn weitergeht zur nächsten Veranstaltung im eng durchgetakteten Terminplan, hält Prinz Niklas I. noch einmal inne und resümiert: „Hier, an diesem tollen Ort, können wir noch einiges von den Patienten lernen.“