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Wieder ein TanzpaarEuskirchener Narrenzunft ehrt Michael Fischenich mit Lichterorden

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Michael Fischenich, der zwischen zwei Männern steht, die sich bei ihm eingehakt haben, hält eine Urkunde vor sich.

Überrascht und gerührt nahm Michael Fischenich (M.) den Lichterorden der Euskirchener Narrenzunft samt Urkunde entgegen.

Zunächst brachte sich Michael Fischenich als Zugleiter des Kinderzugs in Euskirchen  ein. Nun hat er 20-Jähriges im Festausschuss. 

Der „Abend in Rot und Gold“ der Euskirchener Narrenzunft war durch Krankheitsfälle etwas ausgedünnt. Allein die Tanzgruppe „EUphonics!!“ musste am Festabend mit drei aktuellen Ausfällen klarkommen. Und einige andere Mitglieder hatten sich schon im Vorfeld abmelden müssen. Trotzdem legte die Gruppe mit Hilfe von Ersatztänzerinnen ein flottes Showprogramm vor. Wer es nicht wusste, hätte nicht gemerkt, dass jemand fehlte.

Der Höhepunkt des abendlichen Programms war die Verleihung des Lichterordens 2026. Er wird jedes Jahr für besondere Verdienste um den Euskirchener Karneval verliehen. Der Präsident der Narrenzunft, Hans-Josef Schneider machte es spannend mit der Verleihung.

Die eröffnete er zunächst mit einer Information zur Historie des Ordens: „Ich danke der Familie Wichterich für die Stiftung des Lichterordens im Jahr 1963 durch Ferdinand Wichterich. Die Familie hält die Stiftung in dritter Generation durch Thomas Wichterich aufrecht.“ Natürlich wurde Thomas Wichterich sofort mit dem Sessionsorden geehrt.

Michael Fischenich ist vielseitig im Karneval in Euskirchen tätig

Doch auch bei der Bekanntgabe des Namens des diesjährigen Empfänger des Lichterordens spannte Schneider die Anwesenden erst einmal kräftig auf die Folter. Geboren sei er 1965 und stamme aus Wesseling. Nach Euskirchen sei er 2003 gezogen. Im Laufe seiner Tätigkeit im Karneval war er zunächst als Zugleiter des Kinderzugs tätig.

Die Tanzgruppe „EUphonics!!“ bildet eine Pyramide in einem Saal.

Die „EUphonics“ tanzten beim „Abend in Rot und Gold“.

Von 2012 bis 2025 war er für die Audienzen am Hofe der Tollitäten verantwortlich. In der Session 2018/19 übernahm er im Dreigestirn die Rolle der Jungfrau Michaela. 2023/24 war er sowohl Zugleiter des Rosenmontagszuges als auch Prinzenführer der Tollitäten. Man erfuhr, dass es sich um einen ehemaligen Vizepräsidenten des Festausschusses des Euskirchener Karnevals handelte. Mit diesen Angaben war allen im Saal des Parkhotels in Euskirchen klar: Der Lichterorden geht an Michael Fischenich.

Auszeichnung für langjähriges Engagement in der Narrenzunft

„In diesem Jahr hat er auch sein 20. Jubiläum im Festausschuss“, ergänzte seine Ehefrau Sandra Fischenich, die im Vorfeld über die Verleihung informiert worden war. Der Ordensempfänger selbst war völlig überrascht über die ihm erwiesene Ehrung. Er musste sich sogar ein paar Tränen aus den Augen wischen, als man ihm zur Musikbegleitung des Spielmannszugs der Euskirchener Feuerwehr Orden und Urkunde überreichte.

Als Fischenich erfuhr, dass seine Frau vorher eingeweiht worden war und ihm nichts verraten hatte, schaute er sie erstaunt an und sagte scherzend: „Komm du mir nach Hause...“ Das ihm zugedachte Lob gab er dann aber gleich an seine Frau weiter: „Ohne ihre Unterstützung wäre das Engagement nicht möglich gewesen.“

Auch seine Tochter ist in die großen karnevalistischen Fußstapfen ihres Vaters getreten. Wie er in früheren Jahren, ist sie jetzt verantwortlich für die Audienzen am Hofe der Tollitäten. Für langjähriges Engagement in der Narrenzunft mit Beförderungen ausgezeichnet wurden an diesem Abend zudem Sascha Ryfisch und Rainer Virnich.


Nach 17 Jahren hat die Narrenzunft wieder ein Tanzpaar

Eine besondere Freude war es der Narrenzunft, nach 17 Jahren wieder ein Tanzpaar in der Ehrengarde zu haben: Cimberley Conen und Markus Meier. Ihre erste gemeinsame Session in dieser Funktion begann allerdings mit Hindernissen.

Conen, die einen Tag vor dem Auftritt ihre Gesellenprüfung als Schreinerin abgelegt hatte, hatte sich einige Wochen zuvor mit der Kreissäge schwer am Finger verletzt. Der Tanzoffizier und im zivilen Leben als Gärtner tätige Markus Meier brach sich bei einem Sturz das Handgelenk. Schlecht für ein Tanzpaar, dass auf gesunde Hände und Gelenke angewiesen ist. Manchmal hat man kein Glück und dann auch noch Pech.

Cimberley Conen und Markus Meier stehen kostümiert und mit den Händen in die Hüften gestemmt nebeneinander.

Das neue Tanzpaar der Euskirchener Narrenzunft: Cimberley Conen und Markus Meier

„Es waren uns viele Steine in den Weg gelegt“, schaute Meier zurück: „Aber wir haben uns nicht unterkriegen lassen.“ Meier ist schon einige Jahre in der Ehrengarde, aber in diesem Jahr zum ersten Mal Tanzoffizier. Cimberley Conen ergänzte: „Als die Verletzungen einigermaßen verheilt waren, hatten wir noch drei Wochen bis zum Auftritt. Wir haben das Programm etwas umgestellt. Und ich bin stolz, das heute auf die Bühne bringen zu können. Das ist was anderes, als in der Gruppe zu tanzen. Es ist schön, auf diese Weise seinen Verein repräsentieren zu können.“

Conen war etwas aufgeregt vor dem Auftritt. Das Tanzen ist ihr Hobby, dem sie sich in ihrer Freizeit mit Begeisterung widmet. Dennoch: „Es war anstrengend, abends von der Arbeit zu kommen und dann noch zwei Stunden zu proben.“ Das schaffte sie neben der Vorbereitung auf die Prüfung. Mit ihrem Tanzpartner brachte sie dann eine gelungene Mischung aus traditionellem und rockigem Tanz auf die Bühne. Von Einschränkungen durch die Verletzungen war nichts zu merken.