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„Ein echter Herzensmoment“Neues Mottolied – Kölschrocker machen es wie Marie-Luise Nikuta

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Manuel Sauer singt zusammen mit Prinz Niklas.

Spontane Überraschung: Manuel Sauer (r.) sang zusammen mit Prinz Niklas I. bei den Roten Funken den Dreigestirnssong „Loss mer all zesamme stonn“.

Das Kölner Dreigestirn singt in seiner Session das Stück „Loss mer all zesamme stonn“. Komponiert wurde das von zwei Musikern von Eldorado.

Marie-Luise Nikuta war fast drei Jahrzehnte Kölns „Motto-Queen“. Aus ihrer Feder stammen 40 offizielle Mottolieder. Bisher wollte noch keiner die Grande Dame des Kölner Karnevals so richtig beerben.

Doch in dieser Session trifft das Kölner Dreigestirn mit seinem ganz persönlichen Mottolied „Loss mer all zesamme stonn“ nicht nur das diesjährige Sessionsmotto „Alaaf! Mer dun et för Kölle“, sondern auch den Nerv der Jecken.

Mottolied-Erlöse gehen an das Spendenprojekt des Dreigestirns

Entstanden ist das Mottolied durch eine langjährige Freundschaft. „Ich bin seit 15 Jahren eng mit Manuel Sauer befreundet. Auch Simon Kurtenbach kenne ich schon eine Zeit“, sagt Prinz Niklas I.

Nach dem Auftritt der beiden mit ihrer Band Eldorado im Rahmen des Sommerfestes der KG Rodenkirchen fackelte der da noch designierte Prinz nicht lange und sprach die beiden Musiker an, ob sie nicht gemeinsam den Dreigestirn-Song schreiben wollen.

Zwar im ersten Moment ein wenig überrumpelt, war es dennoch eine große Ehre für Sauer. „Das war ein echter Herzensmoment, einen Song für die drei schreiben zu dürfen“, gesteht der Eldorado-Frontmann.

Das Dreigestirn bei den Songaufnahmen im Studio Tonbauhütte.

Jungfrau Aenne, Simon Kurtenbach, Prinz Niklas, Manuel Sauer und Bauer Clemens (v.l.) bei den Aufnahmen im Studio Tonbauhütte.

Das diesjährige Motto stellt das Ehrenamt und den Zusammenhalt im kölschen Brauchtum in den Mittelpunkt. Daher steht auf der Dreigestirnsstandarte „Op dat mer all zesamme stonn“. Genau dieser Wunsch hat Manuel Sauer und Simon Kurtenbach inspiriert. Hinzu kam ein persönliches Gespräch mit dem Trifolium im Studio.

„Wir haben die drei zum Songwriting in unser Studio, die Tonbauhütte, eingeladen. Dabei haben wir jede Menge über ihr Motiv, Dreigestirn zu werden, erfahren“, erinnert sich Sauer. Aus dem intensiven Gespräch entstanden fast wie von selbst Zeilen wie: „Der eine hät et vun klein an jeliehrt, der andere wood eetz janz spät infiziert.“ Prinz Niklas: „Den beiden war wichtig, zu erfahren, was wir in unserer Dreigestirns-Session den Jecken mit auf den Weg geben wollen.“

„Loss mer all zesamme stonn“ ist bewusst ein kölscher Walzer. „Damit wollten wir unterstreichen, was die drei verkörpern wollen: jung, traditionsbewusst, aber keinesfalls altbacken“, erklärt Sauer. Text und Musik waren fertig, jetzt musste der Song nur noch von den dreien eingesungen werden.

Das Dreigestirn singt auf der Bühne mit Manuel Sauer und Simon Kurtenbach.

Manuel Sauer und Simon Kurtenbach sangen zusammen mit dem Dreigestirn bei den Roten Funken „Loss mer all zesamme stonn“.

„Wir waren wie kleine Kinder komplett aufgeregt und absolut ahnungslos, wie man professionell einen Song aufnimmt“, gesteht Prinz Niklas. „Jeder mit Kopfhörern auf den Ohren, ein Blatt mit dem Text in der Hand, standen wir im Studio und hörten nur unsere eigene Stimme. So viel, wie wir an diesem Tag gelacht haben, erlebt man nicht oft. Es hat einfach ultramäßig Spaß gemacht und dank der Hilfe von Manuel und Simon fühlten wir uns am Schluss fast schon wie echte Sänger“, erinnert sich Prinz Niklas.

Prinz Niklas: „Wir drei sind mit unserem Mottolied sehr, sehr zufrieden“

Passend zur Proklamation wurde das Mottolied über Sauers Plattenfirma Domstadtkind Records bei den Streamingportalen hochgeladen. „Wir drei sind mit unserem Mottolied sehr, sehr zufrieden. Und auch den Jecken gefällt das Lied. Echt klasse, wenn wir sehen, wie viele schon mitsingen können“, sagt der Prinz.

Und es gab noch einen besonderen Moment. Als das Dreigestirn zur späten Stunde zur Sitzung der Roten Funken im Maritim kam, stand Eldorado noch auf der Bühne. Die Tollitäten schlichen hinter die Bühne, um die Songs der Kölschrocker zu feiern. Als Prinz, Bauer und Jungfrau dann selbst auf der Bühne standen und ihr Mottolied anstimmten, kamen spontan Manuel und Simon auf die Bühne und haben mitgesungen. „Das war ein Gänsehautmoment, der uns absolut in Erinnerung bleiben wird“, betont Prinz Niklas sichtlich gerührt.

Der Erlös, den Domstadtkind Records mit dem Song auf den Streaming- und Downloadplattformen erzielt, fließt in das Spendenprojekt des Dreigestirns. Der Verein CAYA bietet wohnungslosen und bedürftigen Menschen eine medizinische Grundversorgung.