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Tattoo zum AbschiedSo wird Kuckelkorn immer an seinen geplatzten Traum erinnert

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Christoph Kuckelkorn zeigt sein Tattoo auf dem Arm.

Seinen Abschied vom Festkomitee Kölner Karneval hat Präsident Christoph Kuckelkorn als Tattoo auf seinem linken Oberarm verewigt.

Christoph Kuckelkorn verlässt das Festkomitee Kölner Karneval. Zum Abschied hat er sich eine bleibende Erinnerung stechen lassen.

Besser könnte er die Ära nicht beenden. Am Mittwochabend (18. Februar 2026) steigt Christoph Kuckelkorn mit zahlreichen Weggefährten vom Festkomitee, früheren Dreigestirnen und Freunden aus den jecken Gesellschaften in den Flieger nach Brasilien.

Die 45-köpfige Kölner Delegation bricht auf zum Karneval nach Rio de Janeiro. Es wird die Abschiedsreise für den Präsidenten, der nach 21 Jahren in verantwortungsvoller Position aufhört.

Christoph Kuckelkorn: Seit 2005 war er im Festkomitee aktiv

„Ich habe in den vergangenen Wochen unheimlich viel Wertschätzung erfahren“, sagte er am Dienstagabend bei „Zick eröm“. „Alles das, was in 21 Jahren gewesen ist, war jedoch keine Einzelleistung.“

Die Prinzen-Garde ernannte den scheidenden Präsidenten dennoch zum Ehren-Generalmajor. Er ist erst die siebte Persönlichkeit in der Geschichte des Traditionskorps, der diese Auszeichnung zuteil wird.

„Du hast den Karneval durch schwierige Zeiten geführt“

Von Oberbürgermeister Torsten Burmester gab es zudem viel Lob: „Du hast den Karneval durch schwierige Zeiten geführt und hast dich mit einem klaren demokratischen Kompass für einen Karneval starkgemacht, der Vielfalt, Toleranz und Miteinander in der Stadt betont und sich gegen jede Form der Menschenverachtung positioniert.“

Seit 1972 war Kuckelkorn im Kölner Karneval aktiv, seit 2005 im Festkomitee. Zunächst zwölf Jahre als Zugleiter, danach ab 2017 als Präsident. Zum Ende des Lebensabschnitts hat sich der 61-Jährige etwas Besonderes überlegt.

Nahaufnahme des Tattoos von Christoph Kuckelkorn.

Auf dem Tattoo ist ein Prinz Karneval mit Totenkopf-Gesicht zu sehen. Das Motiv steht für den geplatzten Traum, einmal Prinz zu werden.

Kölns Ober-Karnevalist ist ein Freund von Tattoos. Auf dem rechten Arm trägt der Bestatter bereits seit 1997 ein Symbol seines Berufsstandes. „Ich finde Tattoos cool. Sie müssen aber unbedingt was mit meiner Geschichte und mir zu tun haben“, sagt er.

Kuckelkorns Tattoo: Festkomitee-Wappen spiegelverkehrt abgebildet

Der Abschied vom Festkomitee war nun der perfekte Anlass für eine sechsstündige Sitzung im Tattoostudio auf dem Friesenwall. Das Ergebnis präsentiert er exklusiv im „Kölner Stadt-Anzeiger“. Auf Kuckelkorns linkem Arm sind mehrere Bilder zu sehen, die miteinander verbunden sind. Zum einen das Familienwappen der Bestattungs-Dynastie.

Marcel Kappestein überreicht Christoph Kuckelkorn eine Urkunde.

Prinzen-Garde-Kommandant Marcel Kappestein (l.) ernannte Christoph Kuckelkorn zum Abschied zum Ehren-Generalmajor.

Das Festkomitee-Wappen hingegen ist spiegelverkehrt abgebildet, weil diese Episode jetzt beendet ist. Zu sehen ist auch ein Karnevalsprinz mit einem Totenkopf-Gesicht. „Das Motiv steht für meinen gestorbenen Traum, einmal Prinz im Kölner Karneval zu werden.“ 2004 hatte sich Kuckelkorn beworben, wurde jedoch abgelehnt.

Christoph Kuckelkorn: Kindheitstraum bleibt unerfüllt

Stattdessen machte der damalige Zugleiter Alexander von Chiari ihn zu seinem Nachfolger. „In meiner Zeit wurden 20 Prinzen gekürt. Der erste war Josef VII. von der Prinzen-Garde.“ Gemeint ist Franz-Josef Hermann, bekannt als „Cola-Jupp“.

Christoph Kuckelkorn hält eine Ansprache.

Für Christoph Kuckelkorn endet jetzt die Zeit als Präsident des Festkomitees Kölner Karneval. Am 23. März wird sein Nachfolger gewählt.

Da Niklas I., der letzte Prinz seiner Amtszeit, wieder von der Prinzen-Garde kam, schloss sich gewissermaßen der Kreis. Kuckelkorns Kindheitstraum, selbst einmal die Jecken zu regieren, erfüllte sich jedoch nie.

Der tätowierte Prinz trägt auf seinem Schuh übrigens ein K. Das steht für seine Frau Katia. Mit ihr verbringt er jetzt die nächsten Wochen in ihrer Heimat Brasilien, um Abstand vom jecken Treiben zu gewinnen. Als Erinnerung bleibt ihm ja lebenslang das Tattoo unter seiner Haut.