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Kölner KarnevalEinigung nach Ärger um Künstlerbuchungen im Karneval

Das neue Buchungsverfahren im Kölner Karneval sollte Klarheit schaffen. Nun wurde es für 2029 nachgeschärft.

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und
Basti Campmann und Pit Hupperten zusammen auf der Bühne.

Wann stehen Top-Bands wie Kasalla um Basti Campmann (l.) oder die Bläck Fööss mit Pit Hupperten in der Session 2029 auf der Bühne? Das wird im kommenden Sommer festgelegt.

Im Sommer 2025 sorgte im Kölner Karneval kein Thema für mehr Aufregung: Ganz plötzlich mussten die Gesellschaften ihre Künstlerinnen und Künstler für die nun anstehende kurze Session 2027 zwei Monate früher buchen als in den Jahren zuvor. Auslöser des Ärgers waren Absprachen, die die großen Gesellschaften beim Literatenstammtisch getroffen hatten. Viele kleine Gesellschaften hatten davon nichts erfahren. Entsprechend heftig fiel die Empörung aus. Zahlreiche Vereine kritisierten, für sie seien die Top-Acts damit außer Reichweite.

Festkomitee, Künstler und Gesellschaften einigen sich auf festen Buchungsfahrplan

Auf das Durcheinander reagierte zunächst das Festkomitee, das sich in die Angelegenheit einschaltete. Aus der Künstlerschaft heraus entstand zudem die Initiative „Wir buchen 2028“. Ihr Ziel: Exklusive Bevorzugungen einzelner Großgesellschaften oder Zusagen vorab sollte es nicht mehr geben. Seither treten zehn der wichtigsten Karnevalsbands gemeinsam auf – Bläck Fööss, Brings, Cat Ballou, Domstürmer, Höhner, Kasalla, Klüngelköpp, Miljö, Paveier und Räuber. Auch unter den Rednern bildete sich ein Zusammenschluss aus Guido Cantz, Marc Metzger, Martin Schopps und Volker Weininger.

Reibungslos verlief die zurückliegende Buchungsrunde dennoch nicht. Manche Bands nahmen Buchungen in Eigenregie vor und setzten sich über die vereinbarten Fristen hinweg. Hinzu kommt ein Interessenkonflikt: Einige Agenturinhaber wollen ihre Künstler unterbringen, zugleich aber in ihren eigenen Gesellschaften ein starkes Programm auf die Bühne bringen.

In der Szene gärt es deshalb weiter, unter der Hand wird reichlich Kritik geübt. Um die Erfahrungen der diesjährigen Buchungsrunde aufzuarbeiten und das System zu verfeinern, lud das Festkomitee am 13. Oktober 2026 Künstler, Agenturen, Literaten sowie Vertreterinnen und Vertreter der veranstaltenden Gesellschaften an einen Tisch.

Lutz Schade sitzt an seinem Schreibtisch.

Festkomitee-Präsident Lutz Schade brachte alle Beteiligten zum Thema Künstlerbuchung zusammen.

Präsident Lutz Schade umreißt, worauf es dabei ankommt: „Es geht um rechtzeitige und gleiche Informationen für alle, nachvollziehbare Fristen und mehr Planungssicherheit – auch und gerade für kleinere Vereine.“ Zugleich betont er: „Unterschiedliche Interessen gehören zum Karneval. Entscheidend ist aber, dass wir im Gespräch bleiben und gemeinsam tragfähige Lösungen finden.“

Bei dem Treffen kamen die Probleme ohne Umschweife auf den Tisch: Beteiligte waren teilweise schwer zu erreichen, Antworten ließen auf sich warten, die Abläufe waren zu dicht getaktet, und die gleichzeitig laufenden Buchungsphasen sorgten für zusätzliche Belastung. Als Konsequenz vereinbarte die Runde, Dreigestirn, Redner und Bands künftig zeitlich versetzt zu buchen. Die Literaten sollen so mehr Zeit bekommen, ihre Programme nach und nach zusammenzustellen. Außerdem entsteht dadurch mehr Spielraum für Alternativen und für den künstlerischen Nachwuchs.

Weiterhin übernimmt das Festkomitee bei dem Verfahren die Rolle des neutralen Koordinators. „Alle Gesellschaften sollen die für ihre Planung wesentlichen Informationen rechtzeitig und auf einer vergleichbaren Grundlage erhalten“, erklärt Schade. Und weiter: „Das bedeutet keine Garantie für einen bestimmten Künstler, sichert aber ein transparentes und verlässliches Verfahren.“

Mit dem Treffen allein war es allerdings nicht getan. Es folgten weitere Abstimmungen, unter anderem mit der Lanxess-Arena. Erst danach konnten sich die Beteiligten einvernehmlich und verbindlich auf den endgültigen Zeitplan für die Buchungen zur Session 2029 verständigen.

Den Auftakt bildet die Lachende Kölnarena 2029: Sämtliche Termine dafür werden bis zum 1. Juni 2027 fixiert. Vom 1. Juni an folgen die Buchungen des Kölner Dreigestirns und des Kinderdreigestirns. Die Top-4-Redner erhalten ihre Anfragen bis zum 7. Juni und beginnen am 14. Juni mit dem Buchen. Zwei Tage später, am 16. Juni, steigen dann auch alle übrigen Redner ein.

Brings und Cat Ballou beim gemeinsamen Auftritt.

Mit ihrem gemeinsamen Song „Immer för immer“ machen Brings und Cat Ballou gemeinsame Sache. Auch das Buchen soll künftig partnerschaftlicher ablaufen.

Für die Musikgruppen der Initiative „Wir buchen 2029“ läuft die Frist für die Übermittlung der Anfragen bis zum 25. Juni. Die zehn Bands nehmen ihre Buchungen am 5. Juli auf. So soll zugleich sichergestellt werden, dass die Buchungen für die Session 2029 weitgehend erledigt sind, bevor am 19. Juli die Sommerferien beginnen.

Ob sich das System bewährt, wollen die Beteiligten bei einem weiteren Treffen zwischen den Sommer- und Herbstferien 2027 überprüfen. Der Festkomitee-Präsident zeigt sich mit dem Ergebnis zufrieden: „Nach durchaus intensiven Diskussionen ist es uns gelungen, eine Verständigung zu erzielen, die von den unterschiedlichen Beteiligten mitgetragen wird.“ Das sei nicht selbstverständlich gewesen, so Schade: „Das war angesichts der teilweise sehr unterschiedlichen Interessen und Vorstellungen keineswegs selbstverständlich.“ (red)